SZ

Kleiner Helikopter hilft Stromexperten
Drohne erleichtert Arbeitsalltag

Manuel Dicke, ausgebildeter Drohnenpilot im Regionalzentrum Sieg, steuert den Quadrocopter mit einem Tablet. Die Kamera des Fluggeräts erstellt exakte Aufnahmen von Stromanlagen, die an das Steuergerät übertragen werden.
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  • Manuel Dicke, ausgebildeter Drohnenpilot im Regionalzentrum Sieg, steuert den Quadrocopter mit einem Tablet. Die Kamera des Fluggeräts erstellt exakte Aufnahmen von Stromanlagen, die an das Steuergerät übertragen werden.
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ako Siegen/Lindenfeld. Die beiden Netzmonteure Manuel Dicke und Andreas Hanisch stehen auf einem Feldweg in Lindenfeld und schauen nach oben in die Ferne. Ihre Blicke haben sie auf einen unbemannten Flugkörper gerichtet. Es handelt sich um eine Drohne, angetrieben von vier Rotoren, die am sonnigen Mittwochvormittag über die weißen, schneebedeckten Wiesen und Felder schwebt. Manuel Dicke hält ein Tablet in der Hand, mit dem er die Drohne in Richtung einer 10 000-Volt-Stromleitung steuert. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz nutzt diese moderne Technologie zur Inspektion und Instandhaltung von Strommasten und Freileitungen in der Region.

Manuel Dicke lenkt die Drohne nah an die Stromleitung, die sich umgeben von zahlreichen Bäumen an einem steilen Abhang befindet, heran.

ako Siegen/Lindenfeld. Die beiden Netzmonteure Manuel Dicke und Andreas Hanisch stehen auf einem Feldweg in Lindenfeld und schauen nach oben in die Ferne. Ihre Blicke haben sie auf einen unbemannten Flugkörper gerichtet. Es handelt sich um eine Drohne, angetrieben von vier Rotoren, die am sonnigen Mittwochvormittag über die weißen, schneebedeckten Wiesen und Felder schwebt. Manuel Dicke hält ein Tablet in der Hand, mit dem er die Drohne in Richtung einer 10 000-Volt-Stromleitung steuert. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz nutzt diese moderne Technologie zur Inspektion und Instandhaltung von Strommasten und Freileitungen in der Region.

Manuel Dicke lenkt die Drohne nah an die Stromleitung, die sich umgeben von zahlreichen Bäumen an einem steilen Abhang befindet, heran. Die integrierte Kamera des Quadrocopters erstellt hochauflösende Bilder und Videos, die in Echtzeit auf das Steuerungs-Tablet übertragen werden: „Eine Überprüfung der Strommasten und Freileitungen per Drohne ist eine tolle Sache. Wir bekommen exakte Nahaufnahmen vom Leiterseil und den Bauteilen“, erklärt der 38-jährige Netzmonteur. Er und sein Kollege Andreas Hanisch sind ausgebildete Drohnenpiloten im Regionalzentrum Sieg.

Die Ausbildung hat drei Tage gedauert – „Theorie plus Praxis“ – und wurde mit einer Abschlussprüfung beendet. Demnächst müssen die beiden Netzmonteure noch einen weiteren Schulungstag absolvieren, um den EU-Drohnenführerschein zu erhalten. „Bei der Beobachtung von Stromleitungen sollten wir immer zu zweit sein. Man kann die Drohne aber auch alleine steuern“, erklärte Andreas Hanisch. Der Einsatz des Fluggeräts habe dabei für die Arbeit der Netzmonteure viele Vorteile: „Das ist vor allem zeitlich eine enorme Ersparnis“, so der 52-Jährige. Denn damit der Verteilnetzbetreiber dauerhaft eine störungsfreie Stromversorgung gewährleisten kann, sind regelmäßige Inspektionen des Mittel- und Hochspannungsnetzes und der Übergabestationen erforderlich.

Die Sichtkontrolle von Freileitungen bedeutet in der Regel einen hohen Aufwand für die Netzmonteure von Westnetz. Sie müssen die Strommasten bei Störungen oder für die Instandhaltung anfahren und vor Ort inspizieren. Hierbei können die Leitungen jedoch nur von unten kontrolliert werden. Um schwer zugängliche Stellen zu erreichen, müssen die Monteure einen Hubsteiger einsetzen oder an den Masten hinaufklettern. Das Befliegen der kilometerlangen Freileitungen mit einer Drohne ist folglich eine effiziente Ergänzung zur Leitungsbegehung und gewährleistet eine schnelle und optimale Fehleranalyse, erklären die beiden Netzmonteure.

Bilder werden zur Dokumentation verwendet

Laut Manuel Dicke erleichtert der Einsatz der neuen Technologie auch routinemäßige Wartungsarbeiten: „Hindernisse, wie Bäume und Büsche, können vom Quadrocopter einfach umflogen werden. Das ermöglicht uns eine ideale Sichtkontrolle.“

Die von Westnetz eingesetzte Drohne wiegt gerade einmal 900 Gramm. Trotz des geringen Gewichts hält sich das Fluggerät auch bei mäßigem Wind ruhig in der Luft und überprüft gezielt Anlagenteile. Die aufgezeichneten Bilder und Videos werden zur internen Dokumentation verwendet. Wenn einzelne Personen auf den Fotoaufnahmen zu sehen sind, dürfen diese nicht verwendet werden.

Während des Flugs darf der Monteur bis zu 90 Meter von dem Quadrocopter entfernt sein. Die maximale Flughöhe von 100 Metern wird vom Luftfahrt-Bundesamt festgelegt. „Die Drohne kann aber höher fliegen“, sagt Manuel Dicke. Für Strommasten, die beispielsweise höher sind, brauchen die beiden Netzmonteure eine Sondergenehmigung. Bei Niederschlag kann auf die Technik aber nicht zurückgegriffen werden: „Das Gerät ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. Bei Regen oder Schneefall können wir nicht starten“, betont Andreas Hanisch.

Auch bei der Inspektion von Hochspannungsleitungen diene die Drohne als Ergänzung zur konventionellen „Helikopter-Befliegung“ – mit deutlich besserer CO²-Bilanz, wie Dirk Tönges, Netzbetriebsmeister für Wittgenstein und das angrenzende Sauerland im Regionalzentrum Sieg, gegenüber der SZ sagt. Er lobt, dass durch den Einsatz von Drohnen Beschädigungen im Netz „zeitnah identifiziert“ und Reparaturen „schnell und gezielt“ eingeleitet werden können: „Jeden Tag müssen wir die Funktionalität der Strommasten und Freileitungen garantieren. Diese innovative Technik hat viele Vorteile für uns. Für Inspektionsmaßnahmen muss der Strom nicht abgeschaltet werden und unsere Mitarbeiter bleiben sicher am Boden. Arbeitssicherheit und Versorgungssicherheit werden verbessert.“

Die Drohne, die für den farblichen Kontrast und zur besseren Sichtung die Signalfarbe Orange trägt, wird laut Dirk Tönges im gesamten Netz des Regionalzentrums Sieg zur Fehlersuche oder Störungsbehebung eingesetzt – in Siegen-Wittgenstein, Lennestadt, Kirchhundem oder auch im Raum Siegburg. Das Regionalzentrum verfügt aber auch noch über eine weitere, größere Drohne, die z. B. bei Inspektionen von Photovoltaikanlagen und zur Thermografie zum Einsatz kommt.

Autor:

Alexander Kollek

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