DSL erreicht nicht jeden

 Fünf dieser Richtfunktürme sind im Zuge des Breitband-Ausbaus für die Hilchenbacher Dörfer errichtet worden, so wie hier in Grund.  Foto: Jan Schäfer  Mit gerade einmal 0,37 MB „surft“ man noch heute in Grund. Foto: Jan Schäfer
  • Fünf dieser Richtfunktürme sind im Zuge des Breitband-Ausbaus für die Hilchenbacher Dörfer errichtet worden, so wie hier in Grund.  Foto: Jan Schäfer Mit gerade einmal 0,37 MB „surft“ man noch heute in Grund. Foto: Jan Schäfer
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js - Die weißen Flecken auf der Hilchenbacher DSL-Landkarte sind ausradiert. Ab sofort gibt es das schnelle Internet also auch in den etwas entlegeneren Dörfern. Grund, Oechelhausen, Ruckersfeld, Helberhausen und Oberndorf haben direkten und schnellen Zugang zum weltweiten Datennetz – zumindest auf dem Papier. Dass der aus Steuermitteln finanzierte Breitbandausbau nun aber nicht bei jedem Interessenten ankommt, liegt an technischen Hürden, die im Vorfeld offenbar nicht klar genug kommuniziert wurden.

Grund für die Enttäuschung ist die Technik, die dem nunmehr flächendeckenden DSL-Angebot zugrunde liegt. In den jetzt angeschlossenen Hilchenbacher Randgebieten jedoch entschied man sich bewusst für eine Hybrid-Lösung: Das Signal kommt per Richtfunkt zu einem von fünf neu errichteten Türmen. Von dort aus wird das Signal in das bestehende Netz der Telekom eingespeist, in dem es die sog. „letzte Meile“ überwindet. „Je mehr leitungsgebunden, desto besser“, erklärt der städtische Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis die Entscheidung für diese Technik.

Genau in dieser Technik aber liegt nach Auffassung des Grunder Ortsvorstehers Martin Born auch ein Problem, und zwar eines, das ihm und zahlreichen Dorfbewohnern nicht klar war: Wer seinen alten Telefonanschluss behalten möchte, der muss über eine zweite Leitung ins Haus verfügen. Ansonsten muss er sowohl Internet als auch Telefon (Voice-over-IP) über den Abieter buchen. Nur einige Ausnahmen im Dorf aber verfügen über eine solche zweite Leitung ins Haus. „Von einer Option kann daher keine Rede mehr sein“, kritisiert Born. Die Kunden hätten praktisch keine Wahl. Dabei sei ihnen bei einer Informationsveranstaltung vom Anbieter sogar nahegelegt worden, bestehende Telefonanschlüsse zu behalten – sicher sei sicher in einem Dorf mit Funklöchern, habe es geheißen.

„Die ausgeschriebenen Leistungen werden erfüllt“, findet Kyrillos Kaioglidis. Ihm wurde bereits gemeldet, dass zumindest in Helberhausen und Grund bereits erste Kunden über das neue Hybrid-Angebot „surfen“. Die  angebotenen Bandbreiten liegen zwischen 8 und 16 MB. Das ist das Doppelte bis Vierfache von dem, was Voraussetzung war für den Landeszuschuss zu diesem 160.000-Euro-Projekt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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