Ehrenamtliche Arbeit wichtig

Caritas lud Mitarbeiter zum Begegnungstag ein

Weidenau. Gesellschaft im Wandel macht macht auch vor dem Leben in den kirchlichen Gemeinden nicht halt. Selbst in den kleinsten Dörfern gehören mittlerweile Arbeitslosigkeit und Scheidungen zum Alltagsleben. Und auch der allgmeine Trend zu einer zunehmenden Säkularisierung macht da keine Ausnahme.

Somit wird es auch für die beiden großen Kirchen immer schwieriger, noch einen Fuß in der Tür, sprich im modernen Leben der Menschen zu behalten. Andererseits gilt es auch in einer säkularisierteren Welt mit den Wechselfällen des Lebens wie beispielsweise Arbeitsplatzverlust oder Tod des Partners zurecht zu kommen. Heutzutage werden diesbezüglich professionelle Hilfsmöglichkeiten wie z.B. psychologische Beratung fast flächendeckend angeboten. Aber sind diese professionellen Service-Angebote auch immer der Weisheit letzter Schluss?

Vielleicht bleiben trotzdem Fragen wie »Warum musste der Partner sterben?« offen. Fragen, bei denen es eines pastoralen Beistands bedarf. Doch wer schon lange keinen Gottesdienst mehr besucht hat, der traut sich oft auch nicht, die Hilfe des Pastors in Anspruch zu nehmen, und zieht sich statt dessen immer mehr zurück. Ein typisches Verhaltensmuster, um das auch die Verantwortlichen in den beiden großen Kirchen Bescheid wissen.

In der katholischen Kirche setzt man deshalb in Zukunft noch stärker als bisher auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Caritas, die direkten Bindeglieder zwischen dem Leben in den einzelnen Dörfern bzw. in den einzelnen Stadtbezirken und den kirchlichen Gemeinden. Welche Bedeutung deren freiwilliges Engagement für die einzelnen Gemeinden inzwischen hat, davon zeugte am Samstag der Begegnungstag für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritaskonferenzen aus dem Dekanat Siegen-Wittgenstein im kath. Gemeindezentrum St. Joseph in Weidenau.

Rund 250 Ehrenamtliche waren der Einladung des »Caritasverbands Siegen-Wittgenstein« zu Erfahrungsaustausch und neuen Anregungen gefolgt. Nach Eucharistiefeier mit Prälat Thomas Dornseifer, Vors. des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn, und musikalischer Einstimmung durch Regionalkirchenmusiker Franz-Josef Breuer ging es in den Arbeitskreisen um so unterschiedliche Themen wie Besuchsdienste, das »Dritte Lebensalter«, Schuldnerberatung, Fachdienst für Migration, kurz: die gesamte Themenpalette, die im heutigen sozialen Miteinander eine große Rolle spielt.

»Caritas bildet seit den Anfängen der kath. Kirche neben Liturgie und Verkündigung die dritte Säule der Gemeinde, deren Ursprung eine Stelle des Matthäus-Evangeliums bildet: Was ihr dem Geringsten getan habt, habt ihr mir getan«, so der Hilchenbacher Pfarrer Martin Assauer in der abschließenden Podiumsdiskussion des Begegnungstages. »Viele Ehrenamtliche unterschätzen ihre wichtige Arbeit für die Caritas insgesamt, die schon längst über Sammeln, Besuchsdienst und Seniorenarbeit hinausgeht«, so Marlies Schindler vom CKD Diözesan-Vorstand.

Laut Thomas Griffig, Geschäftsführer des Caritasverbandes Siegen-Wittgenstein, ist die Arbeit der Ehrenamtlichen längst mehr als »nur« soziales Engagement aus christlichem Glauben heraus. Die Ehrenamtlichen haben inzwischen einen unverzichtbaren Stellenwert in der Lebensraumorientierung in der sozialen Arbeit. Sie haben mit ihren vielfältigen persönlichen und beruflichen Kompetenzen seiner Meinung nach den direkten Überblick über die Verhältnisse vor Ort und bildeten deshalb eine unverzichtbare Basis für die weitere Vernetzung von pastoral engagierten Kräften sowie den hauptamtlichen Kräften in den vielfältigen sozialen und pädagogischen Einrichtungen der Caritas.

Weiteres wichtiges Stichwort in der abschließenden Podiumsdiskussion: »Pastoralverbund«. Denn längst ist den Gemeinden klar geworden, dass wegen der wachsenden Zahl der Aufgaben nicht mehr jede Gemeinde alle Bereiche abdecken kann.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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