Ehrung für den Engel aus Föschbe

 Martha Becker aus Niederfischbach wurde vom Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer mit der Bayerischen Rettungsmedaille ausgezeichnet. Foto: soph
  • Martha Becker aus Niederfischbach wurde vom Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer mit der Bayerischen Rettungsmedaille ausgezeichnet. Foto: soph
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soph - Dass der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer eine Einladung nach Niederfischbach schickt, passiert bestimmt nicht alle Tage. Dass es in diesem Brief auch noch um die Verleihung der Bayerischen Rettungsmedaille geht, sicherlich noch seltener. Eingeladen wurde Martha Becker, die mit ihrem beherzten Eingreifen ein Busunglück verhindert hatte. Die heute 75-jährige Seniorchefin des Busunternehmens August Becker war im September 2012 mit einer Reisegruppe auf dem Weg nach Kärnten gewesen. Auf der A 3 bei Kitzingen war die 47-jährige Busfahrerin bewusstlos geworden: Kreislaufkollaps. Martha Becker schob das Bein der Fahrerin zur Seite und bremste den Bus langsam ab. Mit ihrer intuitiven Reaktion hat sie den anderen 27 Fahrgästen vermutlich das Leben gerettet. Denn hätte sie den Bus nicht zum Stehen gebracht, wäre er mit Sicherheit durch die Leitplanke gebrochen – dort ging es sechs Meter in die Tiefe.

„Der Engel von Niederfischbach“ titelte die SZ damals – am 15. Mai wurde Martha Becker nun in München für ihre Heldentat ausgezeichnet. Mit ihr wurden 88 andere Lebensretter geehrt. Die Verleihung fand im Antiquarium der Müchner Residenz statt. „Ich glaube, da sind sonst nur Staatsempfänge“, so die Föschberin. Sie schwärmt von diesem Ort. „Ein traumhaft schönes Gebäude mit viel Schmuck.“ Seehofer habe eine schöne Ansprache gehalten, dann sei jeder nach vorne gegangen und er habe die Urkunden und die kleinen Medaillen überreicht. Martha Becker freut sich über die Auszeichnung. „Ich finde es ganz toll, dass sie das mit einer Ehrung anerkennen.“

Sie denkt auch heute verständlicherweise noch öfters an den Vorfall und ruft sich in Erinnerung, welches Glück sie alle hatten. „Manchmal frage ich mich, wie das überhaupt klappen konnte.“ Alle 27 Reisegäste hätten damals Verständnis gezeigt, es habe noch nicht mal Unruhe geherrscht. In Kärnten erhielt Martha Becker dann ein rührendes Geschenk: ein vierblättriges Kleeblatt an einer Kette, das ihr selbst Glück bringen sollte. Denn dass die Mitreisenden sie als Glücksbringer ansehen, ist wohl mehr als verständlich. Noch heute höre sie auf Ausflügen immer wieder: „Oh, das Martha ist bei uns, dann kann uns nichts passieren.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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