Eier-Tausch im Taubenhaus

 Wencke Strohmann fährt zweimal pro Woche von Erndtebrück nach Siegen, um Taubeneier auszutauschen. Zwei Ursachen für das Tauben-Problem sind laut Strohmann Reisetauben, die erschöpft landen, und Hochzeitstauben ohne Orientierung. Foto: Dirk Manderbach
  • Wencke Strohmann fährt zweimal pro Woche von Erndtebrück nach Siegen, um Taubeneier auszutauschen. Zwei Ursachen für das Tauben-Problem sind laut Strohmann Reisetauben, die erschöpft landen, und Hochzeitstauben ohne Orientierung. Foto: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

dima - An Siegens Sandstraße, gleich gegenüber von Reichwalds Ecke, geht es zu wie in einem Taubenhaus. Dass dort aus der tierischen Familienplanung erst einmal nichts wird, dafür sorgt das städtische Umweltamt in Kooperation mit dem Tierschutzverein Siegen. Rund 60 Stufen steigt Wencke Strohmann aus diesem Grund zwei Mal pro Woche aus dem Erdgeschoss unters Dach. Beherzt greift sie unter die hoffnungsvollen Taubendamen, die der Tierschützerin für die Attacke völlig empört auf die Finger hacken.

Tausche Tauben- gegen Mogel-Ei, Bio gegen Plastik, lautet der tierschutzgerechte Plan. Die systematische Mogelei der Tierschützer hat ein Ziel: Die Population der Stadttauben, die über Siegen, Weidenau und Geisweid nicht nur ihre Kreise ziehen, sondern auch ab und zu etwas fallen lassen – was in Siegens immer wieder mal für eine Tauben-Diskussion sorgt –, soll nicht weiter wachsen. Wenn möglich, sollen es sogar weniger Flugtiere werden, sagt Dr. Bernhard Kraft vom Umweltamt im Gespräch mit der SZ.

Im Jahre null der städtischen Taubenkampagne, also 2004, habe man 290 Tauben in Siegens Innenstadt gezählt, allein über dem Scheinerplatz flatterten 195 davon. 2011 waren es bereits 800. Als Antwort errichtete die Stadt im Jahr 2012 ihr erstes Taubenhaus. Inzwischen werden den Vögeln vier solcher Taubenschläge angeboten, Kostenaufwand pro Jahr insgesamt rund 10.000 Euro, 7000 Euro davon stammen aus der Kasse des Tierschutzvereins. Mit 250 Tauben ist das städtische Domizil an der Sandstraße bereits „überbucht“, erklärt Kraft. Deshalb soll ein weiterer Taubenschlag an der Heeserstraße gebaut werden. 2511 Kunststoffeier wurden in den Taubenschlägen an Sand- und Morleystraße seit Beginn des Projektes den vermeintlichen Taubenmüttern untergeschoben. Tendenz steigend. 

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