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Metro verkauft Real
Eigener Weg oder Endstation für Siegen?

Wie geht es mit dem Real-Supermärkten weiter? Das dürften sich gestern auch die 165 Beschäftigten des Standortes in der Krönchenstadt erneut gefragt haben.
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ch/ihm/jak Siegen/Düsseldorf. Nach monatelangen Verhandlungen steht seit gestern fest: Das deutsch-russische Konsortium der Finanzinvestoren SCP und X-Bricks hat sich mit der Düsseldorfer Metro AG auf eine 100-prozentige Übernahme von Real geeinigt. Die Verträge seien unterschrieben, so der Düsseldorfer Handelskonzern. Demnach soll ein Großteil der Real-Standorte „langfristig weiterbetrieben werden, entweder unter der Marke Real oder durch andere Einzelhändler“, ließ die Metro AG verlautbaren. Damit steht die Kette mit immerhin 276 Real-Märkten, 34 000 Beschäftigten, 80 Immobilien und dem Online-Shop „real.de“ wie bereits berichtet faktisch vor der Zerschlagung.

Wie geht es weiter?

ch/ihm/jak Siegen/Düsseldorf. Nach monatelangen Verhandlungen steht seit gestern fest: Das deutsch-russische Konsortium der Finanzinvestoren SCP und X-Bricks hat sich mit der Düsseldorfer Metro AG auf eine 100-prozentige Übernahme von Real geeinigt. Die Verträge seien unterschrieben, so der Düsseldorfer Handelskonzern. Demnach soll ein Großteil der Real-Standorte „langfristig weiterbetrieben werden, entweder unter der Marke Real oder durch andere Einzelhändler“, ließ die Metro AG verlautbaren. Damit steht die Kette mit immerhin 276 Real-Märkten, 34 000 Beschäftigten, 80 Immobilien und dem Online-Shop „real.de“ wie bereits berichtet faktisch vor der Zerschlagung.

Wie geht es weiter? Das dürften sich gestern auch die 165 Beschäftigten des Real-Standortes in der Krönchenstadt erneut gefragt haben. Die Antwort: Die Zukunft bleibt ungewiss. „Es wird noch Monate dauern, bis wir Klarheit bekommen, ob unsere Filiale weiterbetrieben, verkauft oder geschlossen wird“, so der Siegener Betriebsrat, Harald Neumann, am Mittwoch zur SZ. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sprach von einem „bitteren Tag für die Real-Beschäftigten“. Die Gewerkschafterin warnte vor der möglichen Vernichtung von mehr als 10 000 Arbeitsplätzen im Zuge der Übernahme.

Harald Neumann: „Klar, wenn weder ein Weiterbetrieb noch eine Fortführung durch ein anderes Einzelhandelsunternehmen eine wirtschaftliche Perspektive eröffnen, droht uns die Schließung!“ Ein Szenario, das für die Mitarbeiter schlimm wäre, aber zumindest für das Oberzentrum Siegen nicht eintreten muss. Ein Kern von Real-Märkten soll für 24 Monate unter der Marke „real“ weiter betreiben werden; er umfasst 50 größere Filialen. Der Supermarkt an der Eiserfelder Straße mit seinen 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche gehört zu den größeren Märkten in Deutschland, so Betriebsrat Neumann. Die Filiale soll nach SZ-Informationen schwarze Zahlen schreiben.

Der Großteil der Supermärkte soll, vorbehaltlich der Entscheidungen der zuständigen Aufsichtsbehörden, nach und nach an andere Einzelhandelsunternehmen veräußert werden. Als potenzielle Käufer werden immer wieder Kaufland, Edeka, Rewe und Globus benannt. Die ersten drei erklärten sich gestern gegenüber der SZ nicht zum Thema, letzterer – gemeint ist nicht die ehemalige Marke der Rewe-Handelsgesellschaft Kaiser und Kellermann mit Sitz in Welchen Ennest, sondern der saarländische Handelskonzern – nur vage. „Wir haben den Standort Siegen immer im Blick“, so Isabel del Alcazar von Buchwald, Sprecherin der „Globus SB-Warenhaus Holding“ in St. Wendel. Denn der Holding mit 47 SB-Warenhäusern, 91 Baumärkten und sechs Elektrofachmärkten in Deutschland gehört das Grundstück und das Gebäude an der Eiserfelder Straße. Real ist Mieter.

Wie die Pläne der Vermieter aussehen für den Tag X nach der Zerschlagung der Real-Supermarktkette und dem Auslaufen der Mietverträge in Siegen, dazu sagte die Globus-Expansionsabteilung gestern nichts.

Das Grundstück an der Eiserfelder Straße – der Real-Markt hat mit den großen Parkflächen insgesamt 44 000 Quadratmeter zur Verfügung, der nebenan gelegene Metro-Großhandel belegt weitere 22 000 Quadratmeter – ist ein gewerbliches Filetstück. An der vielbefahrenen Bundesstraße gelegen, mit direktem Autobahnanschluss. Das Grundstückgehört zum Bebauungsplan „Gewerbe- und Industriegebiet Rinsenau“, der 1999 von der Stadt Siegen aufgestellt wurde. Das gesamte Industrie- und Gewerbegebiet Rinsenau misst 46 Hektar.

Die Zielsetzung der Planung für den Bereich zwischen Boschgotthardshütte und Autobahnauffahrt: das Industrie- und Gewerbegebiet erhalten, sichern und fortentwickeln sowie „unerwünschte Agglomeration von Einzelhandelsbetrieben“ verhindern. Dem damaligen Wertkauf, späteren Wal-Mart und heutigem Real attestiert der Bebauungsplan Bestandsschutz, stuft den großen Verbrauchermarkt aber als „zentrenschädlich“ ein.

Ob sich angesichts der knappen Industrie- und Gewerbeflächen in Siegen nun abseits des Bereichs Handel Begehrlichkeiten auf das Real-Gelände richten, ist noch nicht abzusehen. IHK-Geschäftsführer Hans-Peter Langer räumte auf Nachfrage ein, dass das Grundstück durchaus interessant sein könnte.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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