Gemeinde der Selimiye-Moschee will bauen
Ein 20 Meter hohes Minarett

Die Selimiye-Moschee in Geisweid gehört zum Ditib-Verband, der „türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion“. Die Finanzierung des Minaretts und des Anbaus muss die Gemeinde dennoch über Spenden und Mitgliedsbeiträge allein stemmen, erklärte der Vorstand. Ditib oder der türkische Staat bezahle dafür nichts.  Foto: ihm
  • Die Selimiye-Moschee in Geisweid gehört zum Ditib-Verband, der „türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion“. Die Finanzierung des Minaretts und des Anbaus muss die Gemeinde dennoch über Spenden und Mitgliedsbeiträge allein stemmen, erklärte der Vorstand. Ditib oder der türkische Staat bezahle dafür nichts. Foto: ihm
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ihm Geisweid. Rund um die Selimiye-Moschee in Geisweid hat sich eine städtebauliche Gemengelage entwickelt. Hier gibt es Gewerbe, zum Beispiel im direkt nebenan liegenden SI-Haus, es gibt Wohnungen, eine Disco und ein Fitnessstudio. Angrenzend an die Straße Zum Wildgehege braust der Autoverkehr über die Weidenauer Straße. Der Moscheegemeinde, die als Verein eingetragen ist, gehören etliche Grundstücke in dem Bereich. Nun will man nicht nur die Moschee vergrößern, sondern auch ein 20 Meter hohes Minarett bauen, von dessen Spitze der Ruf des Muezzin erschallen soll.

Erster Bauantrag abgelehnt

Die Chancen auf eine Realisierung der Pläne stehen nicht schlecht. Bei ihrem ersten Versuch hatte die Gemeinde noch eine Ablehnung kassiert. Stadtbaurat Henrik Schumann sagte der SZ, man habe „den Bauantrag aufgrund fehlender Unterlagen und eines unzureichenden Brandschutzkonzeptes“ zurückweisen müssen.

Wie Selimiye-Vorstandsmitglied Önder Sahin nun gegenüber der Siegener Zeitung berichtete, habe man den Antrag neu gefasst. Es sei dabei auch um die Zusammenfassung mehrerer kleiner Parzellen gegangen. „Das ist jetzt erledigt, der Architekt hat den Bauantrag überarbeitet. Wir werden ihn demnächst bei der Stadt einreichen.“

Schlanke Säule

Derzeit hat die Moschee kein Minarett, also einen Turm, von dem aus der Gebetsruf erschallt. Zwar ruft der Muezzin in Geisweid regelmäßig zum Gebet, aber das erfolgt durch Lautsprecher am Gebäude. Nun wird die Gemeinde den Bau eines Minaretts beantragen – vom Erdboden aus gemessen soll es 20 Meter hoch werden. Es handelt sich allerdings nicht um einen besteigbaren Turm, sondern eine schlanke Säule, an deren Spitze aber voraussichtlich nicht, wie zunächst berichtet, Lautsprecher installiert werden sollen.

[Anmerkung der Redaktion: In unserer Ursprungsfassung war die Rede von einem Minarett mit Lautsprecher an der Spitze. Dieser ist aber laut Hinweis von Stadtbaurat Henrik Schumann entgegen ursprünglichen Informationen nicht Bestandteil der Planungen im ersten Bauantrag gewesen.]

Lärmschutz kein Hindernis

Die grundsätzliche Prüfung, ob ein solches Minarett genehmigungsfähig ist, hat die städtische Baubehörde bereits im Zuge des ersten Bauantrags absolviert. Ergebnis: Grundsätzlich spreche nichts dagegen, wie der Stadtbaurat formuliert. Abstandsvorschriften und Lärmschutz seien voraussichtlich kein Hindernis für das Bauwerk, sagte Schumann – allerdings unter dem Vorbehalt, dass der aktuelle Bauantrag ja derzeit noch nicht vorliege.

Für ein Minarett jedenfalls seien beim Lärmschutz andere Anforderungen zugrunde zu legen als beispielsweise für einen metallverarbeitenden Betrieb – das Recht auf freie Religionsausübung spiele durchaus eine Rolle. Bis jetzt seien ihm keinerlei Beschwerden über Lärmbelästigungen im Zusammenhang mit dem Gebetsruf in Geisweid zu Ohren gekommen, sagte Schumann.

Gebetsraum erweitern

Der Bauantrag wird außerdem einen Anbau betreffen. Önder Sahin erklärte der SZ, die rückwärtige Wand des Gebäudes sei derzeit so ausgerichtet, dass die Gläubigen sich beim Beten Richtung Mekka nicht im rechten Winkel zur Wand befänden, sondern sich sozusagen „schräg“ verbeugen müssten. Das wolle man begradigen.

Damit verbunden sei eine Erweiterung des Moscheegebäudes. Dadurch bekommt der Gebetsraum rund 100 Plätze mehr. Derzeit können 500 bis 600 Gläubige dort gemeinsam beten.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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