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Auch für ungeübte Radfahrer geeignet
Ein Ausflug an den Aartalsee

Drei Extra-Kilometer, die sich lohnen: Das „Naturschutzgebiet Aartalsperre bei Mudersbach“ gehört zu den Highlights einer Radtour am Aartalsee im Lahn-Dill-Kreis.
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  • Drei Extra-Kilometer, die sich lohnen: Das „Naturschutzgebiet Aartalsperre bei Mudersbach“ gehört zu den Highlights einer Radtour am Aartalsee im Lahn-Dill-Kreis.
  • Foto: Alexander W. Weiß
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

aww Herborn/Bischoffen. Ich hebe den Blick von meiner „Quattro Stagioni“ und lasse ihn hinüber zum anderen Ufer schweifen. In der Ferne ziehen vier Schwäne langhalsig und hoch erhobenen Hauptes ihre Bahnen. Sie wirken selbst auf die große Distanz, die sie zu nicht viel mehr als weißen Flecken auf dem Wasser werden lässt, stolzer und geschmeidiger als der einsame Mensch auf seinem Surfboard, an dem ich eben vorbeigeradelt bin.
Es ist nicht viel los an und auf dem Aartalsee an diesem Dienstagmittag kurz nach Ferienbeginn in Hessen. Ein, zwei Segelboote sehe ich, und selbst auf dem Rundweg um den See sind vergleichsweise wenige Radfahrer, Inliner, Jogger, Wanderer und Flaneure unterwegs.

aww Herborn/Bischoffen. Ich hebe den Blick von meiner „Quattro Stagioni“ und lasse ihn hinüber zum anderen Ufer schweifen. In der Ferne ziehen vier Schwäne langhalsig und hoch erhobenen Hauptes ihre Bahnen. Sie wirken selbst auf die große Distanz, die sie zu nicht viel mehr als weißen Flecken auf dem Wasser werden lässt, stolzer und geschmeidiger als der einsame Mensch auf seinem Surfboard, an dem ich eben vorbeigeradelt bin.
Es ist nicht viel los an und auf dem Aartalsee an diesem Dienstagmittag kurz nach Ferienbeginn in Hessen. Ein, zwei Segelboote sehe ich, und selbst auf dem Rundweg um den See sind vergleichsweise wenige Radfahrer, Inliner, Jogger, Wanderer und Flaneure unterwegs. Das habe ich an Wochenenden schon anders erlebt, wenn die Talsperre im Lahn-Dill-Kreis zum Anziehungspunkt für Heerscharen von Pedaleuren und anderen Ausflüglern wird. Jetzt aber habe ich viel Ruhe und kann die Idylle genießen.

Buntes Aartal

Insgesamt 36 Kilometer sollen es werden, von denen ich beim Mittagessen schon ein gutes Stück hinter mir habe, denn zu einer zünftigen Fahrradtour am Aartalsee gehört schon der Weg dorthin. Der hat heute für mich am individuell gewählten Startpunkt in Herborn-Burg nahe der Junostraße direkt am Flüsschen Aar begonnen (alternativ und wenn es ein paar Kilometer weniger sein sollen, geht es an der Schule in Ballersbach los, einem Ortsteil der Gemeinde Mittenaar).
Die Route mit durchgehend mäßigen Steigungen führt durch das wunderschöne Aartal, das in diesen Tagen vor allem eines ist: bunt wie meine Pizza „Vier Jahreszeiten“. Gelb und violett, weiß, rot und blau blüht es inmitten des vielen Grüns am Wegesrand, so üppig und wild, dass ich meinen Blick kaum abwenden mag. Rund 14 Kilometer sind es von Burg bis zum zuverlässig ausgeschilderten See, zu fahren auf einem komfortablen, geteerten Radweg, der zunächst wenig spektakulär parallel zur B 255 verläuft und mich bei Herborn-Seelbach über eine rote Brücke („De ruud Bregg“) führt.

Schafherde verleiht irisches Flair

Ein wenig irisches Flair erwartet mich in Gestalt einer hinter einer Steinmauer grasenden Schafherde, sogar das Wetter mit seinem durchwachsenen Mix aus Blau und dunklen Wolken fügt sich ins Bild. Schon bald genieße ich im Vorbeifahren den Blick über weite Blumenwiesen hin auf Waldränder, Baumgruppen, Solitäre, die das Aartal prägen. Bankgruppen laden zum Verweilen, Infotafeln berichten Wissenswertes über die „naturnahe Auenentwicklung im Aartal“.

Schatten suchen im Wald

Als ich die Ortschaften Ballersbach und Bicken passiert habe, bietet sich das gleiche erbauliche Landschaftsbild. An der Querung der Landstraße Richtung Altenkirchen (Hohenahr) lohnt sich ein kurzer Abstecher nach rechts, bergan, ab vom eigentlichen Radweg. Die Steigung ist nur kurz. Direkt beim Blechbriefkasten etwas oberhalb geht es wieder links Richtung Wald. Der kleine Stich ist gewiss auch für Familien und weniger geübte Radler machbar, belohnt vor allem an heißen Sommertagen mit einer kleinen Wegstrecke unter schattenspendenden Bäumen und ist landschaftlich reizvoller als die Strecke an der Landstraße entlang nach Bischoffen. Den kurzen Schreck, den mir ein wachsamer, bellender Hund im Vorbeifahren an einem Grundstück bereitet, nehme ich für die Abwechslung, ein wenig durch den Wald fahren zu können, gerne in Kauf.

„Naturschutzgebiet Aartalsee bei Mudersbach“

Auch abseits des „normalen“ Radwegs zeigt mir ein Wegweiser die Richtung, und geradewegs lande ich auf dem Staudamm, der „Hauptsperre“, und darf mich an dem weiten Blick über den Aartalsee erfreuen. Ich entscheide mich für den Rundweg gegen den Uhrzeigersinn und für die lange Variante – drei zusätzliche Kilometer (zu den ungefähr fünf der Kurzversion), die der Mühe absolut wert sind, führen sie mich doch über einen breiten, gut fahrbaren Splittweg durch das traumhafte „Naturschutzgebiet Aartalsee bei Mudersbach“ („Vorsee“). Wer es gerne kürzer haben möchte, kann sich aber auch an der Vorsperre links halten und gleich den Rückweg antreten. Meine Empfehlung: das Naturschutzgebiet unbedingt mitnehmen – es lohnt sich! Und vielleicht bietet sich die Möglichkeit zu einem kurzen Plausch mit ein paar Kühen, die es sich in der Mittagssonne gut gehen lassen.

Stärkung ist gesichert

Ist das eine Ufer des Aartalsees geprägt von üppiger Vegetation links und rechts des Weges, so ist die andere Seite zwischen den Orten Niederweidbach und Bischoffen touristischer geprägt. Hier bieten sich Einkehrmöglichkeiten in unmittelbarer Seenähe, die Stärkung angesichts des Rückwegs ist gesichert.
An der Hauptsperre geht es wieder retour durchs Aartal – was keineswegs langweilig ist. Die Strecke zurück nach Burg bietet so viel für die Augen, dass ich beim ersten Mal sowieso nicht alles wahrnehmen konnte. Wie die beiden Pferde. Ein Brauner und ein Schimmel. Waren die auf dem Hinweg auch schon da? Keine Ahnung. Jedenfalls habe ich mich richtig gefreut, zu guter Letzt auch ihre Bekanntschaft noch gemacht zu haben.

Infos im Überblick

  • Die beschriebene Radtour ist rund 36 Kilometer lang und dank mäßiger Steigungen leicht zu bewältigen.
  • Anfahrt von Siegen über die A 45 Richtung Frankfurt bis Dillenburg, dann über die B 277 bis Herborn-Burg. Ebenso kann die Autobahnabfahrt Herborn-West genutzt werden. Nahe Junostraße unter der Brücke parken. Alternativ ist der Start der Radtour an der Schule in Ballersbach (Gemeinde Mittenaar) möglich, wodurch sich die Strecke etwas verkürzt. Beide Abstellmöglichkeiten sind keine offiziellen Ausflugsparkplätze, sondern lediglich individuell vom Autor erprobt.
  • Einkehrmöglichkeiten direkt am See: Aartal-Grill am See; Restaurant und Café Seeterrasse.
  • Weiterführende Infos zum Aartalsee unter www.bischoffen.de (Rubrik „Tourismus & Freizeit“).
Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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