Ein Behinderten-WC reicht lange nicht aus

Sie ist sichtbar in die Jahre gekommen, die Rundturnhalle auf der Siegener Morgenröthe. Der Bauantrag für die umfassende Sanierung soll in Kürze gestellt werden.  Foto: Michael Roth
  • Sie ist sichtbar in die Jahre gekommen, die Rundturnhalle auf der Siegener Morgenröthe. Der Bauantrag für die umfassende Sanierung soll in Kürze gestellt werden. Foto: Michael Roth
  • hochgeladen von Michael Roth (Redakteur)

mir Niederschelden. Die Rundturnhalle auf der Morgenröthe ist seit Jahren ein baulicher Problemfall. Sanierungsbedürftig in vielerlei Hinsicht, Sperrungen bei allzu viel Schnee und Eis dürften noch in guter Erinnerung sein.

Jetzt steht der Bauantrag für die Sanierungsarbeiten kurz bevor, das damit betraute Architekten- und Ingenieurbüro Winkler und Partner aus Dortmund stellte im Bauausschuss ein paar Details vor. Kosten und zeitliche Abfolge bleiben ungenannt, es fragte auch niemand danach. Nur eines ist gewiss: Aufgrund der Förderrichtlinien müssen die Arbeiten bis Ende 2020 abgeschlossen werden, hieß es im Ausschuss.

Winkler und Partner sind spezialisiert auf Rundturnhallen, die bisher letzte hat das Büro soeben in Hachenburg saniert. Alle sind in die Jahre gekommen und teils mit Schadstoffen belastet. Im Fall der Rundturnhalle an der Morgenröthe müssen Elektroinstallationen, Heizung, Duschen und Umkleiden rundum erneuert werden, barrierefrei soll der ebenerdige Bereich gestaltet werden mit einem Behinderten-WC bei einem Zuschauervolumen von 500 Personen.

Dazu kommen eine neue Fassadengestaltung, neue LED-Beleuchtung und vor allem ein neues Dach. Auch die Verglasung soll und muss neu gebaut werden, Acrylglas mit Blendschutz soll es werden. Der Hallenboden wird komplett erneuert, er ist „durchgespielt“.

Die Tribüne an sich muss nicht umgestaltet werden. Aber: Wie kommen Rollstuhlfahrer in den Zuschauerbereich? Der Aufwand wäre außerordentlich groß, mindestens ein Lifter müsste installiert werden. Die Planer machten dazu in der Sitzung allerdings keine weitergehenden Angaben.

Aus dem Bauausschuss heraus kam Kritik, vornehmlich aus dem Jamaika-Lager: Ein Behinderten-WC für den Zuschauerbereich sei absolut zu wenig. Und überhaupt, für den Ablauf eines inklusiv angelegten Schulsports müssten im Umkleidebereich Behinderten-Toiletten gebaut werden. Bislang findet in der Rundturnhalle kein Behindertensport statt, hieß es von der Verwaltung.

Der Politik war das (viel) zu wenig: In Eiserfeld gebe es sehr wohl rollstuhlfahrende Kinder, die an Sport interessiert seien, hieß es von der CDU. Das müsse unbedingt berücksichtigt werden. Für die Belange der Inklusion sollte ruhig etwas mehr Geld ausgegeben werden, war den Grünen besonders wichtig.

Beim Jamaika-Partner CDU sah man die Dinge differenziert: Behinderte nicht ausgrenzen, ja klar, aber bitte auf die wirtschaftlichen Dinge achten und das Thema möglichst „nicht überstrapazieren“.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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