Verdi und Wern-Group im Streit
Ein Betrieb – zwei Betriebsräte

Die Betriebsratswahl der Mitarbeiter bei der Kraftverkehr Alchetal wurde am Donnerstag am Siegener Arbeitsgericht als rechtmäßig entschieden. Dadurch muss die Wern-Group jetzt mit zwei unterschiedlichen Betriebsräten verhandeln.  Foto: kalle
  • Die Betriebsratswahl der Mitarbeiter bei der Kraftverkehr Alchetal wurde am Donnerstag am Siegener Arbeitsgericht als rechtmäßig entschieden. Dadurch muss die Wern-Group jetzt mit zwei unterschiedlichen Betriebsräten verhandeln. Foto: kalle
  • hochgeladen von Karl-Hermann Schlabach (Redakteur)

kalle Siegen. Die im Jahr 2012 gegründete Wern-Group verursacht schon wieder Negativschlagzeilen. Seit dem Winter schafft es die Unternehmensgruppe nicht mehr, die auf der Grundlage des aktuellen Nahverkehrsplans vereinbarten Buslinien in der Region zu bedienen. Täglich meldet das Verkehrsunternehmen Ausfälle, bis zu 200 Linien in der Spitze wurden und werden gestrichen – gestern waren es 118 Ausfälle. Als Gründe werden offiziell von Firmenseite Krankheit bei Mitarbeitern oder das Fehlen von qualifizierten Busfahrern angegeben. Inoffiziell wird kolportiert, dass vor allem die Stimmung in der Firmengruppe vor allem eines sei: „mies“. Der Unmut ist bei einigen in der Tat groß. Etwa bei der Kreisverwaltung und bei der Kommunalpolitik, beide wollen die Ist-Situation nicht mehr hinnehmen.

KVA eine Tochter der Wern-Group

Doch der Wern-Group als von der Bezirksregierung konzessioniertem Leistungserbringer werden auch von anderer Seite Vorwürfe gemacht: Am Donnerstag kam es vor dem Arbeitsgericht in Siegen zu einem Termin zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Gruppe. Das Gericht sollte entscheiden, ob die jüngste Betriebsratswahl der Kraftverkehr Alchetal (KVA) rechtens war. Die KVA gehört als eine von fünf weiteren Betrieben zur Wern-Group, die unter anderem ihr Flaggschiff, die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd, lenkt.

Betriebsratswahl angefochten

Nach erfolgter Betriebsratswahl bestritt die Geschäftsführung der KVA die Rechtmäßigkeit der Betriebsratswahl. Sie meint, es handele sich ja um einen gemeinsamen Betrieb mit der VWS in der Wern-Group, die bereits einen Betriebsrat besitze. Bisher konnte der KVA-Betriebsrat nicht tagen. Die Gewerkschaft war und ist der Ansicht, dass man versuche, den Betriebsrat bei der KVA zu verhindern. Die VWS und die KVA hätten gesellschaftsrechtlich nichts miteinander zu tun. Die Wern-Group sei lediglich ein virtueller Name ohne unternehmensrechtliche Grundlage.

Arbeitsrichter Perschke wies Anträge ab

Arbeitsrichter Holger Perschke machte beiden Parteien schnell deutlich, welcher Rechtsauffassung er ist. Danach sieht das Gericht die Wahl des Betriebsrates als rechtmäßig an. Perschke: „Die Betriebsratswahl für nichtig zu erklären, wird daher keinen Erfolg haben“. Auch die Einlassung des Rechtsbeistandes der KVA, Rechtsanwalt Frank Becker, dass dann der Betrieb sich mit zwei unterschiedlichen Betriebsräten beschäftigen müsse, veranlasste Perschke nicht, seine Meinung zu ändern. Da müsse sich das Unternehmen eben drauf einstellen, so der Arbeitsrichter in seiner Bewertung. Perschkes Urteil kurz und knapp: Die Anträge werden zurückgewiesen.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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