Ein Jahr zu früh König geworden

 Oliver Schubarth und Kathrin Schröder holten die Müsser Schützenvögel von der Stange und regieren nun gemeinsam mit Daniela Neumann und Torben Dellori das örtliche Schützenvolk, zu dem natürlich auch Geck Maximilian Taube zählt. Foto: mst
  • Oliver Schubarth und Kathrin Schröder holten die Müsser Schützenvögel von der Stange und regieren nun gemeinsam mit Daniela Neumann und Torben Dellori das örtliche Schützenvolk, zu dem natürlich auch Geck Maximilian Taube zählt. Foto: mst
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mst - Eigentlich hatte Oliver Schubarth den Gang unter die Vogelstange in diesem Jahr ja gar nicht geplant, nachdem er im Vorjahr knapp gegen Christian Koch gescheitert war. Vielmehr war nach zwei Jahren im Hofstaat ursprünglich eine kleine Fest-Pause eingeplant und der neuerliche Angriff auf die Königswürden des Schieß- und Schützenvereins Müsse 1925 sollte für das Jubiläumsschützenfest anlässlich des 90-jährigen Bestehens im nächsten Jahr aufgespart werden.

Aber wie die Formulierungen schon vermuten lassen, sollte es dann doch anders kommen, denn das „Stangenfieber“ ist zwar kein gefährlicher, aber eben mitunter unberechenbarer Zustand bei einem Vogelschießen. So hatte sich zunächst Schubarths Lebensgefährtin Daniela Neumann zur Abgabe einiger Schüsse Königsmunition auf den hölzernen Aar entschlossen und schließlich konnte auch der 44-jährige Mitarbeiter im technischen Kundendienst seine „guten Vorsätze“ nicht durchhalten, nachdem er zuvor schon beim Preisschießen den rechten Flügel erfolgreich abgetrennt hatte. So errang Oliver Schubarth also im Grunde ein Jahr zu früh die geplante Königswürde der Müsser Schützen und trat bei der Königskrönung am Samstagabend zusammen mit Daniela Neumann die Nachfolge von Christian Koch und Sabrina Strack an.

Überhaupt scheint der nunmehr zum vierten Mal praktizierte neue Schützenfest-Ablauf auch zu einem Aufschwung des jetzt bekanntlich am Freitagabend unter Flutlicht stattfindenden Vogelschießens geführt zu haben, das sich vor wenigen Jahren noch das eine oder andere Mal etwas zäh gestaltete. Nachdem schon im Vorjahr ein echter Dreikampf zu beobachten war, konnte sich der 2. Vorsitzende Jens-Peter Nipko im Gespräch darüber freuen, dass er als Moderator dieses Mal weit davon entfernt gewesen sei, jemanden zum Gang ans Gewehr auffordern zu müssen. Denn neben dem neuen Königspaar war mit Stefan Althaus, Timo Hönninger und Kai Kilian „Obelix“ Kohlert noch ein weiteres Trio ernsthaft an der Königswürde interessiert. Demzufolge brauchte es dann auch nur etwas mehr als 70 Schüsse, bis die letzten Reste des hölzernes Aars von der Stange fielen.

Den Auftakt hatten bereits vor dem kurzen Festzug zum Ehrendenkmal am frühen Freitagabend elf Nachwuchsschützen beim Wettkampf um den Schülervogel gemacht. Während Niklas Dohle diesen am Ende für sich entscheiden konnte und zusätzlich die Krone erringen konnte, waren außerdem Maximilian Althaus (Zepter), Tristan Imhof (Reichsapfel), Lukas Gehrmann (linker Flügel) und Laura Nipko (rechter Flügel) erfolgreich.

Beim anschließenden Preisschießen der erwachsenen Vereinsmitglieder durften unter den 109 in die Schießliste eingetragenen Personen neben Oliver Schubarth noch Sandra Behnke (Krone) als Ehefrau des Vogelbauers Aslak Behnke, Torsten Imhof (Zepter), Julian Bernhardt (Reichsapfel), Thomas Köster (linker Flügel), Katharina Dickel (Preis der Volksbank), Thorsten Dellori (Preis der Sparkasse), Marion Schneider (vom Gasthof „Alt Aue“ gestifteter Damenpreis), Stefan Althaus (Preis der Stadt Bad Berleburg), Maximilian Taube (Geck) und Jan Birkelbach (Gästepreis) vom Erndtebrücker Schützenverein jubeln.

Als finale Einstimmung auf das „große“ Vogelschießen diente dann erneut der Jugendvogel, den Kathrin Schröder mit dem 86. Schuss gegen ihren Konkurrenten Norris Peter von der Stange holen konnte. Als Prinzregent steht ihr Torben Dellori zur Seite, der vor fünf Jahren selbst König war. Kathrin Schröder tritt in die Fußstapfen ihrer Schwestern Melanie und Yvonne, die vor vier bzw. zwei Jahren schon Jugendköniginnen waren, damals allerdings ohne selbst den Vogel von der Stange geholt zu haben.

Zur Musikkapelle Salchendorf gesellte sich der Spielmannszug des TV 08 Feudingen, der ebenfalls seine Premiere beim Müsser Schützenfest feierte. So fanden gefühlt auch noch ein paar Gäste mehr den Weg an den Straßenrand bzw. zum wie gewohnt integrierten Platzkonzert bei der Firma Busch-Jaeger. Nach der Abholung des neuen Hofstaats sowie der Wingeshäuser Gäste am „Bier-Eck“ ging es dann wieder Richtung „Herz“ der Müsser Siedlung. Die Sauerländer Tanz- und Showband „Let’s Dance“ war schließlich im Anschluss an die Krönungszeremonie schon aus dem Vorjahr bekannt und sorgte somit erneut für die musikalische Umrahmung der abschließenden Schützennacht, zu der neben den Gästen in „zivil“ auch die seit vielen Jahren mit den Müssern befreundeten Schützen aus Herbertshausen eingetroffen waren.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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