SZ

Sanierung der Martinikirche in vollem Gange
Ein Juwel aus alter Zeit

Ihr Antlitz hat die Martinikirche diskret verhüllt, damit sich die Fachleute der Thüringer Firma Denkmalplan ihres alten Mauerwerks annehmen können. Die Kosten sind leider höher als geplant. Nun setzt die Gemeinde auf edle Spender.
  • Ihr Antlitz hat die Martinikirche diskret verhüllt, damit sich die Fachleute der Thüringer Firma Denkmalplan ihres alten Mauerwerks annehmen können. Die Kosten sind leider höher als geplant. Nun setzt die Gemeinde auf edle Spender.
  • Foto: goeb
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

goeb Siegen. Der 1. Bauabschnitt im Zuge der Sanierung von Siegens ältester Kirche ist abgeschlossen. Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng ist sehr zufrieden mit den Arbeiten an der Martinikirche. „Wir haben mit unserem Architekten Norbert Sonntag großes Glück gehabt. Ein absoluter Fachmann“, ist sie im Gespräch mit der SZ voll des Lobes. „Es ist wunderschön geworden.“

Seit einigen Wochen läuft nun die zweite Phase an der eingerüsteten sogenannten Pseudobasilika aus dem 16. Jahrhundert (Entstehung der heutigen Form), dessen erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1311 zurückgeht.

An der auf einem Felssporn des Siegberges aus Bruchstein erbauten Martinikirche, mit schönem Blick auf die Innenstadt, hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen.

goeb Siegen. Der 1. Bauabschnitt im Zuge der Sanierung von Siegens ältester Kirche ist abgeschlossen. Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng ist sehr zufrieden mit den Arbeiten an der Martinikirche. „Wir haben mit unserem Architekten Norbert Sonntag großes Glück gehabt. Ein absoluter Fachmann“, ist sie im Gespräch mit der SZ voll des Lobes. „Es ist wunderschön geworden.“

Seit einigen Wochen läuft nun die zweite Phase an der eingerüsteten sogenannten Pseudobasilika aus dem 16. Jahrhundert (Entstehung der heutigen Form), dessen erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1311 zurückgeht.

An der auf einem Felssporn des Siegberges aus Bruchstein erbauten Martinikirche, mit schönem Blick auf die Innenstadt, hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Das wurde bei einer eingehenden Inspektion 2013 deutlich. Allerdings war seinerzeit noch nicht klar, dass die Sanierung geschätzt 1,4 Millionen Euro kosten würde. Ein erstes Gutachten kam noch auf 850.000 Euro. „Aber wie so oft“, so die Pfarrerin, „wenn man erst mal angefangen hat...“ Knackpunkte in diesem Abschnitt, erklärt sie, seien das Portal und der angrenzende Turm.

Wie bei den meisten Kirchen, die zu sanieren sind, stellen die öffentliche Hand und die Kirche, in diesem Fall der ev. Kirchenkreis Siegen, einen Sockelbetrag zur Verfügung. Den Rest muss die Kirchengemeinde aufbringen. „Wir sind da sehr auf Beteiligung angewiesen“, schildert die Pfarrerin und bittet Bürger und Geschäftsleute um Spenden.

Zurzeit klafft im Budget für die in zwei, möglicherweise sogar in drei Schritte untergliederte Sanierung ein großes finanzielles Loch. 320.000 Euro schießt der Bund zu, 150.000 Euro das Land NRW, eine Zusage gibt es ferner vom Kirchenkreis Siegen.

Spenden-Kampagne läuft schleppend

Von durchschlagendem Erfolg gekrönt war die Spenden-Kampagne bislang nicht. „Es ist natürlich auch eine schlechte Zeit dafür, sagt Waffenschmidt-Leng mit Blick auf das Corona-Jahr. Ausreichend Mittel liegen bisher nur für den zweiten Bauabschnitt vor.

Nachdem im Herbst 2020 die Wiederherstellung der Kirchen-Südseite abgeschlossen worden war, schrieb man abermals öffentlich aus. „Das ist alles genauestens zu beachten“, erläutert sie das Prozedere. Die Verwendung öffentlicher Gelder schreibe streng einzuhaltende Formalitäten vor.
Zum Zuge kam erneut die Fa. Denkmalplan aus Thüringen. „Auch darüber sind wir glücklich“, sagt sie.

Die Fachfirma aus dem Örtchen Körner hat sich auf die Sanierung und Instandsetzung von historischen Gebäuden verlegt. Die Thüringer sind auf Mauerwerksanierung, Dacheindeckung inklusive Zimmerei, Lehmbau, Steinmetzarbeiten sowie Bohr- und Sicherungsarbeiten spezialisiert.
Die Fachfirma ist in der Region keine Unbekannte, war sie doch 2019 mit Maurerarbeiten an der Schlossmauer in Dillenburg bzw. Wehrmauer-Arbeiten in Siegen betraut. Sie übernahm auch den 1. Bauabschnitt der Martinikirche.

Herz schlägt für diese Kirche

Derzeit ist die Portalseite des Gotteshauses eingerüstet. Dort war aufmerksamen Spaziergängern und Gottesdienstbesuchern nicht entgangen, dass das Hauptportal aus Gründen der Sicherheit abgestützt werden musste. „Es ist leider stark beschädigt“, ergänzt sie. Allein die Wiederherstellung des Portals ist mit 25.000 Euro veranschlagt, insgesamt dürfte der 2. Bauabschnitt mit bis zu 470.000 Euro zu Buche schlagen. Im Verlauf der Arbeiten wird sich erweisen, ob Arbeiten hinzukommen, die die Maßnahmen verteuern könnten. So sieht man links vom Portal vom Vorplatz aus den inzwischen eingerüsteten Turm. Er zeigt eine unerklärliche Wölbung. „Dieser Sache wird ab nächster Woche genauer nachgegangen“, so die Pfarrerin.

Ihr Herz schlage für diese Kirche, sagt Ute Waffenschmidt-Leng über den ältesten noch erhaltenen Sakralbau der Stadt, der auch von der Uni genutzt wird und in dem regelmäßig auch Konzerte stattfinden. Die Gemeinde hat für die Sanierung einen Förderverein gegründet. Mehr Infos dazu gibt es im Internet unter der Adresse: verein-martini.de.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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