Rudelgucken in Siegen möglich
Ein kleiner Hauch von Fußball-Party

Mit sinkenden Inzidenzen steigt die Fußball-Freude. Eine abgespeckte Public-Viewing-Variante gibt es zum Beispiel beim Sausalitos an der Hindenburgstraße.
  • Mit sinkenden Inzidenzen steigt die Fußball-Freude. Eine abgespeckte Public-Viewing-Variante gibt es zum Beispiel beim Sausalitos an der Hindenburgstraße.
  • Foto: rt
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

sabe Siegen. Dass die Pandemie außer Jogi Löw nicht viel Gewohntes am Fußball-Fest lassen würde, war klar. Volle Stadien und Menschenmassen vor Riesenleinwänden beim Public Viewing bleiben in diesem Jahr Vergangenheitsbilder. Nicht sonderlich überraschend kam also auch zu Anfang des Turniers die Nachricht aus der alten Poststraße: Die Siegener-Fußball-Fanmeile verkündete mit Rolf Fricke vom „Fricke’s“ und Michael Kämpf von „Onkel Tom’s Hütte“, das vorzeitige EM-Aus für alle Fußball-Verrückten: In der Oberstadt würde es kein Public-Viewing geben, das Rudelgucken war den beiden Wirten bei all den Auflagen zu heikel.

"Die Menschen haben Bock drauf."
Fabian Düperthal
Sausalitos

Aber es gibt sie, die Angebote in der City für’s gemeinsame Fußballschauen. Am Dienstag gegen England zum Beispiel in der Hindenburgstraße. Beim „Mirror“, Cocktail Lounge und Treffpunkt für junges Publikum, wird auf Leinwand übertragen. Rechts daneben, im „Sausa“, tun es zwei große Flachbildfernseher. Und das Angebot, so beobachtet es Fabian Düperthal vom Sausalitos, würde von den Siegenern dankend angenommen. Und er geht davon aus, dass das auch am Dienstag trotz durchwachsener Wetterprognose der Fall sein wird. Die Terrasse, die knapp 30 Tische fasst, sei bei Deutschland-Spielen „komplett voll“. Man merke, sagt er, dass „die Menschen Bock drauf haben“.

Euphorie hält sich in Grenzen

Allerdings auch das: „Natürlich ist die Pandemie noch präsent.“ Die Stimmung jetzt könne man deshalb schwerlich mit der bei vergangenen Turnieren zu unbeschwerteren Zeiten vergleichen. Aber, findet er, das sei ja auch gut so. Bei aller Euphorie dürfe man die aktuelle Lage nicht vergessen.

Mit großen Straßen-Events wie man sie aus vergangenen Zeiten kennt, hat das Rudelgucken der Corona-Pandemie also wenig gemein. Vielmehr geht es in den Gaststätten und Bars um ein gemütliches Beieinandersitzen mit Abständen. Bewegungsfreiheit nach oben hat man allerdings uneingeschränkt. „Als der Ausgleichtreffer gegen Ungarn fiel, da ist natürlich auch schon mal jemand hochgesprungen“, lacht Düperthal.

Hält das Wetter?

Falls das Wetter – wie vorausgesagt – nicht halten sollte, braucht es entweder die ganz Hartgesottenen, ansonsten muss die Fanmeile ins Innere umziehen. Aber auch da setzt natürlich das altbekannte wie eingeübte Hygienekonzept samt Kapazitätsbegrenzung ein. Dadurch dass es, anders als zum Beispiel in der alten Poststraße, keine direkten Durchlaufmöglichkeiten, als vielmehr einen begrenzten Innenraum oder eine eingegrenzte Terrasse gibt, könnten so die Zuschauerzahlen einfacher beschränkt werden.

Auch beim „Verstärker“ an der Sandstraße sind Fußball-Fans willkommen. Anders als im „Sausalitos“ werden bei Izzet Kürekzi allerdings nur die deutschen Spiele übertragen. Und selbst das sei manchmal nicht wirklich wirtschaftlich, weil noch zu viele Plätze in der Konzert- und Bierkneipe leer blieben. „Man merkt natürlich schon, dass bei dieser EM alles zaghafter und zurückhaltender ist“, das sei ja nur verständlich, sagt Kürekzi. Aber: Seit sich die Inzidenz in Siegen-Wittgenstein immer weiter gen Abstieg bewegt, kämen auch immer mehr Zuschauer zum kühlen Blonden vorbei, um gemeinsam die deutsche Elf zu sehen.

Desinfektionsmittel statt Hawaii-Kette

Besondere EM-Vorbereitungen hat der Kneipier trotzdem wenige getroffen. Das Hygienekonzept steht ohnehin, „daran halten sich die Gäste auch“, die Tische sind auseinandergerückt, allerdings macht das Desinfektionsmittel den Deutschlandfähnchen in diesem Jahr den Platz streitig. Deko hat er kaum aufgestellt – Sicherheit kommt vor Schwarz-Rot-Goldenen-Hawaiiketten. So viel Party ist dann zu Pandemie-Zeiten doch nicht.

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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