Ein Quintett soll’s zunächst richten

Siegen will Trainersuche nicht übers Knie brechen – Noch kein Favorit für Peter-Nachfolge – SZ-Tipp: Scholtysik

Siegen. „Verdamp’ lang her” – so würde es die Kölsch-Rock-Band „BAP” vermutlich ausdrücken – dass die Sportfr. Siegen auf Trainersuche gehen mussten. Seit 1. Juli 1994 fungierte Ingo Peter als Chefcoach der 1. Männer-Mannschaft der „Sportfreunde”, und dank der Rückendeckung von Präsident Manfred Utsch stand der Dortmunder auch so gut wie nie zur Debatte. Wie schnelllebig das Fußball-Geschäft ist, zeigte sich am Montag und gestern, als Ingo Peter und der bisherige Co-Trainer Gerhard „Fanja” Noll den Laufpass erhielten. Da der Vorstand des Vereins nun nichts übers Knie brechen möchte, verständigten sich die Vorstandsherren mit dem Spielerrat für die nächsten Wochen auf eine vereinsinterne Lösung: Die fünf Mitglieder des Spielerrats werden das Training leiten und für die sportlichen Belange verantwortlich zeichnen.

Das Quintett, dem Zorislav Jonjic, Frank Germann, Uwe Klein, Ralf Kellermann und John van Buskirk angehören, will alle Entscheidungen, die Aufstellung und Taktik betreffen, gemeinsam treffen. Und das soll funktionieren? „Wir waren noch nie in solch einer Situation und werden uns bei Unstimmigkeiten irgendwie einigen müssen. Dann muss halt ein Kompromiss her. Die Verantwortung soll aber grundsätzlich auf alle Schultern verteilt werden. Es soll nie passieren, dass nur ein oder zwei eine Entscheidung treffen”, teilte Jonjic gestern mit. Heute Morgen vor dem Training im Geisweider Hofbach-Stadion werden sich die fünf „Bosse” erstmals mit dem Rest des Teams zusammensetzen, um zu besprechen, wie es weitergehen soll.

Jonjic und Kellermann an der Linie

Fest steht bereits jetzt: Am Samstag beim Rückrunden-Auftakt gegen den Spitzenreiter Karlsruher SC werden Germann, van Buskirk und Klein vermutlich zur Anfangsformation gehören, derweil Jonjic und Kellermann von der Seitenlinie aus Anweisungen geben werden. Beim Training wird der momentan noch verletzte Jonjic das Geschehen beobachten und die Kommandos geben. Nach Abklingen seines Blutergusses wird der Bosnier in der nächsten Woche wahrscheinlich wieder das Lauftraining aufnehmen - er möchte seine Trainingseinheiten dann aber zeitlich so legen, dass er bei den Übungseinheiten der Regionalliga-Elf als „Coach” anwesend ist. Diese Interimslösung der „Sportfreunde” soll aber längstens bis zur Winterpause, die nach dem Westfalen-Pokal-Spiel gegen die Amateure des FC Schalke 04 am 16. Dezember beginnt, andauern. „Wir werden in Ruhe sondieren, bis wir einen Trainer gefunden haben, der zum Verein passt”, sagte dazu Manfred Utsch gestern. Am liebsten wäre ihm ein Trainer der „1. Kategorie, der mit geringem Gehalt, aber einer hohen Nicht-Abstiegsprämie” einverstanden wäre.

Bis zur Präsentation des neuen Chef-Coachs wird die Gerüchteküche rund ums Leimbachtal erst einmal brodeln. Den Wunschtrainer - billig, zur Zeit vereinslos, erfahren, fachlich kompetent und mit Regionalliga-Süd-Kenntnis - werden Utsch & Co. sich wohl erst noch „backen” müssen. Zu den Trainern, die zwar nicht all diese Kriterien erfüllen, aber eventuell in Frage kämen, zählen die aus Regionalliga West/Südwest-Zeiten im Siegerland noch bestens bekannten Ex-Profis Ulrich Sude (zuletzt: SC Verl) und Franz-Josef Tenhagen (zuletzt: LR Ahlen).

Billigste Lösung wäre vermutlich Sasic

Ins Gespräch gebracht werden sicherlich auch die gebürtigen Siegerländer Klaus Scheer, der nach seinem Rauswurf beim österreichischen Erstligisten Austria Lustenau keinen neuen Verein mehr gefunden hat, Elmar Müller, der bereits einmal erfolgreich als „Sportfreunde”-Coach tätig war, und Günter Borr, der zur Zeit den Südwest-Oberligisten SpVg Wirges trainiert. Heimische Fußball-Insider räumen diesem Trio allerdings keine Chancen ein. Die billigste aller Lösungen wäre möglicherweise Milan Sasic, der in der vergangenen Saison als Trainer des Oberligisten VfL Hamm positiv auf sich aufmerksam machte und sich mit den Westerwäldern die Oberliga-Vizemeisterschaft sicherte sowie Rheinland-Pokal-Sieger wurde.

Denkbar ist momentan auch, dass Asif Saric (SC 07 Paderborn) oder Darius Scholtysik (Eintracht Braunschweig) in der Rückrunde auf dem Chefsessel der „Sportfreunde” Platz nehmen werden. „Scholty”, der sich im Siegerland nach wie vor sowohl bei Fans, Vorstand und Sponsoren großer Beliebtheit erfreut und momentan als Co-Trainer beim Regionalliga-Nord-Spitzenteam Eintracht Braunschweig Erfahrungen sammelt, gilt als Geheimtipp der SZ. Der Ex-Siegener hat sich mit seiner Frau und seinen Kindern in Niedersachsen zwar hervorragend eingelebt und die Arbeit bei der Eintracht macht ihm auch Spaß, doch abgeneigt wäre er einer Rückkehr zu den „Sportfreunden” aber nicht.

„Kenne das Umfeld und die Gegend”

„Ich hätte den Vorteil, dass ich das Umfeld und die Gegend schon kenne. Das würde die Aufgabe sicher leichter machen. Noch mache ich mir aber keine Gedanken darüber. Ich werde erst mal locker bleiben”, meinte Scholtysik gestern im Gespräch mit der Siegener Zeitung.

rege

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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