Ein Risiko für die Bevölkerung?

 Das alte Radar in Erndtebrück ist seit acht Tagen abgeschaltet, die Anlage soll modernisiert und verkleinert werden. Es mehren sich aber die Stimmen in den Ortschaften, die einen Zusammenhang zwischen dem Radar und Krebserkrankungen vermuten. Foto: Archiv
  • Das alte Radar in Erndtebrück ist seit acht Tagen abgeschaltet, die Anlage soll modernisiert und verkleinert werden. Es mehren sich aber die Stimmen in den Ortschaften, die einen Zusammenhang zwischen dem Radar und Krebserkrankungen vermuten. Foto: Archiv
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bw - Es war eine Anfrage, die aufhorchen ließ. Seit Jahrzehnten ranken sich um das Radar auf dem Ebschloh nahe Erndtebrück die Vermutungen, dass das Vorkommen von Krebserkrankungen in den Ortschaften rundherum mit der Strahlung der Radargerätestellung zur Luftraumüberwachung zusammenhängen könnte. Die Befürchtungen kanalisierte der Benfer Ortsvorsteher Matthias Althaus (UWG) in seiner Anfrage an die Erndtebrücker Verwaltung.

Da sich vor dem Hintergrund des begonnenen Umbaus der Radaranlage wieder die Stimmen mehrten, die gesundheitliche Risiken und Schädigungen durch das Radar befürchteten, forderte Matthias Althaus ein „Krebskataster“, um feststellen zu können, ob die Rate der Krebserkrankungen in Erndtebrück tatsächlich höher sei als in anderen Ortschaften. Diese Frage verneint Dr. Christian Stoffers, Pressesprecher des St.-Marien-Krankenhauses in Siegen, eindeutig. Das Hospital ist ein Schwerpunktversorger im Bereich der onkologischen Erkrankungen – hier werden viele Patienten mit Krebserkrankungen behandelt. Seine Aussage auf Anfrage der SZ ist deutlich: „Ein erhöhtes Aufkommen an Krebserkrankungen im direkten Anwohnerbereich rund um das Radargerät in Erndtebrück können wir aktuell nicht feststellen.“ In der Edergemeinde gebe es demnach nicht mehr und nicht weniger Fälle von Krebserkrankungen als in anderen Kommunen.

Die Bundeswehr konnte am Montag in der Kürze der Zeit keine Stellungnahme zu der Thematik abgeben. Allerdings wurde in einer offiziellen Untersuchung einer Expertenkommission über Gefährdungen durch Strahlung in früheren Radareinrichtungen ein Zusammenhang zwischen entstehender Strahlung durch ein Radar mit einer Krebserkrankung festgestellt. Die Untersuchung beschränkte sich aber auf die Folgen für Soldaten, die einer solchen (Röntgen-)Strahlung direkt ausgesetzt waren.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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