Ein Sonntagsschuss ins Siegener Herz

»Sportfreunde« nur noch dank der Tordifferenz auf einem Nicht-Abstiegsplatz

Lukin-Tor reichte gegen passive Kickers nicht: Leichte »Katerstimmung« bei Siegerländern

rege Siegen. Nicht nur bei einigen Besuchern des Siegener »Monkey Jumps«, sondern auch bei manch einem Fan der Sportfr. Siegen machte sich gestern »Katerstimmung« breit. Die Ursache für den jeweiligen »Kater« dürfte jedoch recht unterschiedlich sein. Während bei den einen der Alkohol nicht ganz unschuldig war, war es bei den anderen ein Fußball-Spiel, das ihnen Kopfschmerzen bereitete, denn die »Sportfreunde« kamen in der Fußball-Regionalliga Süd gegen die Stuttgarter Kickers trotz einer ansprechenden Leistung nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus – und damit stecken die Siegerländer ebenso wie die Gäste aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt weiter mitten im Abstiegssumpf. Die Siegener kletterten in der Tabelle zwar um einen Rang, doch die Kicker aus dem Leimbachtal belegen nur noch dank der besseren Tordifferenz einen Nicht-Abstiegsplatz.

Der Abstiegskampf in der Süd-Gruppe der 3. Liga spitzt sich immer weiter zu, und das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum sich die Risikobereitschaft beider Trainer gestern noch in Grenzen hielt. Jedenfalls hüteten sich beide Mannschaften davor alles auf eine Karte zu setzen und dabei das Risiko in Kauf zu nehmen, sich den – vermutlich dann spielentscheidenden Konter – einzufangen. Vor allem die Gäste gingen offenbar mit einer gehörigen Portion Angst in das »Schicksalsspiel« und diese Angst hemmte den ehemaligen Bundesligisten. Das Stuttgarter Konzept, den einzigen Stürmer Eric Obinna, immer wieder mit hohen und langen Pässen zu füttern, ging nicht auf – und hätten die Kickers nicht einen Sascha Benda in ihren Reihen gehabt, dann hätten sie den Rasen des Leimbach-Stadions mit großer Wahrscheinlichkeit als Verlierer verlassen. Sascha Benda war’s, der sich in der 33. Minute ein Herz fasste und aus 20 Metern einen Sonntagsschuss absonderte, der genau in den Torwinkel passte und die »Sportfreunde« ins Mark traf.

Siegener wesentlich aktiver

Abgesehen von der dem Gegentreffer folgenden »Schock«-Phase waren es aber nur die Siegener, die sich mit aller Macht gegen den drohenden Abstieg wehrten. Das Team von Trainer Ingo Peter diktierte das Spielgeschehen, hatte im Mittelfeld ein deutliches Übergewicht und arbeitete sich auch gute Torchancen heraus. Zunächst waren es vor allem Jozef Kotula und Bruno Custos, die über die rechte Seite viel Dampf machten und für ihre Bemühungen in der 23. Minute verdientermaßen auch belohnt wurden. Nachdem Kotula auf der rechten Seite »durchgestartet« war, legte der Slowake den Ball auf Andreas Nauroth zurück. Dessen scharfe Hereingabe in den Fünfmeterraum wurde zwar abgewehrt, doch Eric Lukin preschte in den Strafraum und jagte die Lederkugel aus etwa zehn Metern zum vielumjubelten 1:0 in das Stuttgarter Gehäuse. Danach änderte sich zunächst wenig: Die Siegener waren die wesentlich aktivere Mannschaft, die viel mehr ins Spiel investierte.

Kurz nach der Führung lag das 2:0 eigentlich in der Luft, bis die viel zu passiven Gäste durch den »Hammer« von Benda wie aus heiterem Himmel zum Ausgleich kamen. Die »Sportfreunde« brauchten zwar einige Minuten, um diesen Schock zu verdauen, doch kurz vor dem Seitenwechseln waren sie schon wieder die tonangebende Mannschaft.

Nauroth-»Knaller« an die Querlatte

Daran änderte sich auch nach der Pause nichts: Die viel zu zaghaften Angriffsbemühungen der Schwaben wurden nahezu im Keim erstickt und Siegen spielte gefällig nach vorne. Im Abschluss fehlte den Siegerländern dann aber die notwendige Durchschlagkraft – und deshalb sprang in der 2. Halbzeit als »Höhepunkt« auch nur noch ein Schuss an die Querlatte (Nauroth; 62.) heraus. Auf der anderen Seite testete Sascha Benda (wer sonst?) bei einem Freistoß zwar ebenfalls noch das Aluminium (71.), aber wenn die Kickers aus zwei nennenswerten Torchancen zwei Tore gemacht hätten – das wäre aus Stuttgarter Sicht wohl doch zuviel des Guten gewesen. Da die Siegener auch aus ihrer viertelstündigen Überzahl – Erhan Polat sah in der 77. Minute die »Ampelkarte« – kein Profit mehr schlagen konnten, blieb’s beim für die Gäste schmeichelhaften Remis, das im Kampf um den Klassenerhalt und gegen die Kopfschmerzen keinem so richtig weiterhilft. Da haben’s die »Monkey-Jump«-Besucher schon einfacher, schließlich soll Aspirin manchmal Wunder wirken …

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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