Ein Todesfall in der Wisent-Herde

Die frei lebende Wisent-Herde im Rothaargebirge hat einen Verlust erlitten. Ein junges Wisent-Kalb musste von seinen Leiden erlöst werden. Archivfoto: ede
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sz - Die frei lebende Wisent-Herde im Rothaargebirge hat einen Verlust erlitten. Bereits Ende September war ein schwer verletztes Tier am Ende des Casimirtales in Bad Berleburg von Anwohnern entdeckt worden. Nach genauer Untersuchung des Tieres und Abwägung seiner Überlebenschancen, wurde das Wisent-Kalb schließlich durch einen qualifizierten Tierarzt von seinen Leiden erlöst, wie es jetzt bekannt gemacht wurde. Bei dem Wisent handelt es sich um ein männliches Tier, das erst in diesem Jahr geboren worden war. Es ist rund drei Monate alt geworden.

Ursprünglich hatte ein Anwohner das stark bewegungseingeschränkte Tier entdeckt. Der Revierjäger und der hinzugerufene Wisent-Ranger Jochen Born schauten sich das Tier gemeinsam sorgfältig an. Der junge Wisent war augenscheinlich im hinteren Körperbereich nicht mehr bewegungsfähig. Eine Mitarbeiterin des Kreisveterinärs schlug vor, zur Absicherung der Diagnose einen mit Großtieren erfahrenen Tierarzt hinzuziehen, was auch geschah. Dieser bestätigte die erste Diagnose eines Beckenbruchs. 

Unter Abwägung aller naturschutzrechtlichen, tiermedizinischen und tierschutzrechtlichen Belange direkt am Tier, wurde schließlich die Entscheidung getroffen, das Wisent-Kalb durch die Tierärzte von seinen Leiden zu erlösen. Zur eingehenderen Erforschung der Verletzungsursachen wurde das tote Tier zudem noch nach Arnsberg zur veterinärmedizinischen Obduktion gebracht. Diese Ergebnisse liegen nun vor. Demnach führte ein Entzündungsprozess im Bereich des Nabels zu einem langwierigen Entzündungsherd im Beckenbereich, der zur Zersetzung der Beckenknochen führte und ursächlich für den anschließenden Bruch war. Eine Heilungsmöglichkeit bestand nicht mehr. Die frei lebende Wisent-Herde im Rothaargebirge besteht nunmehr noch aus 20 Tieren

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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