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Sternsinger im Corona-Winter
Eine Sternlänge Abstand, bitte!

Segnen, singen, Spenden sammeln – geht das auch in Zeiten von Corona? Das Kindermissionswerk hofft, dass auch die 63. Sternsingeraktion im Januar stattfinden kann.
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  • Segnen, singen, Spenden sammeln – geht das auch in Zeiten von Corona? Das Kindermissionswerk hofft, dass auch die 63. Sternsingeraktion im Januar stattfinden kann.
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

js Siegen. „Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben.“ Das Motto, unter dem sich zum Jahresbeginn rund um den Dreikönigstag Kinder auf den Weg durch ihre Dörfer und Stadtteile begeben, um den Segen an die Haustüren zu tragen und in einem Zuge noch Spenden für das Kindermissionswerk zu sammeln, steht im Corona-Winter vor besonderen Herausforderungen. Wird die traditionelle Aktion stattfinden können – oder müssen sich die Sternsinger der alle Lebensbereiche lähmenden Pandemie geschlagen geben?
Erschwerte Bedingungen beim 63. SingenDiesmal solle der Stern „heller denn je leuchten“, erklärt Thomas Römer, Pressesprecher des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ gegenüber der SZ. Unter diesem Leitgedanken möchten die Akteure das 63.

js Siegen. „Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben.“ Das Motto, unter dem sich zum Jahresbeginn rund um den Dreikönigstag Kinder auf den Weg durch ihre Dörfer und Stadtteile begeben, um den Segen an die Haustüren zu tragen und in einem Zuge noch Spenden für das Kindermissionswerk zu sammeln, steht im Corona-Winter vor besonderen Herausforderungen. Wird die traditionelle Aktion stattfinden können – oder müssen sich die Sternsinger der alle Lebensbereiche lähmenden Pandemie geschlagen geben?

Erschwerte Bedingungen beim 63. Singen

Diesmal solle der Stern „heller denn je leuchten“, erklärt Thomas Römer, Pressesprecher des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ gegenüber der SZ. Unter diesem Leitgedanken möchten die Akteure das 63. Dreikönigssingen trotz erschwerter Bedingungen möglich machen. In einem Leitfaden zur Aktion 2021 haben sie die Organisatoren in den verantwortlichen Kirchengemeinden darauf vorbereitet, wie das Sternsingen auch unter strengen Auflagen stattfinden kann, ein entsprechendes Musterhygienekonzept soll helfen. „Sternsingen – aber sicher“, so die oberste Maxime.

Spenden mit dem Apfelpflücker

Wo die Sternsinger unterwegs sind, wird es Einschnitte geben müssen. Vorbereitende Gruppenstunden sind nicht möglich, Alltagsmaske und Handdesinfektionsmittel gehören so selbstverständlich zur Ausrüstung wie Stern, Singstimme und Sammeldose. Gesungen wird nur draußen, möglichst leise. Zum Transport sollen die Gemeinden prüfen, ob Kleinbusse oder Planwagen organisiert werden können. Senioren- und Pflegeheime können nicht besucht werden. Bargeldloses Spenden, zur Not mit einem Apfelpflücker, soll ermöglicht werden. Ganz wichtig, die Faustregel des Jahres: Es gilt, stets „eine Sternlänge Abstand“ zu halten.

Einige Gemeinden überlegen noch 

Ob und inwiefern in den kommenden Tagen noch strengere Reglementierungen kommen werden, muss noch abgewartet werden. Nicht alle Gemeinden haben sich daher schon festgelegt, wann und wie sie Caspar, Melchior und Balthasar aussenden werden. Andere versuchen, die Aktion so gut wie es geht durchzuziehen. Was möglich ist, soll umgesetzt werden.

Wer besucht werden will, meldet sich an 

Die Sternsinger der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Siegen etwa werden vom 4. bis 6. Januar unterwegs sein. Diesmal aber werden ausschließlich diejenigen Menschen besucht, die sich vorher angemeldet haben – das geht über Listen, die in den Kirchen ausliegen. „Wir sind in diesem Jahr früher dran als gewöhnlich“, sagt Wolfgang Wagener, der seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den Organisatoren in Siegen gehört. „Die Kinder sind nicht so einfach zu erreichen wie sonst.“ Schließlich sei der ansonsten übliche Kontakt über die Gottesdienste erschwert. „Mal sehen, wie die Leute es annehmen.“ Die Gemeinde wolle zudem mit Infoständen an neuralgischen Punkten auf die Aktion aufmerksam machen, die in diesem Jahr Kinder in der Ukraine unterstützen wird.

Singen mit Abstand

Auch im Pastoralverbund Südliches Siegerland sollen die Sternsinger kommen – „auch in Corona-Zeiten“, wie es im Pfarrbrief voller Optimismus heißt. Klar, dass auch hier die Hygienevorgaben erfüllt sein müssen. Privaträume und Wohnungen werden nicht betreten, gesungen wird mit dem nötigen Abstand. Wo der nicht einzuhalten ist, wird zum Mund-Nasen-Schutz gegriffen.
Beim Pastoralverbund Wittgenstein steht laut Gemeindereferentin Barbara Marburger noch nicht ganz fest, ob und wie das Sternsingen stattfinden kann. „Wir möchten sehr gerne an dieser schönen Aktion festhalten – gerade in diesem Jahr, wo die Menschen so viel zu Hause bleiben müssen.“ Die Organisatoren prüfen derzeit, wie dies laufen könne.

Erfahrene Sternsinger in Krombach

Im nördlichen Siegerland sollen die Sternsinger in einigen Gemeinden auf Tour gehen, teilt der Pastoralverbund auf seiner Website mit. In Krombach jedoch fiel die Entscheidung für eine Alternative: „Wir haben einzelne, erfahrene und ältere Sternsinger angesprochen, ob sie zu Besuchen an den Türen bereit sind. Wer den Besuch dieser Sternsinger am Samstag, den 9. Januar, auch unter Corona-Bedingungen wünscht, kann sich in eine in der Kirche ausliegende Liste eintragen“, teilt die Gemeinde mit. Die Unsicherheit in den Organisationsteams ist unterschiedlich stark ausgeprägt, weiß Thomas Römer vom Kindermissionswerk. Er sei jedenfalls begeistert, dass so viele Mitstreiter sagten: „Wir wollen etwas tun!“ Gerade in dieser Zeit sei dies wichtig, die Länder der „Einen Welt“ würden die Folgen der Corona-Krise noch viel deutlicher zu spüren bekommen als die Mitteleuropäer. „Wir wollen die Kinder gerade in dieser Zeit nicht im Regen stehen lassen.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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