Eine Sternstunde im Jazzclub Oase

Die Mike Stern Group spielte vor ausverkauftem Haus Jazz und Rock vom Feinsten

maha Siegen. Er gilt als einer der ganz großen Gitarristen seiner Generation: Mike Stern. Geboren im Jahr 1953 in Washington, kann der Bebop-Rocker heute auf eine 41-jährige Karriere zurückblicken, in der sich die Höhepunkte wie Perlen an einer Kette aneinander reihen. Blood, Sweat & Tears, Billy Cobham, Jazzikone Miles Davis, Bass-King Jaco Pastorius, David Sanborn: Mike Stern hat bereits mit so ziemlich allen Jazzgrößen seiner Zeit auf einer Bühne gestanden.

Im Rahmen seiner Welttournee machte der sympathische Gitarrenvirtuose am Freitagabend auch Station in der Krönchenstadt – genauer gesagt: im Jazzclub Oase, bei ausverkauftem Haus. Nur einen Abend später stand er schon wieder in Paris im Scheinwerferlicht. Auch in Siegen zeigte er eine mitreißende Show. Ohne große Schnörkel, ohne viel Brimborium – bei der Mike Stern Group steht von der ersten bis zur letzten Sekunde ausschließlich die Musik im Mittelpunkt. Zum Glück. Denn in einer Zeit, wo vermeintlich gute Konzert immer häufiger an einer imposanten Lightshow gemessen werden, ist es gut zu sehen, dass es auch noch ohne geht. Kraftvoll, dynamisch, fesselnd, gefühlvoll: Die Arrangements, mit denen Mike Stern und seine Group – Bob Franceschini (Sax), Anthony Jackson (E-Bass), Lionel Cordew (Drums) – ihr Publikum rund um den Globus verwöhnen, sind Jazz und Rock in Perfektion. Durch seinen Background im Rock- und Bluesbereich sind in Sterns Stil deutliche Bezüge auf B.B. King, Albert King, Jimi Hendrix und Eric Clapton hörbar. Allerdings wäre er nicht Mike Stern, würde er der Musik nicht immer wieder seinen eigenen unverwechselbaren Stempel aufdrücken.

Ohne die Leistung der unzähligen Top-Acts in der 25-jährigen Oase-Tradition schmälern zu wollen, kann man den vergangenen Freitag als eine Sternstunde im renommierten Jazzclub bezeichnen. Getreu seinem Motto »Life is A Lot Like Jazz... It’s Best When You Improvise« (Das Leben ist oft wie Jazz... Am besten improvisiert man) entführte er seine begeisterten Zuschauer in eine Welt atemberaubender Riffs, eingängiger Rhythmen und satter Beats. Mit viel Phantasie, Frische und Herzblut spielte das Quartett – als gebe es kein Morgen. Dabei überzeugten die dargebotenen Klassiker genauso wie die neusten Stücke von der im August veröffentlichten Soloscheibe »Who Let The Cats Out?«

Trotz seiner Ausnahmerolle stellte sich Mike Stern niemals in den Mittelpunkt. Anerkennend feierte er seine musikalischen Mitstreiter nach ihren Soli, die er gerne von einem Stuhl am Bühnenrand verfolgte und feuerte das Publikum spontan zum Applaudieren an. Mike Stern – dieser Mann l(i)ebt Musik.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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