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Ein Jahr länger Kita?
Einige Eltern fürchten Lockdown-Folgen

Eltern fürchten, dass ihre Kinder aufgrund des Lockdowns noch nicht bereit sind für die Schule. Alle Kinder, die am 1. August sechs Jahre alt sind, sollten an einer Grund- oder Gemeinschaftsschule angemeldet werden.
  • Eltern fürchten, dass ihre Kinder aufgrund des Lockdowns noch nicht bereit sind für die Schule. Alle Kinder, die am 1. August sechs Jahre alt sind, sollten an einer Grund- oder Gemeinschaftsschule angemeldet werden.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

gro Siegen. Seit über einem Jahr lebt Deutschland jetzt unter Pandemiebedingungen. Das geht natürlich auch an den Kleinsten nicht spurlos vorbei. Für viele von ihnen war und ist dies keine einfache Zeit. Die Kita konnte nicht wie gewohnt besucht werden und auch die geliebten Spieletreffen waren nur bedingt möglich. Nun steht die Einschulung vor der Tür. Eltern machen sich jetzt zunehmend Sorgen, ob ihr Kind trotz der erschwerten Bedingungen wirklich schulreif ist. Die SZ hat sich bei Kindertagesstätten und Kinderarztpraxen umgehört. Hier und da gebe es zwar Zweifel – im Großen und Ganzen seien die neuen Schulkinder jedoch fit für die Schule, so die Rückmeldungen.

gro Siegen. Seit über einem Jahr lebt Deutschland jetzt unter Pandemiebedingungen. Das geht natürlich auch an den Kleinsten nicht spurlos vorbei. Für viele von ihnen war und ist dies keine einfache Zeit. Die Kita konnte nicht wie gewohnt besucht werden und auch die geliebten Spieletreffen waren nur bedingt möglich. Nun steht die Einschulung vor der Tür. Eltern machen sich jetzt zunehmend Sorgen, ob ihr Kind trotz der erschwerten Bedingungen wirklich schulreif ist. Die SZ hat sich bei Kindertagesstätten und Kinderarztpraxen umgehört. Hier und da gebe es zwar Zweifel – im Großen und Ganzen seien die neuen Schulkinder jedoch fit für die Schule, so die Rückmeldungen. Denn Rückstellungen vom Schulbesuch seien nur in Ausnahmefällen sinnvoll, etwa bei Kindern mit größerem Förderbedarf oder chronischen Erkrankungen.

Viel weniger Schuleingangsuntersuchungen

Der ideale Zeitpunkt für die Einschulung sei laut der Experten von Kind zu Kind verschieden. Aus diesem Grund gebe es eine Schuleingangsuntersuchung. Diese konnte aufgrund der Pandemie-bedingten Lage jedoch nicht wie gewöhnlich stattfinden. Laut dem Pressesprecher des Kreises Siegen-Wittgenstein, Torsten Manges, werden bei uns in diesem Jahr 2699 Kinder eingeschult. Davon haben allerdings nur 386 Schulkinder eine Schuleingangsuntersuchung mitgemacht. „Es wurden zuallererst die Kinder untersucht, bei denen eine besondere Notwendigkeit vorlag“, so Manges. Bei diesen Kindern wurde beispielsweise ein erhöhter Förderbedarf vermutet. „Bei den anderen Kindern ging man von einer normalen Entwicklung aus“, erklärt Manges. Eine Untersuchung sei bei diesen Kindern nicht zwingend notwendig gewesen. Wenn die pandemische Lage es zulässt, möchte der Jugendärztliche Dienst ab September mit den Schuleingangsuntersuchungen für das nächste Jahr starten. „Man fängt dann mit den ältesten Kindern an, damit alle Kinder im selben Alter untersucht werden“, so Manges.

Kaum Entwicklungsverzögerungen

Dagmar Eilert, Leiterin im Familienzentrum Kunterbunt in Kaan-Marienborn, hat trotz der teils fehlenden Schuleingangsuntersuchung bei ihren Schulkindern kaum Entwicklungsverzögerungen wahrgenommen, wie sie der SZ berichtet.

Wir haben im nächsten Jahr 26 Schulanfänger. Hier bewegen sich die Kinder schon auf unterschiedlichen Entwicklungsfeldern.
Dagmar Eilert
Leitung des ev. Familienzentrums Kunterbunt

„Für die jetzigen Schulkinder wurden auch seitens der Eltern keine Bedenken geäußert“, so Eilert gegenüber der SZ. Sie und ihre Kollegen hätten jedoch auch während des Lockdowns versucht, ein gutes schulvorbereitendes Angebot auf die Beine zu stellen. „Wir haben den Schulkindern mehrmals die Woche Unterlagen und kleine Hausaufgaben nach Hause geschickt“, berichtet die Kindergartenleitung.
Anders sehe dies bei den Schulkindern für das Jahr 2022 aus. „Wir haben im nächsten Jahr 26 Schulanfänger. Bei ihnen ist es schon auffällig, dass die Kinder sich auf unterschiedlichen Entwicklungsfeldern bewegen“, findet Eilert und betont weiter: „Hier ist in den meisten Fällen das Sozialverhalten das Problem, es fällt ihnen schwer, Regeln einzuhalten. Auch die Gruppenfähigkeit ist nicht so ausgeprägt.“ Das Bildungsverhalten sei jedoch auch bei diesen Kindern sehr gut. „Wir haben bei uns in der Einrichtung allerdings auch ein sehr engagiertes Eltern-Klientel. Das merkt man auch an den Kindern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies in anderen Kitas nicht unbedingt immer der Fall ist“, fügt die Kindergartenleitung hinzu.

Jahr so gut es geht genutzt

Auch im DRK-Kindergarten in Niederdielfen seien alle Schulkinder bereit für die Schule. „Wir haben auch während des Lockdowns die Zeit genutzt, um die Kinder fit für die Schule zu machen“, sagt Leiterin Gabriele Oster. Natürlich sei das Jahr anders verlaufen als üblich. Viele Ausflüge und Kooperationen konnten aufgrund der Pandemie nur bedingt stattfinden. „Dies fanden alle Beteiligten sehr schade. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern. Aber wir haben trotzdem versucht, den Kindern ein schönes letztes Kindergartenjahr zu ermöglichen“, so Oster. Die Rückmeldungen der Eltern waren gerade zum Ende hin auch sehr positiv. „Dies funktioniert natürlich nur mit einem guten und engagierten Team“, weiß Oster.

Keine enormen Auffälligkeiten

Auch bei den U9-Vorsorgeuntersuchungen konnten laut einiger Kinderärzte keine enormen Auffälligkeiten festgestellt werden. „Natürlich gibt es auch Eltern, die sich Sorgen machen und sich bei uns melden“, stellt Sonja Kolb, Medizinische Fachangstelle der Kinderarztpraxis Herder, klar. Dies sei in der momentanen Situation vollkommen normal.

Autor:

Sarah Groos

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