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Supermärkte im zweiten Lockdown
Einkaufswagen werden wohl zur Pflicht

Die heimischen Supermärkte sehen sich für die veränderte Situation nach den gestrigen Corona-Beschlüssen gut gerüstet. In Bad Berleburg wurden schon vor Monaten im Rewe-Markt die Plexiglasscheiben an den Kassen angebracht.
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  • Die heimischen Supermärkte sehen sich für die veränderte Situation nach den gestrigen Corona-Beschlüssen gut gerüstet. In Bad Berleburg wurden schon vor Monaten im Rewe-Markt die Plexiglasscheiben an den Kassen angebracht.
  • Foto: ako (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mir/vö Hünsborn/Bad Berleburg. Keine Frage, der Einzelhandel bleibt geöffnet, ohne Supermarkt läge die Menschheit auch in Südwestfalen brach – ausgenommen die bäuerlichen Selbstversorger.
Aber, aber: Auch die Märkte werden beim erneuten Lockdown nicht ohne Regeln auskommen. Wie punktgenau die definiert werden, dazu gab es am Mittwoch Anhaltspunkte. Zum Beispiel die Maßgabe, pro Kunde müsse rechnerisch ein Platzvolumen von 10 qm zur Verfügung stehen. Um keine Menschenstaus an Milch-Regalen und Fleischtheken entstehen zu lassen.
Wer will das überwachen? Security-Kräfte am Eingang eines jeden Supermarktes werden die Sieger- und Sauerländer, die Westerwälder und Wittgensteiner ab dem 2. November wieder in Kauf nehmen müssen. Vielleicht mit einem Personenzähler in der Hand? Gut denkbar.

mir/vö Hünsborn/Bad Berleburg. Keine Frage, der Einzelhandel bleibt geöffnet, ohne Supermarkt läge die Menschheit auch in Südwestfalen brach – ausgenommen die bäuerlichen Selbstversorger.
Aber, aber: Auch die Märkte werden beim erneuten Lockdown nicht ohne Regeln auskommen. Wie punktgenau die definiert werden, dazu gab es am Mittwoch Anhaltspunkte. Zum Beispiel die Maßgabe, pro Kunde müsse rechnerisch ein Platzvolumen von 10 qm zur Verfügung stehen. Um keine Menschenstaus an Milch-Regalen und Fleischtheken entstehen zu lassen.
Wer will das überwachen? Security-Kräfte am Eingang eines jeden Supermarktes werden die Sieger- und Sauerländer, die Westerwälder und Wittgensteiner ab dem 2. November wieder in Kauf nehmen müssen. Vielleicht mit einem Personenzähler in der Hand? Gut denkbar. Bei 50 Kunden müsste je nach Größe Schluss sein, der Rest muss draußen warten.

Ansteckungsgefahr wächst ständig

Volker Treude, Geschäftsführer der Wittgensteiner Rewe-Märkte in Bad Berleburg und Bad Laasphe, nimmt die Situation professionell: „Wir müssen mit dem leben, was da ist. Es gibt keine Auswahlmöglichkeit.“
Die Ansteckungsgefahr wachse ständig, so der Unternehmer, „deshalb müssen wir uns selbst Beschränkungen auferlegen“. Dass dies in seinen Märkten bereits seit Bekanntwerden der Corona-Pandemie intensiv umgesetzt werde, halte er für selbstverständlich. In welcher Form besagte Beschränkungen jetzt zu erfolgen hätten, liege im Ermessen der Regierung.

Endlich einheitliche Maßnahmen

In den Dornseifer-Märkten zwischen Olpe, Siegen und Gummersbach sind die Verantwortlichen bereits seit vergangener Woche dabei, die Lage neu zu analysieren. In allen Märkten werde geschaut, was zu tun sei, sagt einer der Juniorchefs, Jörg Dornseifer. Dass es jetzt einheitliche Maßnahmen gebe, sei ein Vorteil und besser abgestimmt als im Frühjahr. Dornseifer: „Wir sind in sechs Landkreisen aktiv, da hilft das doch sehr.“ Man sei gut vernetzt in der Branche und könne dadurch auf alle Eventualitäten schnell reagieren.
„An der Einkaufswagenpflicht in den Märkten wird wohl kein Weg vorbeiführen“, da ist sich Dornseifer sicher: „Das müssen wir wieder scharf durchziehen.“ Allerdings habe das auch schon zu Ostern wunderbar funktioniert, deshalb erwartet Jörg Dornseifer in der Advents- und Weihnachtszeit keine kritischen Beeinträchtigungen für Kunden und Mitarbeiter.

Augenmaß beim Einlass

Sollte es Reglementierungen geben, die Zahl der gleichzeitig einkaufenden Kunden in einem Markt zu beschränken, sieht Dornseifer dies jetzt nicht als absolut dramatisch an. In der Vergangenheit habe das bekannte Familienunternehmen bereits beim „scharfen Einlass“ auf Augenmaß gesetzt. „Das werden wir jetzt auch wieder so handhaben und vielleicht neu definieren“, ist er überzeugt, für alle Betroffenen machbare und überzeugende Lösungen anbieten zu können: „Wir haben mehr als genug getan gegen die Eindämmung des Coronavirus.“

Gastronomie und Veranstalter "bluten"

Zurück zu Volker Treude aus Wittgenstein: Privat vertritt er durchaus die Meinung, „es ist mehr als nur schade, dass die Gastronomie und die Veranstaltungswirtschaft erneut so extrem bluten sollen“. Volker Treude kennt nach eigenem Bekunden viele Betriebe aus der Branche. Er könne nur so viel sagen, dass dort die vorgebenen Regeln auch tatsächlich alle eingehalten werden. Das klingt nach Unverständnis, warum der Bund und die Länder so einschneidende Maßnahmen gerade in dem Lebensbereich der Bürger verordnen und auch noch Akzeptanz bzw. Einsicht wünschen.

Der Mittelstand leidet

Treude will sich kümmern und alle Verordnungen zunächst genau ansehen, so der Wittgensteiner. Auf den ersten Blick kommt er allerdings zu der Feststellung, dass die jetzt beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vornehmlich auf dem Rücken des Mittelstandes und der Kleinstunternehmer ausgetragen werden: „Über diese Gewichtung lässt sich diskutieren.“ Wenn dann aktuell in Bad Berleburg eine Großbaustelle eingerichtet sei, bei der Bauzeiten nicht eingehalten und Planänderungen nicht kommuniziert würden, dürfe sich niemand wundern, wenn die Betriebe vor Ort Probleme bekämen.

Kleine Läden könnten Probleme bekommen

Sollte tatsächlich eine Kennzahl von 10 qm pro Kunde auch in kleinen Läden Realität werden, bekommen die Inhaber massive Probleme. Zu den Betroffenen zählt zweifelsfrei Edeka Schuh in Siegen an der Nordstraße – einst bekannt als einziges Geschäft mit Sonntagsöffnung. Im Laufe des Nachmittags traf die SZ Juniorchef Martin Schuh ausgerechnet mitten beim Kassieren an: „Ich habe mir dazu abschließend noch keine Gedanken gemacht. Mal schauen, was passiert und was möglich ist. Wir erwarten eine Mitteilung vom Verband.“

Die heimischen Supermärkte sehen sich für die veränderte Situation nach den gestrigen Corona-Beschlüssen gut gerüstet. In Bad Berleburg wurden schon vor Monaten im Rewe-Markt die Plexiglasscheiben an den Kassen angebracht.
In den Dornseifer-Märkten gelten seit dem ersten Lockdown weiterhin die Abstandsregeln. Die im Sommer mit sinkenden Coronazahlen verbundenen Lockerungen werden fallen, pro Person wird ein Einkaufwagen bestimmt Pflicht sein.
Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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