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Schwächt Corona das Vertrauen in die stationäre Pflege?
Einrichtungen in der Region widersprechen dem Trend

Das Pflegeheim als bester Ort der Obhut für Senioren: In Nordrhein-Westfalen scheinen einige Menschen diesen Glauben zu verlieren. In unserer Region sind die Einrichtungen entgegen dem Trend aber weiterhin fast komplett ausgelastet.
  • Das Pflegeheim als bester Ort der Obhut für Senioren: In Nordrhein-Westfalen scheinen einige Menschen diesen Glauben zu verlieren. In unserer Region sind die Einrichtungen entgegen dem Trend aber weiterhin fast komplett ausgelastet.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

pm Siegen. Seit Beginn der Corona-Pandemie kommt es bundesweit immer wieder zu Virus-Ausbrüchen in Seniorenheimen. Die Bewohner zählen zu den Hochrisiko-Patienten, laut Bundesgesundheitsministerium sind mittlerweile rund 5000 Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Führt das zu einem Vertrauensverlust in der Bevölkerung?
Die Zahlen von „Heimfinder NRW“ könnten diese Vermutung nahelegen, denn nachdem im März 2020 landesweit noch rund 450 freie Dauerpflegeplätze zur Verfügung standen, waren es am Mittwoch gut 3200. Die Leitungen heimischer Einrichtungen widersprechen diesem Trend jedoch. Die Auslastung ist wie gewohnt – fast bei 100 Prozent.

pm Siegen. Seit Beginn der Corona-Pandemie kommt es bundesweit immer wieder zu Virus-Ausbrüchen in Seniorenheimen. Die Bewohner zählen zu den Hochrisiko-Patienten, laut Bundesgesundheitsministerium sind mittlerweile rund 5000 Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Führt das zu einem Vertrauensverlust in der Bevölkerung?
Die Zahlen von „Heimfinder NRW“ könnten diese Vermutung nahelegen, denn nachdem im März 2020 landesweit noch rund 450 freie Dauerpflegeplätze zur Verfügung standen, waren es am Mittwoch gut 3200. Die Leitungen heimischer Einrichtungen widersprechen diesem Trend jedoch. Die Auslastung ist wie gewohnt – fast bei 100 Prozent.

Kein Leerstand in der Region

„Richtigen Leerstand haben wir nicht“, erklärt Petra Thomä-Steiner, Leiterin des AWo-Seniorenzentrums Erndtebrück, auf SZ-Anfrage. Christian Groth, Einrichtungsleitung der DRK-Stiftung Freier Grund, bestätigt ebenfalls: „Grundsätzlich sind wir immer gut und voll belegt. Das ist auch in diesen Zeiten nicht anders.“ Auch die Häuser Obere Hengsbach und Höhwäldchen in Wilnsdorf, beide der Diakonischen Altenhilfe zugehörig, melden in dieser Woche komplette Auslastung.Ein Blick auf die Karte von „Heimfinder NRW“ weist Südwestfalen folgerichtig, was freie Plätze angeht, zwar nicht als gänzlich weißen Fleck aus, eine Häufung der Leerstände ist aber eher in anderen Regionen wie dem Ruhrgebiet zu beobachten. Doch wie kommt das zustande? Das NRW-Landesgesundheitsministerium äußerte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur die Annahme, dass viele Familien mit Pflegebedürftigen die Suche nach einem Pflegeplatz aufschieben, um die Entwicklungen in der Pandemie abzuwarten.

Keine erhöhte Nachfrage nach häuslicher Pflege

Passend dazu erklärte Andrea Lippmann, Vorsitzende des Landesverbands freie ambulante Krankenpflege NRW, dass sich die schon vor Corona angespannte Lage noch einmal deutlich verschärft habe. „Uns rufen oft die Sozialdienste der Kliniken verzweifelt an, weil sie keinen Pflegedienst mit freien Kapazitäten finden“, so Lippmann, die selbst in Düsseldorf einen Pflegedienst betreibt.
Auch diese Zunahme der Nachfrage ambulanter Dienste lässt sich jedoch nicht auf die heimische Region übertragen. „Ich kann nicht bestätigen, dass es eine erhöhte Nachfrage nach häuslicher Pflege gibt. Die Nachfrage ist hoch, aber konstant hoch. Es fehlen einfach noch immer Pflegekräfte, das ist aber kein Problem von Corona“, sagt Marcus Sting, Pressesprecher des DRK-Kreisverbands Siegen-Wittgenstein.

Vertrauen ist da

Also zurück zu den Pflegeheimen. Auch wenn die heimischen Einrichtungen sich sehr gut halten, ist der landesweite Trend durch die Zahlen deutlich belegt. Doch wie kommt dieser zustande? „Wir hatten bisher zum Glück keine Corona-Infektionen im Haus, aber vielleicht gibt es doch den einen oder anderen, der in diesen besonderen Zeiten ein Restrisiko in Pflegeheimen sieht“, glaubt Petra Thomä-Steiner.Dieser Vermutung widerspricht Christian Groth, in dessen Einrichtung es im November 2020 einen Corona-Ausbruch gegeben hatte. „Die einzige Erklärung, die ich habe, ist, dass ganz viele Leute zurzeit zu Hause im Home Office sind und ihre Angehörigen selbst pflegen“, so der Einrichtungsleiter der DRK-Stiftung Freier Grund. „Wir spüren aber nach wie vor das Vertrauen der Angehörigen und ich bin auch fest davon überzeugt, dass niemand Angst haben muss.“

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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