Eistüten-Streit geht weiter

 Die Eistüte von Riccardo Bono hat sogar schon eine Online-Petition ausgelöst. Foto: Christian Hoffmann

ch - Erneut hat Eisdielen-Besitzer Riccardo Bono Post aus dem Rathaus der Krönchenstadt erhalten: Wie im Vorjahr fordert die Stadtverwaltung ihn schriftlich und mit Nachdruck auf, seine knallbunte Eistüte vor dem Al Teatro zu entfernen – unverzüglich, die Frist läuft am 20. Mai ab. Doch Bono denkt mit Blick auf die seit einem Jahr währende Provinzposse gar nicht daran.

Er argumentiert: „Seit Monaten warte ich auf einen Kompromissvorschlag, mit dem ich meinen Werbeträger im Sinne des ,Handbuchs für den öffentlichen Raum’ in die Fassade meines Cafés integrieren kann.“ Stadtbaurat Michael Stojan habe dem Gastronom persönlich zugesagt, dass ein Verwaltungsmitarbeiter einen Vorschlag samt Visualisierung liefern werde – „doch bis heute habe ich weder einen Brief oder eine E-Mail erhalten, auch ist in dieser Sache niemand hier vorbeigekommen“, sagt Bono. Dies sei einfach keine Art, miteinander zu kommunizieren.

Also bleibt er stur. Dabei sollte der Drops längst gelutscht, sprich: der Konflikt gelöst sein. Zur Erinnerung: Bereits im Sommer 2015 hatte die Verwaltung die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens wegen Verstoßes gegen das Straßen- und Wegegesetz gegen den Eisdielen-Besitzer angedroht. 200 Euro Bußgeld und 500 Euro Zwangsgeld standen im Raum.

Die Vorwürfe damals wie heute: Der 60-Jährige habe noch immer keinen Antrag zur Nutzung der öffentlichen Fläche auf dem Scheiner-Platz gestellt, auf dem Bono von März bis Oktober Stühle und Tische für seine Gäste platziert. Und: Bono habe seine Kunststoff-Eistüte – ein nach dem Handbuch verbotener Werbeträger – nicht entfernt. Trotz Aufforderung durch die Kommune.

Formal möchte sich Riccardo Bono gar nicht um den öffentlichen Raum streiten; so zahlt er denn selbstverständlich Jahr für Jahr den fälligen Betrag für die Sondernutzung. Ihm geht es ums Prinzip. „Die Eistüte, die bei Familien als Fotomotiv sehr beliebt ist, zeigt jedem von weitem, was wir verkaufen. Sie hat Signalwirkung und ist für das Anziehen von Kunden unverzichtbar“, sagt Bono. Soll sie verschwinden, brauche es eine Alternative: „Darüber lässt sich reden.“ 

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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