Ejot mit gutem Beispiel

 Die Berleburger Ejot-Gruppe wird als erstes Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland stufenweise Wochenarbeitszeit und Vergütung auf West-Niveau angleichen. Das Foto zeigt den Ejot-Standort in Tambach-Dietharz – im Hintergrund mit dem Anbau einer neuen Produktionshalle. Foto: Unternehmen
  • Die Berleburger Ejot-Gruppe wird als erstes Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland stufenweise Wochenarbeitszeit und Vergütung auf West-Niveau angleichen. Das Foto zeigt den Ejot-Standort in Tambach-Dietharz – im Hintergrund mit dem Anbau einer neuen Produktionshalle. Foto: Unternehmen
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sz - Als erstes Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland wird die Firma Ejot mit Stammsitz in Bad Berleburg für seine Beschäftigten am Produktionsstandort in Tambach-Dietharz in Thüringen Wochenarbeitszeit und Vergütung auf West-Niveau angleichen. Auf einen entsprechenden Haustarifvertrag haben sich die beteiligten Partner IG Metall, Betriebsräte und Arbeitgeber geeinigt.

Bis kommenden Montag, 17. Dezember, läuft die Erklärungsfrist der IG Metall Thüringen, anschließend wird der Haustarifvertrag dann unterzeichnet. Der Haustarif sieht eine schrittweise Angleichung der Wochenarbeitszeit von 35 Stunden bis zum Jahr 2021 vor, beginnend mit der Absenkung auf eine 37-Stunden-Woche in 2019. Gleichzeitig wird es eine schrittweise Angleichung des Stundenregelniveaus von Ost- auf West-Tarif geben. 28 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung und 25 Jahre nach dem Erwerb des ehemaligen Schraubenwerks Tambach durch die in Bad Berleburg ansässige Ejot-Gruppe sei dieser Schritt kein Gnadenakt, sondern eine Selbstverständlichkeit, betont der geschäftsführende Gesellschafter der Ejot-Gruppe, Christian Kocherscheidt.

Gleiche Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West innerhalb der Ejot-Gruppe zu schaffen, soll auch das Zusammenwachsen innerhalb des Familienunternehmens weiter fördern. „Wir tun etwas, über das viel geredet wird“, sagt die zuständige Personal-Geschäftsführerin Colette Rückert-Hennen. Das Projekt „Transformation Tarifrecht“ sei ein Leuchtturm, der andere Unternehmen ebenfalls dazu motivieren könnte, diesen Prozess aktiv anzugehen, erläutert Colette Rückert-Hennen weiter. Prominente Unterstützung für diesen Schritt erhält die Ejot-Gruppe auch aus der Politik. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sprach am vergangenen Wochenende bei der Jubiläumsveranstaltung „Ejot – 25 Jahre in Tambach-Dietharz“ von einer grandiosen Erfolgsgeschichte: „Ejot ist ein Pfeiler dafür, dass es Thüringen so gut geht.“

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und gleichzeitig auch Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, schreibt: „Die Firma Ejot ist eine der vielen Erfolgsgeschichten in Mittel- und Ostdeutschland und auch eines der positiven Beispiele der Treuhand-Arbeit. Über solche Geschichten sollten wir viel öfter reden, wenn es um den Strukturwandel in den 1990er Jahren geht.“ Mit der Ankündigung, den „West-Tarif“ zu zahlen, sei das Berleburger Unternehmen Vorreiter, aber auch Trendsetter im Wettbewerb um Fachkräfte.

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