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IHK fürchtet Wettbewerbsnachteile
Enorme Auflagen für Schwertransporte

Die Transportfrage ist aus Sicht der IHK Siegen nach wie vor ein gewaltiges Problem.

js Siegen/Bad Berleburg. Nicht allein die Sorge vor den gesetzlichen Neuregelungen, die Genehmigungen von Schwerlasttransporten kompliziert machen und das Warten auf einen Bescheid verlängern und teurer machen, bereiten der Transportbranche und ihren Kunden Sorgen. Der Schuh drückt an mehreren Stellen, wie Hans-Peter Langer, Leiter des für Verkehr und Infrastruktur zuständigen Geschäftsbereichs der IHK Siegen, der SZ erläutert. „Die hohe Auflagendichte ist europaweit einmalig.“ Die Bürokratie sei auf ein Maß angewachsen, das zu Wettbewerbsnachteilen führe.
Warten auf die Schwerlastroute
Auch das Thema Schwerlastroute ist noch immer nicht abgearbeitet im Siegerland.

js Siegen/Bad Berleburg. Nicht allein die Sorge vor den gesetzlichen Neuregelungen, die Genehmigungen von Schwerlasttransporten kompliziert machen und das Warten auf einen Bescheid verlängern und teurer machen, bereiten der Transportbranche und ihren Kunden Sorgen. Der Schuh drückt an mehreren Stellen, wie Hans-Peter Langer, Leiter des für Verkehr und Infrastruktur zuständigen Geschäftsbereichs der IHK Siegen, der SZ erläutert. „Die hohe Auflagendichte ist europaweit einmalig.“ Die Bürokratie sei auf ein Maß angewachsen, das zu Wettbewerbsnachteilen führe.

Warten auf die Schwerlastroute

Auch das Thema Schwerlastroute ist noch immer nicht abgearbeitet im Siegerland. Um den Transport von in der Region produzierten Gütern größeren Kalibers zu ermöglichen, wurden und werden seit 2013 bestehende Bundes- und Landesstraßen ertüchtigt, damit diese auch schwere Lasten bis 299 Tonnen tragen können. Ziel war und ist es, die beiden Binnenhäfen in Duisburg und Gelsenkirchen erreichbar zu machen. Von dort aus besteht die Möglichkeit, die Güter über Wasserstraßen weiter zu bewegen.

Viele Straßen und Brücken halten tonnenschwere Ladungen nicht aus

Bisher nur bis 150 Tonnen befahrbar

Ein Großteil der Route, zu der weder Autobahn noch HTS zählen, ist inzwischen durchgehend befahrbar – allerdings vorerst nur für Gewichte bis 150 Tonnen. „Es wird noch etwa zwei, drei Jahre dauern, bis auch die ganz schweren Brummer über diese Route transportiert werden können“, schätzt Hans-Peter Langer. Verlängert wird diese Route zudem bis Wilnsdorf; nicht auf dem direkten Weg, aber immerhin durchgängig. Etwas skurril wirkt die Streckenführung insbesondere zwischen Kreuztal und Wilnsdorf: Über Hilchenbach, die Kronprinzeneiche, Netphen, das Johannland, Gernsdorf und Rudersdorf schlängelt sich die Route durch die Landschaft, mit zahlreichen Kurven und vielen Höhen und Tiefen.
Dringenden Nachholbedarf sieht Langer auch in der Digitalisierung. Spediteure müssten mit „vorsintflutlicher“ Genehmigungs-Software planen. Diese, so zeigte auch der SZ-Besuch bei der Spedition STL auf der Kalteiche, erfordert viele manuelle Schritte, die eigentlich automatisiert laufen könnten. Das kostet Zeit – und Nerven.

Spezielles Navi soll helfen

Zudem müsse der Gesetzgeber endlich ermöglichen, dass der „digitale Beifahrer“ zum Einsatz kommen könne. Dabei handelt es sich um ein komplexes Navigationssystem, das die genehmigte Schwerlastroute mit all ihren örtlichen Auflagen und Sonderregelungen sowohl visuell als auch akustisch in bis zu 20 Sprachen ausgeben kann. Bislang muss im Führerhaus auf bestimmten Routen mit Doppelbesetzungen gefahren werden. Der in diesen Fällen verpflichtend eingesetzte Beifahrer muss dabei die ganze Strecke Abschnitt für Abschnitt im Blick behalten und dem Fahrer Anweisungen geben. Einen unfreiwilligen Testlauf im Echtbetrieb hat es bereits gegeben: In der Corona-Phase wurde der „digitale Beifahrer“ eingesetzt, da die Mindestabstände zwischen Fahrer und Beifahrer nicht eingehalten werden konnten. Langer: „Wir kämpfen mit unseren Dachverbänden dafür, dass hier eine Dauerregelung gefunden wird.“

Verlust von Arbeitsplätzen 

Nicht nur die Spediteure bekommen die Probleme zu spüren, sondern auch deren Auftraggeber. „Für die wird es richtig problematisch, wenn sie acht Wochen auf eine Transportgenehmigung warten müssen“, erklärt Langer. Sollten die Hindernisse sich durch Auflagen immer weiter summieren, drohe im schlimmsten Fall die Verlagerung von Produktionsstandorten und damit der Verlust von Arbeitsplätzen. „Das gilt es zu verhindern!“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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