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Mutmaßliche Vergewaltigung einer geistig Behinderten
"Entwicklungsstand einer Dreijährigen"

Vor dem Siegener Landgericht ist am Mittwoch der Prozess gegen einen 38-jährigen Mann fortgesetzt worden, der am 12. September 2020 eine geistig behinderte Frau in der Friedrichstraße eingesperrt und vergewaltigt haben soll.
  • Vor dem Siegener Landgericht ist am Mittwoch der Prozess gegen einen 38-jährigen Mann fortgesetzt worden, der am 12. September 2020 eine geistig behinderte Frau in der Friedrichstraße eingesperrt und vergewaltigt haben soll.
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juka Siegen. Vor dem Siegener Landgericht ist am Mittwoch der Prozess gegen einen 38-jährigen Mann fortgesetzt worden, der am 12. September 2020 eine geistig behinderte Frau in der Friedrichstraße eingesperrt und vergewaltigt haben soll. Dabei wurden erstmals Zeugen verhört. Auch der Gynäkologe, der die damals 23 Jahre alte Frau noch nach Mitternacht am Tagabend untersucht hatte, wurde zu dem Übergriff befragt. „Sie ist meiner Meinung nach auf dem Entwicklungsstand einer Dreijährigen“, führte der Arzt aus. Dies decke sich auch mit den Einschätzungen der Mutter. Noch nie habe er eine Patientin gehabt, die in einer solchen Situation so ruhig und entspannt gewesen sei.

„Das zeigt auch, dass ihr die Tragweite nicht bewusst war“, so der Gynäkologe.

juka Siegen. Vor dem Siegener Landgericht ist am Mittwoch der Prozess gegen einen 38-jährigen Mann fortgesetzt worden, der am 12. September 2020 eine geistig behinderte Frau in der Friedrichstraße eingesperrt und vergewaltigt haben soll. Dabei wurden erstmals Zeugen verhört. Auch der Gynäkologe, der die damals 23 Jahre alte Frau noch nach Mitternacht am Tagabend untersucht hatte, wurde zu dem Übergriff befragt. „Sie ist meiner Meinung nach auf dem Entwicklungsstand einer Dreijährigen“, führte der Arzt aus. Dies decke sich auch mit den Einschätzungen der Mutter. Noch nie habe er eine Patientin gehabt, die in einer solchen Situation so ruhig und entspannt gewesen sei.

„Das zeigt auch, dass ihr die Tragweite nicht bewusst war“, so der Gynäkologe. Festgestellt wurden bei der Untersuchungen Blutergüsse am Oberschenkel und am Hals sowie Verletzungen im Intimbereich. „Das dürfte auch sehr wehgetan haben. Sie hat auch gesagt, dass sie das nicht wollte und laut geschrien habe“, berichtete der Arzt.

Mit in leerstehende Wohnung genommen

Laut der Anklage soll Stefan G. die junge Frau gegen 17.30 Uhr vor dem Café Extrablatt angesprochen und anschließend mit in eine leerstehende Wohnung in der Friedrichstraße genommen haben. Eine Darstellung, die von den Aussagen anderer Beobachter unterstrichen wird. Eine Zeugin führte am Mittwoch aus, dass sie das Opfer von der Terrasse eines Restaurants in der Siegener Innenstadt beobachtet habe. „Sie war sehr verhaltensauffällig, daher habe ich sie bemerkt. Sie saß am Boden, hat komische Bewegungen gemacht und wirkte total verstört“, berichtete die junge Frau der Richterin Elfriede Dreisbach.

Später habe sich die Frau auf eine Bank gesetzt. Wenig später habe sich ein Mann dazu gesetzt, die damals 23-Jährige beobachtet, ihr schließlich etwas ins Ohr geflüstert, den Arm um sie gelegt und einen Kuss auf die Wange gegeben. „Ich habe mir da nichts weiter bei gedacht. Sie sahen so vertraut aus, hätten auch ein Paar sein können“, so die Zeugin, die zudem vermutete, die Frau könnte aufgrund ihrer Verhaltensweise auch unter dem Einfluss von Drogen stehen. Hand in Hand sei das Duo dann in Richtung Oberstadt gegangen. Eine weitere Frau, die das Geschehen unmittelbar verfolgte, sagte zudem aus, dass die Mutter der Frau wenige Minuten zuvor in einen Laden gegangen sei und ihre Tochter aufgefordert habe, auf dem Boden sitzen zu bleiben. „Als die junge Frau weg war, kam die Mutter wieder und war ganz panisch“, erklärte die Zeugin.

Zufall, dass Geschehnisse bemerkt wurden

Dass die Geschehnisse, die sich dann wenig später in einer leerstehenden Wohnung in der Friedrichstraße abspielten, überhaupt bemerkt wurden, verdankt die Polizei einem Zufall. Ein Nachbar hatte beim Kochen das Fenster geöffnet, vernahm dabei verdächtige Geräusche. „Ich habe ein Stöhnen gehört. Eine ganz helle Stimme und leise spitze Schreie, das klang wie ein Kind“, berichtete der Zeuge. Es habe sich angestrengt und nicht freiwillig angehört. Der Zeuge rief einen Freund dazu und später die Polizei. „Ich war mir am Anfang unsicher, aber es hat mich einfach stutzig gemacht.“ Die Beamten holten dann zuerst den Mann, dann das Opfer aus dem Zimmer. „Die Kommunikation mit ihr war sehr schwierig“, blickte eine Polizistin zurück. Vieles habe das Opfer auch mit Gesten ausgedrückt. „Was sie aber öfter gefragt hat, war, ob der böse Mann weg sei oder ob er nochmal wiederkommt“, berichtete die Beamtin.

Aussage unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Auch der mutmaßliche Täter sagte am Mittwoch vor dem Landgericht aus, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Verteidiger Jörn Menzel begründete dies damit, dass sein Mandant tiefe und über die Tateinzelheiten hinaus gehende Einblicke liefern würde. Am 19. April wird die Verhandlung fortgesetzt.

Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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