Ermittlerkreise: DNA-Probe im Mordfall Bögerl negativ Spektakulärer Mordfall

Ellwangen (dpa) - Eine DNA-Probe bei dem Festgenommenen im Mordfall Maria Bögerl ist negativ. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen; seine DNA stimme nicht mit der am Tatort gefundenen Erbsubstanz überein.

Der Tatverdächtige hatte zuvor bestritten, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Ellwangen mit.

Zuvor hieß es, der 47 Jahre alte Mann habe angegeben, einen Hass auf die Familie Bögerl gehabt zu haben. Dies teilte ein Polizeisprecher in Ulm mit.

Die Kriminalpolizei kläre derzeit ab, ob es sich bei dem Mann um einen Tatbeteiligten aus der Entführung und Ermordung der Bankiersgattin Maria Bögerl vor sieben Jahren handele. Zur Identität des Verdächtigen und zu Details der Festnahme wollte der Polizeisprecher keine Angaben machen. In der Nacht hatte das BKA getwittert, es habe in einem Mordfall aus dem Jahr 2010 eine Festnahme gegeben.

Der Verdächtige hatte im Juli 2016 im westfälischen Hagen in betrunkenem Zustand zwei Männer angesprochen, den Fall erwähnt und dabei tatrelevante Angaben gemacht. Ganz konkret sagte er, er habe Maria Bögerl erstochen. Die beiden jungen Männer hatten das Gespräch mit einem Handy aufgezeichnet und die Polizei alarmiert.

Der Fall ist einer der bekanntesten ungeklärten Mordfälle in Deutschland: Die Ehefrau des damaligen Heidenheimer Sparkassenchefs war am 12. Mai 2010 aus ihrem Haus entführt und umgebracht worden. Die Täter verlangten 300.000 Euro. Die Übergabe des Lösegelds scheiterte, Anfang Juni fand ein Spaziergänger dann die Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Bögerl, zweifache Mutter, war erstochen worden. Ihr Ehemann tötete sich später selbst. Er war in Verdacht geraten, in den Fall verwickelt zu sein.

Zuletzt hatten die Ermittler bundesweit mit Phantombild und Stimmprobe nach einem Mann gesucht, der die Tat im Juli 2016 vor Zeugen im westfälischen Hagen zugegeben und konkrete Angaben dazu gemacht hatte. «Ganz konkret hat er gesagt, er habe Maria Bögerl erstochen», sagte der leitende Ermittler Michael Bauer von der Polizei in Ulm am Mittwochabend in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst»: «Nach unserer Einschätzung könnte dieser Unbekannte tatsächlich der Mörder von Maria Bögerl sein.»

Den Angaben zufolge hatte der betrunkene Verdächtige den jungen Männern im vergangenen Sommer erzählt, dass er aus Ochsenberg in der Gemeinde Königsbronn in Baden-Württemberg stamme - das liegt nicht weit entfernt vom Tatort. Früher sei er nach eigenen Angaben Angehöriger der Bundeswehr gewesen und habe einen Speziallehrgang bei einer Kompanie für «Psychologische Verteidigung» absolviert, hieß es im Fahndungsaufruf des Bundeskriminalamtes (BKA).

Die Zeugen hatten das Gespräch mit einem Handy aufgezeichnet und den Mitschnitt der Polizei übergeben. Seitdem gehen die Ermittler dieser Spur nach, am Mittwoch wandten sie sich mit der Bitte um Hinweise an die Öffentlichkeit. Am Ende der ZDF-Sendung hieß es bereits, es habe «eine Reihe von Hinweisen» aus dem TV-Publikum gegeben, erste Überprüfungen konkreter Personen seien bereits am Abend angelaufen.

Fahndung des BKA

BKA-Tweet

Das Verbrechen an der Bankiersfrau Bögerl

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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