Ermittlungen gegen Inhaber

 Die ausgebrannte Ruine des ehemaligen Ausfluglokals: Aufgrund der laufenden Ermittlungen ist derzeit völlig unklar, ob hier mittelfristig etwas geschehen wird. Foto: damo
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thor - Zehn Monate nach dem verheerenden Feuer im Ausflugslokal „Haus Tüschebach“ deutet vieles darauf hin, dass die Brandursache nicht in einem technischen Defekt zu suchen ist. Wie Oberstaatsanwalt Rolf Wissen auf Anfrage der Siegener Zeitung erklärte, wird vonseiten der Staatsanwaltschaft Koblenz ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung geführt. Im Visier der Ermittler steht demnach ein 56 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Altenkirchen. „Der Beschuldigte ist verdächtig, in der Nacht zum 25. April 2014 das Wohnhaus nebst Gastronomiebetrieb in Brand gesetzt zu haben“, schreibt Wissen.

Bei dem Verdächtigen soll es sich nach gesicherten Informationen der SZ um den Inhaber des Restaurantbetriebs handeln. Dieser erlitt bei dem Brand eine Rauchgasvergiftung und hatte sich anschließend längere Zeit in einer Klinik aufgehalten. Die anderen Familienmitglieder blieben unverletzt. Der 56-Jährige hatte das Lokal seit 1984 betrieben, bereits 1987 brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder, wurde aber noch im selben Jahr wieder aufgebaut.

Der Oberstaatsanwalt erklärte, dass es in diesem Fall nur einen Verdächtigen gebe. Die Staatsanwaltschaft wolle nun zunächst die polizeilichen Ermittlungen auswerten. Erst in der vergangenen Woche waren die Unterlagen von Betzdorf nach Koblenz geschickt worden. Vorausgegangen waren extrem aufwändige Ermittlungen der Kriminalpolizei. Nach dem Feuer war buchstäblich jeder Stein in der Ruine auf links gedreht worden, neben einem Hubschrauber kam auch ein Brandspürhund zum Einsatz. Die Ermittler hatten sich dabei vor allem auf den ehemaligen Küchenbereich konzentriert. Etliche Spuren wurden anschließend von Experten des Landeskriminalamts ausgewertet.

Schon unmittelbar nach dem Großfeuer war rund um Niederfischbach über die Ursache spekuliert worden. Schon die mit einem Großaufgebot angerückten Feuerwehrleute hatten bei ihrem Eintreffen am Tüschebachsweiher mit der Stirn gerunzelt, schlugen die Flammen doch schon in der kompletten Breite aus dem Haus. „Außergewöhnlich“ nannte das der damalige Wehrleiter Dietmar Urrigshardt. Es sei überhaupt kein Brandherd mehr auszumachen gewesen. Normalerweise würden sich die Flammen vom Ursprung nach und nach in alle Richtungen ausbreiten. Er habe so etwas in 40 Jahren noch nicht erlebt, sagte Urrigshardt seinerzeit. Die Einsatzkräfte mussten ursprünglich davon ausgehen, dass sich noch Menschen in dem Inferno befanden. Alle Bewohner hatten das Gebäude aber rechtzeitig verlassen können.

Wie es nun rechtlich als auch vor Ort weitergeht, ist noch völlig offen. Sollte die Staatsanwaltschaft die Verdachtsmomente bestätigt sehen und Anklage erheben, wird sich der Beschuldigte vermutlich in einem Prozess vor dem Landgericht Koblenz verantworten müssen. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen zwölf Monaten und zehn Jahren.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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