Erndtebrück mit der Punktlandung

 Rund 150 Asylsuchende leben derzeit in Erndtebrück. Kürzlich feierten einige von ihnen ein gelungenes Begegnungsfest mit der Flüchtlingsinitiative. Foto: Björn Weyand
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bw - Die Erndtebrücker Nachbarkommune Netphen musste jüngst eine Zuweisung von sage und schreibe 144 Flüchtlingen auf einmal hinnehmen, weil die Quote für die Unterbringung von Asylbewerbern von über 100 auf rund 68 Prozent abgesunken war. Könnte eine solche Herausforderung etwa auch Erndtebrück drohen? Die Edergemeinde ist ja die einzige Wittgensteiner Kommune, die – weil im Gegensatz zu Bad Berleburg und Bad Laasphe ohne eine Daueraufnahmeeinrichtung für Asylbewerber – Flüchtlinge in eigenen Einrichtungen unterbringen muss. Doch eine solche Welle wie Netphen muss Erndtebrück derzeit nicht fürchten. Denn im Nachgang zu der nicht gerade glücklichen Nachricht für die Stadt Netphen veröffentlichte die Bezirksregierung Arnsberg die Erfüllungsquoten aller Kommunen – somit auch für Erndtebrück. Und siehe da: Die Gemeinde schafft eine Punktlandung von 99,87 Prozent. Die Städte und Gemeinden, die nach dem gegenwärtigen Stand eine Erfüllungsquote von über 90 Prozent haben, bekommen aktuell keine Flüchtlinge zugewiesen.

Die Gemeindeverwaltung nimmt diese Zahl allerdings nur zur Kenntnis und will zumindest nach außen hin keine Entspannung signalisieren. Wie die derzeitige Erfüllungsquote für die Unterbringung von Asylbewerbern tatsächlich einzuschätzen sei, „scheint aufgrund der weltpolitischen Situation schwer zu beurteilen“, erfuhr die SZ auf Anfrage aus dem Rathaus. Letztlich könne sich aber die derzeitige Erfüllungsquote durch viele Einflussfaktoren verändern und sei somit nur schwer zu bewerten. Aktuell rechnet die Gemeinde Erndtebrück indes nicht mit einer „Zuweisungswelle“. Wie sich die Situation weiter entwickeln werde, sei freilich derzeit nicht einzuschätzen, hieß es weiter. Die letzte Zuweisung von zwei Flüchtlingen in Erndtebrück war am 25. Mai im Rahmen einer Familienzusammenführung. Seit jenem Zeitpunkt sind keine Flüchtlinge mehr eingetroffen. Aktuell seien auch keine weiteren Zuweisungen angekündigt. Insofern muss die Gemeinde aktuell nicht, wie noch bei der Erstellung des Haushalts für das Jahr 2016 befürchtet, noch weitere Unterkünfte schaffen.

Momentan leben in den gemeindeeigenen und in den angemieteten Einrichtungen der Gemeinde Erndtebrück noch 149 Flüchtlinge. Zusätzlich haben zwei Flüchtlinge eine eigene Wohnung angemietet, deren Kosten die Gemeinde übernimmt. Weitere Familien werden in den kommenden Wochen ebenso in selbst angemietete Wohnungen umziehen. Auf die Wohnungssuche legt die Flüchtlingsinitiative Erndtebrück ein besonderes Augenmerk und sucht möblierte Appartements sowie Wohnungen. Wer eine Wohnung vermieten möchte, kann sich auch an die Flüchtlingsinitiative Erndtebrück wenden. Die Kontaktdaten gibt es unter flüchtlingsinitiative-erndtebrück.de, telefonisch sind Mareike Flender unter Tel. (02751) 9202565 oder auch Horst Zepp unter Tel. (02753) 1369 zu erreichen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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