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Streiklisten in Siegen-Wittgenstein
Erneut Streik im öffentlichen Dienst

Auch vor der Siegerlandhalle hatte die Gewerkschaft Verdi gestern eine „Streik-Station“ eingerichtet.
  • Auch vor der Siegerlandhalle hatte die Gewerkschaft Verdi gestern eine „Streik-Station“ eingerichtet.
  • Foto: Michael Roth
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mir Siegen/Olpe. Die Lage an der Streikfront im öffentlichen Dienst hat sich deutlich verschärft, nachdem die Arbeitgeber ein erstes Angebot auf den Tisch gelegt haben: 3,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 36 Monaten und einem halben Null-Jahr. Verdi antwortete daraufhin in Südwestfalen und andernorts mit einem ganztägigen Streik. Der Grund: „Mehr Geringschätzung geht nicht.“
Erstmals führte die Gewerkschaft in Siegen-Wittgenstein eine neue Art des Streiks ein: Alle Streikwilligen wurden morgens an neutrale Orte in ihren Kommunen gerufen, um sich dort in Streiklisten einzutragen und damit die individuelle Teilnahme zu bekunden. Jeder einzeln, jeder mit Abstand, um der Corona-Pandemie keinen weiteren Vorschub zu leisten.

mir Siegen/Olpe. Die Lage an der Streikfront im öffentlichen Dienst hat sich deutlich verschärft, nachdem die Arbeitgeber ein erstes Angebot auf den Tisch gelegt haben: 3,5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 36 Monaten und einem halben Null-Jahr. Verdi antwortete daraufhin in Südwestfalen und andernorts mit einem ganztägigen Streik. Der Grund: „Mehr Geringschätzung geht nicht.“
Erstmals führte die Gewerkschaft in Siegen-Wittgenstein eine neue Art des Streiks ein: Alle Streikwilligen wurden morgens an neutrale Orte in ihren Kommunen gerufen, um sich dort in Streiklisten einzutragen und damit die individuelle Teilnahme zu bekunden. Jeder einzeln, jeder mit Abstand, um der Corona-Pandemie keinen weiteren Vorschub zu leisten.

Verdi-Mann Jürgen Weiskirch empfängt Streikende in Neunkirchen

So empfing um 7 Uhr Verdi-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Weiskirch die ersten Streikenden in Neunkirchen am Hagebaumarkt. Sein Kollege Michael Schnippering diskutierte zu der frühen Zeit mit den ersten Streikteilnehmern am Freizeitbad Olpe. Schnippering: „Wir haben heute eine sehr hohe Teilnehmerzahl. Viel mehr Kollegen sind gekommen als zur Kundgebung vor ein paar Tagen an der Bismarckhalle.“
Viele Mitglieder fühlten sich durch das niedrige Angebot der Arbeitgeberseite verärgert, die Konditionen seien geradezu „unverschämt“. „Seit Juni ist sondiert worden, und jetzt sollen es 3,5 Prozent für drei Jahre sein, das darf doch nicht wahr sein“, lautet Schnipperings Kommentar. Bei einer jährlichen Teuerung von 1,5 Prozent bleibe nichts übrig.
An der letzten Station des Streiktags versammelten sich Dutzende an der Siegerlandhalle. Einige trugen sich lediglich ein, andere hatten enormen Redebedarf – zum Beispiel über die Eingruppierungen und die Entgelttabellen.

Etwa 300 Personen beteiligen sich am Streik

„Die Arbeitgeberseite will die Kollegen abstufen und dadurch Geld einsparen. Wir kämpfen seit Jahren gegen diese Versuche. Um so größer ist heute die Enttäuschung über dieses magere Angebot“, sagte Schnippering: „Das ist einzig und allein ein taktisches Angebot, mehr nicht. Mal schauen, ob es am 22. und 23. Oktober bei der Verhandlungsrunde in Potsdam einen Fortschritt geben kann. Ich fürchte, es geht weiter.“
Neben dieser ernüchternden Feststellung erfuhr der Gewerkschaftssekretär aber am Morgen bei all seinen Stationen in Olpe, Freudenberg, Kreuztal, Hilchenbach, Geisweid, Weidenau und Siegen sehr viel Zustimmung. „Weil wir als Verdi zu den Menschen in die Städte und Gemeinden gekommen sind. Die Menschen fühlen sich angesprochen und abgeholt. Der Schutz vor dem Coronavirus hat das erforderlich gemacht“, so Michael Schnippering.
Seiner Schätzung zufolge nahmen gut 250 bis 300 Männer und Frauen an dem ganztägigen Streik teil.

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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