Erneuter Warnstreik am Hamburger Airport

Hamburg (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi hat kurzfristig für Montag zu einem ganztägigen Warnstreik der Bodenverkehrsdienste am Hamburger Flughafen aufgerufen.

«Der Streik soll um 3.00 Uhr beginnen», sagte eine Verdi-Sprecherin am Sonntagabend. Es sei mit Verspätungen und Flugstreichungen zu rechnen, teilte eine Sprecherin des Hamburger Flughafens mit. Details waren zunächst nicht bekannt. Die Bodenverkehrsdienste sind unter anderem für die Flugzeug- und Gepäckabfertigung sowie den Busverkehr zuständig.

Grund für den Warnstreik ist nach Verdi-Angaben das unzureichende Arbeitgeberangebot in der laufenden Tarifrunde mit dem Arbeitgeberverband Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg (AVH).

Die Sprecherin des Flughafens empfahl Reisenden, am Montag «ausreichend Zeit» einzuplanen und ihr Gepäck auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn möglich sollten sie nur mit Handgepäck fliegen. Denn zum Warnstreik sei unter anderem die Flugzeug- und Gepäckabfertigung aufgerufen. Reisende sollten sich außerdem regelmäßig über den Flugstatus informieren und bei Bedarf Kontakt mit der gebuchten Airline aufnehmen.

«Ein unangekündigter 24-Stunden-Warnstreik ist völlig überzogen und unverhältnismäßig», kritisierte Flughafensprecherin Katja Bromm. An dem Airport sind für Montag 388 Flüge geplant, darunter 194 Abflüge und 194 Ankünfte.

Auch von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) kam Kritik. «Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass Verdi seine Interessen auf dem Rücken der Reisenden austrägt [...]», sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. «Einen ganztägigen Warnstreik weniger als zwölf Stunden vorher anzumelden, ist eine Zumutung und zeugt von einem unseriösen Vorgehen.»

Verdi fordert für die fast 1000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste eine monatliche Tariferhöhung von 275 Euro für alle.

Man habe für die nächsten Verhandlungstermine am Montag und Freitag ein überarbeitetes Angebot zugesagt, sagte Christian Noack, Geschäftsführer HAM Ground Handling, welches für Bodenverkehrsdienste am Hamburger Flughafen zuständig ist. «Und wir stehen zu unserem Wort.» Verdi fordere jedoch mehr, als die Bodenverkehrsdienste bei angespannter Marktlage überhaupt erwirtschaften könnten, sagte er. Er kritisierte, der Warnstreik sei zum jetzigen Stand der Verhandlungen überzogen.

Vor rund zwei Wochen hatte ein Streik des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen bereits zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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