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Ostereinkäufe frühzeitig planen
Erst der Hamster – jetzt der Hase

Die Festtage rücken näher – in Zeiten der Corona-Pandemie stellen sie die Supermärkte vor ganz besondere Herausforderungen. Deren Appell lautet daher: „Beginnen Sie mit den Ostereinkäufen schon am Montag!“
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  • Die Festtage rücken näher – in Zeiten der Corona-Pandemie stellen sie die Supermärkte vor ganz besondere Herausforderungen. Deren Appell lautet daher: „Beginnen Sie mit den Ostereinkäufen schon am Montag!“
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  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Siegen. Die kurze Atempause nach den Hamsterkäufen in den Anfangstagen der Coronakrise in unserer Region dürfte für das Personal in den Supermärkten und Discountern schon wieder vorbei sein. Die bedeutenden kirchlichen Feiertage Karfreitag und Ostern stehen bevor. Drei Tage bleiben dann die Geschäfte zu – das verleitet schon in normalen Jahren dazu, die Belastbarkeit der Einkaufswagen auszutesten. Nicht selten auf den letzten Drücker. Die Lebensmittelbranche befürchtet landauf landab trotz der Pandemie mit ihren tiefgreifenden Auswirkungen u. a. auf die Möglichkeiten des zwischenmenschlichen Miteinanders einen Osteransturm der Kunden.

nja Siegen. Die kurze Atempause nach den Hamsterkäufen in den Anfangstagen der Coronakrise in unserer Region dürfte für das Personal in den Supermärkten und Discountern schon wieder vorbei sein. Die bedeutenden kirchlichen Feiertage Karfreitag und Ostern stehen bevor. Drei Tage bleiben dann die Geschäfte zu – das verleitet schon in normalen Jahren dazu, die Belastbarkeit der Einkaufswagen auszutesten. Nicht selten auf den letzten Drücker. Die Lebensmittelbranche befürchtet landauf landab trotz der Pandemie mit ihren tiefgreifenden Auswirkungen u. a. auf die Möglichkeiten des zwischenmenschlichen Miteinanders einen Osteransturm der Kunden.

Einige offene Fragen

Angesichts der verschärften Hygiene- und Abstandsregeln in den Läden könnte das Chaos diesmal das Maß des normalen Wahnsinns noch übertreffen. Es gibt aber auch noch einige unbeantwortete Fragen: Decken sich die Kunden besonders üppig mit Lebensmitteln ein – da ja die Restaurants und Cafés geschlossen bleiben? Wird also in den heimischen Küchen gekocht und gebacken, was das Zeug hält? Wie wirkt es sich andererseits auf das Kaufverhalten aus, dass große Zusammenkünfte nicht stattfinden werden? Verzichten Familien, die von Kurzarbeit betroffen sind, vielleicht ganz auf ein üppiges Festmahl?

"Bitte schon am Montag mit  Einkäufen beginnen"

Familie Dreysse betreibt in Wilnsdorf fünf Rewe-Märkte und appelliert schon seit mehreren Tagen auf der Facebookseite an die Kunden, nicht bis Gründonnerstag oder Karsamstag mit den Einkäufen zu warten. Die Befürchtung: Massenaufläufe, „die unter den gegebenen Umständen nicht zu bewältigen“ sein könnten. „Beginnen Sie mit Ihren Ostereinkäufen bereits am Montag, 6. April“, so die eindringliche Bitte. „Wir können nicht mehr als an die Vernunft der Kunden appellieren“, sagt Kay Dreysse am SZ-Telefon. Zum Glück erweise sich der Großteil der Kundschaft als verständnisvoll hinsichtlich der neuen Abstands- und Hygieneregeln. Wenn alle Einkaufswagen – einer pro Person ist Pflicht – im Umlauf seien, müsse der Kundeneinlass reglementiert werden. Man wisse aber noch überhaupt nicht, wie das Ostergeschäft laufen werde: „Wir nehmen es, wie es kommt!“ Das Wetter an den Feiertagen sei sicherlich ein Knackpunkt. „Wird es Ostern warm und trocken, wird vielleicht viel gegrillt. In welchem Rahmen – auch das wissen wir nicht.“ Karfreitag liege ansonsten traditionell Fisch auf dem Teller, zu Ostern Edelfleisch. Man sei vorbereitet.

Alle Kassen werden geöffnet

Auch in den Dornseifer-Frischemärkten wappnen sich die Teams für die kommende Woche, auch hier wird gehofft, dass die Kunden nicht alle auf den letzten Drücker ihre Einkaufslisten abarbeiten. Mit Blick auf die Abstandsvorschriften, so Jörg Dornseifer, seien derzeit nicht alle Kassen besetzt. Das soll sich vor den Festtagen ändern: Mit Hilfe von weiteren Abtrennungen, die für zusätzliche Sicherheit sorgen. An der Realisierung werde derzeit gearbeitet. Ziele sind natürlich eine Entzerrung im Kassenbereich und eine kürzere Wartezeit. Gründonnerstag und Karsamstag werde dann zusätzliches Personal an den Eingängen eingesetzt. Es soll z. B. im Auge behalten, dass nicht mehr Kunden zur gleichen Zeit im Laden sind als dies der besonderen Situation angemessen und verkraftbar ist.

"Weniger Diskussionsbedarf"

Im Großen und Ganzen, so auch Jörg Dornseifers Eindruck, haben sich die Menschen an die Vorschriften gewöhnt und respektieren sie: „Es gibt deutlich weniger Diskussionsbedarf als noch vor zehn Tagen.“ Schon in den vergangenen Jahren habe sich kulinarisch ein Oster-Trend abgezeichnet: Weg von Rinderbraten und Roulade, hin zum Grillen. Die Einschränkung in der Gastronomie – hier sind ja nur Abhol- und Bringservice möglich – würden sicherlich zu vermehrtem Kochen und Backen daheim führen. Dass große Familienfeiern wiederum ausblieben, werde sich aber wohl auch auf das Kaufverhalten auswirken. Wahrscheinlich könne man ein ganz normales Ostergeschäft erwarten – „aber mit anderen Schwerpunkten“. Gesonderte Einkaufszeiten ausschließlich für die Risikogruppe der Senioren werde man nicht einführen, so Dornseifer. Er empfiehlt in diesem Zusammenhang aber die üblicherweise kundenarmen Zeiten, morgens und abends.

Einkaufswagen als Eintrittskarte und Abstandhalter

Dem Appell, die Ostereinkäufe nicht erst in den letzten Minuten zu erledigen, schließt sich auch André Wagener vom Buschhüttener Edeka-Neukauf an. Darauf werde nun u. a. mit Durchsagen hingewiesen. Der (regelmäßig desinfizierte) Einkaufswagen sei die Eintrittskarte ins Geschäft: Seien keine „Tickets“ mehr verfügbar, müsse draußen gewartet werden. Staus vor der Tür wünscht sich sicherlich niemand und habe es bis jetzt auch noch nicht gegeben: „Die Leute kommen mittlerweile gezielter in den Markt, der Umsatz pro Bon wird höher.“ Hochwertiges Fleisch, eine höhere Anzahl an Obst und Gemüse – das zählt u. a. zu den Standards vor den Feiertagen. Die Standardzutaten für den zu erwartenden heimischen Backeifer vorrätig zu haben, sei eine besondere Planungsaufgabe in diesem Jahr: „Die Hamstereinkäufe wirken noch immer nach. Sie haben das bewährte just-in-time-Bestellsystem aus den Fugen geraten lassen“, sagt er und erwähnt beispielhaft Mehl und Hefe – Artikel, die ja wie das berühmte Klopapier nicht mehr säckeweise aus dem Laden getragen werden dürfen. 

Schokolade  und Co. weniger nachgefragt

Der Verkauf von Ostersüßwaren laufe bislang schleppender als üblich. Eine mögliche Erklärung: Weil Familien sich nicht treffen werden, entfallen auch Dankeschön-Schokolade an die Oma oder der Hase für den Enkel. Schade eigentlich.

Die Festtage rücken näher – in Zeiten der Corona-Pandemie stellen sie die Supermärkte vor ganz besondere Herausforderungen. Deren Appell lautet daher: „Beginnen Sie mit den Ostereinkäufen schon am Montag!“
Pro Kunde ein regelmäßig desinfizierter  Einkaufswagen: Das gilt nicht nur im Wilnsdorfer Rewe.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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