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Gastronomen öffnen die Biergärten
Erst Schnelltest, dann Spargelplatte

Horst und Angela Rzimski nehmen die Herausforderung Wiedereröffnung an.
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  • Horst und Angela Rzimski nehmen die Herausforderung Wiedereröffnung an.
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sabe/vö Siegen/Bad Berleburg. Mit Sonnenschein macht alles Sinn. Das Tische-Rücken, das Security-Spielen, der Schnelltest vorm Schnitzel. Aber mit Siegerländer Regenwetter? Mit Sturm unterm Sonnenschirm und ausgekühltem Süppchen?

Es ist nicht der beste Stern, unter dem der plötzliche Neustart für die heimische Gastronomie steht. Am Sonntag: 90 Prozent Regenwahrscheinlichkeit, sagt die Wetter-App. Aber zumindest ist nach über einem halben Jahr endlich mal wieder einer da, nach dem man greifen kann (siehe Berichterstattung auf Seite 4). Am Sonntag darf die Außengastronomie in Siegen-Wittgenstein wieder öffnen. Wenn auch mit jeder Menge Auflagen: reduzierte Besucherzahl, Negativtest, das Hygiene-ABC von vorne bis hinten durchdekliniert.

sabe/vö Siegen/Bad Berleburg. Mit Sonnenschein macht alles Sinn. Das Tische-Rücken, das Security-Spielen, der Schnelltest vorm Schnitzel. Aber mit Siegerländer Regenwetter? Mit Sturm unterm Sonnenschirm und ausgekühltem Süppchen?

Es ist nicht der beste Stern, unter dem der plötzliche Neustart für die heimische Gastronomie steht. Am Sonntag: 90 Prozent Regenwahrscheinlichkeit, sagt die Wetter-App. Aber zumindest ist nach über einem halben Jahr endlich mal wieder einer da, nach dem man greifen kann (siehe Berichterstattung auf Seite 4). Am Sonntag darf die Außengastronomie in Siegen-Wittgenstein wieder öffnen. Wenn auch mit jeder Menge Auflagen: reduzierte Besucherzahl, Negativtest, das Hygiene-ABC von vorne bis hinten durchdekliniert.

37 Seiten Corona-Schutzverordnung haben sich Horst Rzimski und seine Frau Angela vom Wirtshaus „Schloss-Stüberl“ schon zu Gemüte geführt. Sie wollen vorbereitet sein und nichts falsch machen, wenn das frisch Gezapfte am Sonntag das erste Mal nach „einer gefühlten Ewigkeit“ endlich wieder vor der Siegener Schloss-Kulisse genossen werden darf. „Wir setzen es so um, wie es vorgeschrieben ist“, sagt Rzimski. Ohne Kompromisse. Nur die drei G’s (Genesene, Getestete, Geimpfte) dürfen Platz nehmen.

Schnelltest-Schranke vor dem Eingang

Auch, wenn erste Anrufer bereits versuchten, die Schnelltest-Schranke zu umgehen, um auch ungetestet einen Sitzplatz zu bekommen. „Aber“, Rzimksi schüttelt den Kopf, „daran ist nicht zu denken.“ Vor dem Eingang wird kontrolliert. Am Sonntag ist er auch Security.

"Die Menschen
sind ausgehungert."

Horst Rzimski
Schloss-Stüberl Siegen

Noch bis Donnerstag, sagt er, sei es dem Wirtspaar noch gar nicht klar gewesen, ob sie ihre Außenterrasse mit dem rustikal-bayerischen Charme überhaupt aufschließen wollen. Der Aufwand für die Auflagen sei enorm, die Nachricht über die neuen Möglichkeiten mal wieder viel zu kurzfristig gekommen. Anrufe in der Branche spiegeln das. Nicht überall herrscht Aufbruchstimmung. Die Aktion „Außengastro“ können – oder wollen – nicht alle aus dem Stegreif leisten.

Terrasse wieder mit Leben füllen

Aber, sagt Rzimski, „wir müssen Geld verdienen.“ Vor zwei Jahren kam das Ehepaar aus dem Ruhrpott nach Siegen, wollte sich mit der Selbstständigkeit in ihrem „Schloss-Stüberl“ einen Traum erfüllen. Seit neun Monaten steht die Terrasse jetzt verwaist, am Sonntag darf sie sich – so wurde letztendlich also doch entschieden – wieder mit Leben füllen. „Wir haben diese Macher-Mentalität“, sagt er. „Und für uns war der Schritt nach Siegen die beste Entscheidung. Wir wollen bleiben.“ 30 bis 40 Reservierungen habe er jetzt schon angenommen. Trotz der nass-kühlen Prognosen. Um das Wetter mache er sich zwar Gedanken, er glaubt aber, dass ein paar Regentropfen die Reservierungen nicht platzen lassen. Man habe ja die Schirme. „Und die Menschen sind ausgehungert“, sagt er. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Angestellen vom "Extrablatt" nehmen die Herausforderung Wiedereröffnung an.
  • Die Angestellen vom "Extrablatt" nehmen die Herausforderung Wiedereröffnung an.
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Um am Sonntag mit frischem Spargel – „darauf freuen sich die meisten besonders“ – über den Dächern Siegens sitzen zu können, hätten viele Kunden bereits einen Termin im Testzentrum ausgemacht, weiß Rzimski aus Telefonaten mit Stammgästen.

Also heißt es für ihn und Frau Angela jetzt: arbeiten im Zeitraffer. Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen, den Bierlieferanten bestellen, die Terrasse fegen, die Tische wienern, einkaufen und Zettel zur Kontaktnachverfolgung drucken. Falls das mit der Luca-App nicht klappt.

Information der Öffnung erreichte Gastronomen schleppend

Einmal mehr die Kurzfristigkeit der Entscheidung ist es, die Michael Kelch, Betreiber der Stadt-Schänke in Bad Laasphe, ärgert: „Aber wir sind vorbereitet, wir bekommen Unterstützung beim Testen der Gäste – direkt vor Ort.“ Die Informationen erreichten die Gastronomen dennoch wiederum nur sehr schleppend. Er werde aber am Sonntag in der Bad Laaspher Altstadt definitiv öffnen: „Die Wirtschaft hat ja seit 1. November still gestanden.“ Auch wenn das Wetter eher durchwachsen gemeldet sei und viele Fragezeichen stehen blieben, werde er mit seinem Lokal Flagge zeigen: „Wir melden uns zurück.“ Was im Großen nicht funktioniere, gehe aber im Kleinen ganz hervorragend. Michael Kelch lobt die völlig stressfreie Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Laasphe.

Horst und Angela Rzimski nehmen die Herausforderung Wiedereröffnung an.
Die Angestellen vom "Extrablatt" nehmen die Herausforderung Wiedereröffnung an.
Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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