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Neues Angebot im Kreis
"Erste Hilfe für die Seele"

Zieht sich ein Freund, der normalerweise sehr kontaktfreudig ist, plötzlich zurück, könnte das ein Anzeichen für tiefergehende Probleme sein. In so einer Situation sollte man sich nicht scheuen, das Gespräch mit der- oder demjenigen suchen.
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  • Zieht sich ein Freund, der normalerweise sehr kontaktfreudig ist, plötzlich zurück, könnte das ein Anzeichen für tiefergehende Probleme sein. In so einer Situation sollte man sich nicht scheuen, das Gespräch mit der- oder demjenigen suchen.
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sos Siegen. „Hast Du schon mal an Suizid gedacht?“ Jemandem diese Frage zu stellen, kostet Überwindung und Mut. Zum einen möchte man seinen Freund oder das Familienmitglied nicht vor den Kopf stoßen, zum anderen würde der Fragende möglicherweise mit einer Wahrheit konfrontiert, mit der er gar nicht umzugehen wüsste. Da wäre ein Erste-Hilfe-Kasten mit entsprechendem Handwerkszeug ein guter Begleiter. Doch wo nimmt man diesen her? Um für solche Fälle gerüstet zu sein, bietet das Sozialwerk St. Georg nun gemeinsam mit der Diakonie soziale Dienste und der AWo Kurse an, in denen die „Erste Hilfe für die Seele“ eingeübt wird.

sos Siegen. „Hast Du schon mal an Suizid gedacht?“ Jemandem diese Frage zu stellen, kostet Überwindung und Mut. Zum einen möchte man seinen Freund oder das Familienmitglied nicht vor den Kopf stoßen, zum anderen würde der Fragende möglicherweise mit einer Wahrheit konfrontiert, mit der er gar nicht umzugehen wüsste. Da wäre ein Erste-Hilfe-Kasten mit entsprechendem Handwerkszeug ein guter Begleiter. Doch wo nimmt man diesen her? Um für solche Fälle gerüstet zu sein, bietet das Sozialwerk St. Georg nun gemeinsam mit der Diakonie soziale Dienste und der AWo Kurse an, in denen die „Erste Hilfe für die Seele“ eingeübt wird.

Auf das Verhalten achten

„Es ist im Prinzip ein Kennenlernen der Möglichkeiten, wie man Leute ansprechen kann“, erklärt Projektleiterin Karin Dombrowski vom Sozialwerk zu dem neuen Angebot. Die Grundvoraussetzung ist natürlich: aufmerksam sein. Anzeichen für eine Krise können sein, dass sich jemand anders als sonst verhält, sich zurückzieht oder nicht mehr pflegt. Dann sollte man sich nicht scheuen, die- oder denjenigen darauf anzusprechen. Herauszufinden, ob es sich um am Ende um eine Psychose, Depression oder Angststörung handelt, darum gehe es bei der ersten Hilfe nicht. „Eine Diagnose kann man dann nicht stellen“, betont Karin Dombrowski.

Nicht drängen

„Ich mache mir Sorgen“, könne ein guter Start sein. Zudem solle man Vertraulichkeit zusichern. Wichtig sei auch die Wortwahl: „Wenn jemand suizidal ist, sollte man nicht von Selbstmord oder Freitod sprechen“, erklärt Karin Dombrowski. Das eine sei moralisierend, das andere habe doch einen sehr positiven Klang. egal um welche Krise es sich handelt: Grundsätzlich seien viele froh, endlich über ihre Gefühle sprechen zu können. Wer das Bedürfnis nicht habe, den solle man aber auch nicht drängen, außer der Fall sei akut.

Unterstützungsangebote im Kreis

„Es gibt immer die Angst, etwas falsch zu machen. Aber es ist besser, etwas zu machen als gar nichts“, betont die Projektleiterin. In dem Kurs werde auch erklärt, welche Unterstützungsangebote es im Kreis gibt. „Je mehr Menschen ein bisschen Ahnung haben, desto schneller kann geholfen werden und das Leben nimmt vielleicht einen besseren Verlauf.“

Termine im Herbst

Bisher ist Karin Dombrowski die einzige Instruktorin, ihre zwei Kollegen von AWo und Diakonie werden aber in Kürze geschult – Corona hatte dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf lange Sicht sollen die viertägigen Kurse (insgesamt zwölf Stunden) in allen Kommunen des Kreises angeboten werden. Nachdem intern schon die ersten Workshops abgehalten wurden, finden die ersten „öffentlichen“ Termine in Siegen und Bad Laasphe im Herbst statt. Anmeldungen nimmt Karin Dombrowski unter Tel. (01 71) 3 05 21 52.

Zieht sich ein Freund, der normalerweise sehr kontaktfreudig ist, plötzlich zurück, könnte das ein Anzeichen für tiefergehende Probleme sein. In so einer Situation sollte man sich nicht scheuen, das Gespräch mit der- oder demjenigen suchen.
Projektleiterin Karin Dombrowski (4. v. l.) mit den Teilnehmern eines ersten Kurses (hier Beschäftigte in „Unser Laden“ Berghausen).
Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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