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Corona: Alle Kitas bieten Notbetreuung an
Erzieher sind vor Ort - auch ohne Kinder

In Kindergärten herrscht ein Betretungsverbot. Nur die Kinder dürfen betreut werden, deren Eltern in der sogenannten kritischen Infrastruktur gebraucht werden.
  • In Kindergärten herrscht ein Betretungsverbot. Nur die Kinder dürfen betreut werden, deren Eltern in der sogenannten kritischen Infrastruktur gebraucht werden.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe/nb/soph/sos Siegen/Bad Berleburg/Olpe/Betzdorf. Auch die Schließung der Kindergärten und Kindertagesstätten in ganz NRW bedeutet für die betroffenen Eltern, Kinder, aber auch die Institutionen und deren Mitarbeiter eine große Herausforderung. Aber sie sorgt auch für Überraschungen: In der ev. Kindertagesstätte Bäderborn in Bad Laasphe durfte sich Leiterin Angelika Krämer am Montagmorgen verwundert die Augen reiben. Denn obwohl eine Bedarfsnotgruppe eingerichtet wurde, kam kein einziges Kind. „Wir sitzen hier alleine“, verriet sie. Am Freitag und Samstag habe sie die Eltern informiert, dass deren Schützlinge zu Hause bleiben müssten. Der direkte Draht zu den Eltern – darauf setzt auch die kommunale Kita in Daaden.

howe/nb/soph/sos Siegen/Bad Berleburg/Olpe/Betzdorf. Auch die Schließung der Kindergärten und Kindertagesstätten in ganz NRW bedeutet für die betroffenen Eltern, Kinder, aber auch die Institutionen und deren Mitarbeiter eine große Herausforderung. Aber sie sorgt auch für Überraschungen: In der ev. Kindertagesstätte Bäderborn in Bad Laasphe durfte sich Leiterin Angelika Krämer am Montagmorgen verwundert die Augen reiben. Denn obwohl eine Bedarfsnotgruppe eingerichtet wurde, kam kein einziges Kind. „Wir sitzen hier alleine“, verriet sie. Am Freitag und Samstag habe sie die Eltern informiert, dass deren Schützlinge zu Hause bleiben müssten. Der direkte Draht zu den Eltern – darauf setzt auch die kommunale Kita in Daaden. Am Freitag war jede Familie telefonisch kontaktiert und über die Schließung der Einrichtung am Montag informiert worden. Am Montag gab es noch keine Anmeldungen für den Notbetrieb.

Zwischen null und 13 Kindern pro Kita

Etwas anders das Bild in den Kitas des ev. Kirchenkreises Siegen: Von normalerweise rund 2500 Kindern seien es am Montag 50 gewesen – die Spanne pro Einrichtung liege zwischen null und 13 Kindern, so Öffentlichkeitsreferentin Jasmin Maxwell-Klein. In Siegen-Wittgenstein sind am Montag laut Kreishaus insgesamt „nur sehr wenige“ Kinder in die Kitas gebracht worden, 175 an der Zahl.
Konkrete Zahlen konnte Michael Stratmann, Geschäftsführer der Kita gem. GmbH mit Sitz in Olpe, in deren Trägerschaft insgesamt 51 Kitas im Kreis Siegen-Wittgenstein und Kreis Olpe sind, noch nicht nennen. Es zeichne sich allerdings bereits ab, dass es sich um wenige Kinder handeln werde. Am heutigen Dienstag ist der letzte Übergangstag, um die Betreuungsbedarfe der Eltern abzuklopfen. Eine Notbetreuung ist ab morgen dann nur für Kinder von Eltern, die in der „kritischen Infrastruktur“ gebraucht werden, möglich. Eltern müssen die entsprechenden Bescheinigungen Ihrer Arbeitgeber vorlegen, darauf weist Michael Stratmann nachdrücklich hin. Und die Betonung liegt hier auf dem Plural: Nur, wenn beide Elternteile ein entsprechendes Schreiben ausgestellt bekommen, greift die Notbetreuung. Bei Alleinerziehenden reicht natürlich eine Bescheinigung aus.

Nicht mit der Magen-Darm-Grippe vergleichbar

Zum Thema Notbetreuung findet die Daadener Kita-Leiterin Brita Comisel deutliche Worte. Die Situation sei ganz anders als etwa bei einer „üblichen“ Magen-Darm-Grippe. Bei allem Verständnis für die Eltern und gerade auch Alleinerziehende: „Dieses Mal wird es strenger gehandhabt.“ Montagvormittag gab es noch keine Anmeldungen für den Notbetrieb, aber Comisel verweist auf den Faktor Zeit: „Wir reden hier von fünf Wochen.“ Es könne sein, dass Eltern anfangs die Betreuung selbst stemmen könnten, bald aber in die Bredouille kämen.

Alle Mitarbeiterinnen sind vor Ort

Auch in allen 46 Kitas unter der Trägerschaft des ev. Kirchenkreises Siegen wird es die Möglichkeit der Notbetreuung geben. Alle Mitarbeiterinnen würden normal an ihrem Arbeitsplatz erscheinen, so Jasmin Maxwell-Klein. „Es sollen nicht wieder größere Gruppen entstehen“, erklärte sie die Öffnung aller Kitas im gesamten Kreisgebiet; auch eine „Durchmischung“ der Kinder werde so verhindert. Das betont auch Michael Stratmann: „Wir befolgen selbstverständlich den Erlass des Ministeriums und damit die Empfehlungen der Experten, die bei der Veränderung der Gruppen neue Kontaktnetzwerke befürchten, die die Infektion befeuern.“

Zeit für andere Aufgaben

Um einsatzbereit bleiben zu können, hat sich das Team in Daaden in zwei Hälften aufgeteilt. In einer Woche ist die eine Hälfte in der Kita, in der nächsten die andere, damit im Fall der Fälle nicht alle Erzieherinnen ausfallen. Die Erzieherinnen, die in der Einrichtung sind, werden das aufarbeiten, was im Alltagsstress oft mal zu kurz kommt, wie z. B. Entwicklungsgeschichten von Kindern. Auch die Mitarbeiter in den Kitas des ev. Kirchenkreises Siegen, in die keine Kinder kommen, richten  bis auf Weiteres ihren Fokus auf Bürotätigkeiten. Möglicherweise ergebe sich künftig weiterer Betreuungsbedarf, andernfalls müsse man in den kommenden Wochen schauen, wie weiter verfahren werde, so Maxwell-Klein.

Bisher wird das Angebot offenbar nicht ausgenutzt

Dass die Notbetreuung ausgenutzt werde, dafür gebe es derzeit in ihren Einrichtungen keine Anzeichen; die Eltern versuchten, alternative Betreuungsmöglichkeiten zu finden. Dieses Bild zeigt sich auch in vielen anderen Orten. Im Bäderborn in Bad Laasphe etwa rechnet man damit, dass heute wieder kein einziges Kind vorbeikommen wird.

Keine "Kleingruppen" in Eigeninitiative bilden

Sollten Eltern sich überlegen, mehrere Kinder im Wechsel zu hüten und damit die Großeltern als alternative Betreuungspersonen zu umgehen, so sollten sie davon lieber absehen: „Eine Organisation in ,Kleingruppen’ ist nicht zu empfehlen, da wir Menschenansammlungen vermeiden möchten, um zur Verlangsamung des Corona-Virus beizutragen“, so der Kreis siegen-Wittgenstein.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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