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Anzahl der männlichen Pädagogen in Kitas ist gering
Erzieher sind weiterhin die Ausnahme

Die Grafik zeigt die Entwicklung des männlichen pädagogischen Personals im Kreis Siegen-Wittgenstein. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist die Anzahl fast um die Hälfte geringer.
  • Die Grafik zeigt die Entwicklung des männlichen pädagogischen Personals im Kreis Siegen-Wittgenstein. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist die Anzahl fast um die Hälfte geringer.
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zds Siegen/Bad Berleburg. Mehr Männer in die Kita. Da ist seit Jahren der politische Wunsch die Mutter des Gedankens: 6,6 Prozent Männer gehören heute bundesweit zum pädagogischen Kita-Personal. 2011 waren es 3,8 Prozent. Zuwachs ist also da. Allerdings: Es gibt Unterschiede beim männlichen Drang in die Kindertagesstätte. Im Kreis Siegen-Wittgenstein liegt der Anteil bei 3,5 Prozent. Damit sank er um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. In der Bundesliga Erzieher belegt der Kreis damit derzeit den 303. Platz unter 402 bundesweit erfassten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen. Die niedrigste Quote hat der Kreis Schwandorf in Bayern: 0,8 Prozent. Spitzenreiter ist Flensburg mit 15,9 Prozent.

zds Siegen/Bad Berleburg. Mehr Männer in die Kita. Da ist seit Jahren der politische Wunsch die Mutter des Gedankens: 6,6 Prozent Männer gehören heute bundesweit zum pädagogischen Kita-Personal. 2011 waren es 3,8 Prozent. Zuwachs ist also da. Allerdings: Es gibt Unterschiede beim männlichen Drang in die Kindertagesstätte. Im Kreis Siegen-Wittgenstein liegt der Anteil bei 3,5 Prozent. Damit sank er um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. In der Bundesliga Erzieher belegt der Kreis damit derzeit den 303. Platz unter 402 bundesweit erfassten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen. Die niedrigste Quote hat der Kreis Schwandorf in Bayern: 0,8 Prozent. Spitzenreiter ist Flensburg mit 15,9 Prozent. Selbst wenn, wie in Flensburg rund jede sechste Frau inzwischen durch einen Mann abgelöst wurde, sind Männer weiter eher Exoten in Kindergärten. Allen Regierungsprogrammen und Modellprojekten zum Trotz, die in den vergangenen zehn Jahren liefen.

Unter dem Bundesdurchschnitt

Im Kreis Siegen-Wittgenstein zeigte der Ruf nach mehr Männern nur mäßigen Erfolg: Hier erhöhte sich die Männer-Quote von 2,1 (Jahr 2011) auf 3,5 (Jahr 2019) Prozent. Bundesweit kletterte der Anteil von 2011 bis 2019 von 3,8 auf 6,6 Prozent. Im NRW hat sich die Quote von 3,0 auf 5,3 Prozent entwickelt. Das ändert aber nichts dran, dass die Erziehungstätigkeit in den Kindertageseinrichtungen von Frauen dominiert wird. Aber ist das schlimm? Männer verhalten sich anders als Frauen und können die Kinderbetreuung bereichern. Soweit der allgemeine Konsens. Und der wissenschaftliche Beleg? Die OECD (PISA-Studie) hat in der Studie „Gute Strategie für gute Berufe in der frühen Bildung“ festgestellt: „Es wird zunehmend anerkannt, dass die Beschäftigung männlicher Fachkräfte in der frühen Bildung das Potenzial hat, die Entwicklung und das Lernverhalten der Kinder zu verbessern.“ Sprich: Kinder profitieren, wenn sie auch von Männern erzogen werden. In Norwegen werden deshalb bei gleicher Eignung Männer bevorzugt eingestellt.

Was allerdings voraussetzt, dass auch Bewerber da sind. Allerdings: Das Ansehen des Berufs ist niedrig, das Entgelt auch. „Niedriglöhne, ein geringes Ansehen, fehlende öffentliche Anerkennung, schlechte Arbeitsbedingungen und begrenzte berufliche Entwicklungsmöglichkeiten führen dazu, dass die Personalgewinnung und -bindung sich häufig schwierig gestalten“, fasst die OECD ihre Erkenntnisse zusammen.

Geringe Entlohnung, nicht attraktiv - dann lieber Lehrer?!

Sie zählt in ihrem 60-seitigen Bericht eine ganze Reihe von Maßnahmen auf, die Männer in die Kitas bringen könnte. Höhere Ausbildungsanforderungen und Berufsabschlüsse, um den Status des Berufsfeldes frühkindliche Erziehung zu heben. Höhere Gehälter, um es attraktiver zu machen. Denn die Konkurrenz ist groß. Und der Lehrermangel auch. Was das miteinander zu tun hat?

Wer sich vorstellen kann, im Kindergarten zu arbeiten, kann sich meist auch vorstellen, in der Schule zu arbeiten, ergab eine OECD-Umfrage im Rahmen der PISA-Studie unter 15-Jährigen. Und Männer gehen dann lieber in die Schule als in den Kindergarten.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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