Erzquellweg eröffnet

 Mit vielfältigen Geschichten über den Giebelwald und die Grenzregion wurden die Wanderer von Rudolf Keßler (r.) versorgt. Foto: thor
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thor - Wie das Land, so das Wandern. Frisch. Feucht. Fordernd. Zugegeben, der Spruch ist (halb) geklaut, aber schließlich geht es auch hier um Bier: Bei klassischem Siegerländer Schmuddelwetter wurde am Sonntag der neue Erzquellweg offiziell eröffnet. Es ist dies die 19. Schleife des Natursteigs Sieg, die erste überhaupt des Premium-Wanderwegs im Kreis Altenkirchen. Und dieser Weg hatte eigentlich zur offiziellen Vorstellung einen „Indian Summer“ verdient, stattdessen waren die einzigen bunten Farbtupfer die Regenschirme.

So hatte denn auch Brauerei-Chef Dr. Axel Haas in seiner Begrüßung leicht sarkastisch angemerkt, dass sich Petrus den Termin für den Erzquellweg offenbar irrtümlich auf das vergangene Wochenende gelegt hatte. Doch irgendwann am Nachmittag reifte bei den Organisatoren auch diese Erkenntnis: Vielleicht war dieses Wetter gar nicht mal so schlecht, war doch trotz Dauer-Nieselregens die Resonanz enorm. 

Die Wanderer, die aus dem gesamten Siegerland (und darüber hinaus) angereist waren, erwiesen sich nicht nur als wetterfest, sondern auch als extrem wissbegierig. Zwar machten sich etliche individuell auf den Weg, noch mehr allerdings nutzten die Gelegenheiten, um sich die Besonderheiten des Giebelwalds von einem fachkundigen Führer erläutern zu lassen. Denn wie schon geschrieben: Der Giebelwald behält seine Geschichten und Geheimnisse gerne für sich – es sei denn, man heißt Rudolf Keßler oder Erhard Mengel. Während Keßler, der schon das Büro der Naturregion Sieg maßgeblich bei der Vorbereitung beraten hatte, mit einer großen Gruppe auf dem eigentlichen Erzquellweg unterwegs war, informierte Mengel die Wanderer auf einer verkürzten Strecke.

So erhielten die Wanderer mannigfaltige Informationen über den frühen Bergbau, das Haubergswesen und die Landwirtschaft, ebenso wurden die Besonderheiten dieser Grenzregion nicht ausgespart. Denn beispielsweise trennte nicht nur die Sieg Sayn-Altenkirchen von Siegen-Nassau, sondern auch ein kleines Grenzbächlein am Rabenstollen zwischen Niederschelderhütte und Mudersbach. Gezeigt wurden auch uralte Handelswege, die einst auf die Höhen führten. Es war somit nicht einfach nur eine Wanderung, sondern eine Geschichtsstunde.

Den Hut muss man übrigens vor den Eltern von Simon Schneider (drei Monate alt, Niederschelderhütte), Jolene Gapsa (fünf Monate, Siegen) und Malia von Porta (eineinhalb, Eiserfeld) ziehen. Denn die kutschierten den Nachwuchs über Stock und Stein mit dem Kinderwagen.

Keine Frage: Durch den Erzquellweg ist der „Süden“ wieder ein bisschen enger zusammengerückt – gleichzeitig ist der Druck auf den Kreis Siegen-Wittgenstein deutlich gestiegen, den von Siegburg kommenden Natursteig Sieg nicht mehr in Mudersbach enden zu lassen, sondern – endlich – bis zur Siegquelle fortzuführen. Leider war kein Vertreter aus dem Kreishaus vor Ort. Dass man sich sehr wohl mit Haubergsgenossen einigen kann, zeigt der Erzquellweg.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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