Es geht nur noch um Abwicklung

 Rund um das AWo-Seniorenzentrum in Bad Laasphe hingen am Montag Transparente, mit denen die Bewohner die AWo-Regionalleitung Südwestfalen in eindeutiger Manier „begrüßte“. Foto: Timo Karl  Ein Beleg für den Sanierungsstau: Auf den Dächern fließt das Regenwasser nicht richtig ab. Dies führt zu Schimmel, auch in der Wohnung von Ekkehard Fleter. Foto: Timo Karl
  • Rund um das AWo-Seniorenzentrum in Bad Laasphe hingen am Montag Transparente, mit denen die Bewohner die AWo-Regionalleitung Südwestfalen in eindeutiger Manier „begrüßte“. Foto: Timo Karl Ein Beleg für den Sanierungsstau: Auf den Dächern fließt das Regenwasser nicht richtig ab. Dies führt zu Schimmel, auch in der Wohnung von Ekkehard Fleter. Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

tika - Es ist ein Eindruck, der sich beinahe von Tag zu Tag mehr erhärtet und der ein Gefühl der Ungewissheit hinterlässt. Es geht nur noch um die Ausführung, die Planungen zur Schließung des AWo-Seniorenzentrums in Bad Laasphe scheinen seit Monaten in den Schubladen der Geschäftsführung zu liegen. Die allerdings hat offenkundig nicht mit der massiven Welle des Protests gerechnet, die den Verantwortlichen derzeit um die Ohren fliegt. Nachdem bereits die Mitarbeiter ihrem Unmut mehrfach Luft gemacht haben, solidarisieren sich nun auch die Senioren aus dem betreuten Wohnen öffentlich und protestieren gegen die Schließung.

Der Zeitpunkt dafür war geschickt gewählt – er ist schließlich auch ein Zeichen dafür, dass sie sich von der Informationspolitik der Beschwichtigung nicht beeindrucken lassen. Denn: Am Montagmorgen trafen sich die AWo-Regionalleitung Südwestfalen sowie Einrichtungsleiter Hans-Joachim Mikuszies, um die Abwicklung des Fritz-Heinrich-Seniorenzentrums zu besprechen. „Derzeit bereiten wir Gespräche mit den Mitarbeitern vor, in denen das weitere Vorgehen kommuniziert werden soll. Zunächst planen wir Einzelgespräche, demnächst soll dann eine Mitarbeiterversammlung stattfinden“, erklärte Reinhard Strüwe auf Anfrage der Siegener Zeitung.

Der Leiter des Bereichs Steuerung der Betriebe und Qualitätsmanagement bei der AWo Westliches Westfalen in Dortmund war im Gespräch mit der SZ bemüht, Brisanz aus der Thematik zu nehmen. Und machte Zugeständnisse, an denen sich am Ende die gesamte Arbeiterwohlfahrt messen lassen muss. „Wir wollen bis zur Schließung eine für Jeden verträgliche Lösung finden. Dies bedeutet auch, dass Kündigungen der Mitarbeiter außen vor sind. Wir wollen jedem eine Perspektive bieten“, versprach Reinhard Strüwe – Kündigungen sind demnach nicht ausgesprochen.

Allein, auch ihm war nicht entgangen, dass die Mitarbeiter derzeit ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und sich um eine Weiterbeschäftigung in anderen Einrichtungen bemühen. Unter anderem haben demnach bereits einige Mitarbeiter – aber auch Bewohner – beim Diakonischen Werk Wittgenstein angefragt und nach der Möglichkeit eines Arbeitsverhältnisses beziehungsweise einer Unterkunft in der geplanten Wohnanlage „Lahnblick“ angefragt. Keine konkreten Angaben wollte Reinhard Strüwe im Hinblick auf das AWo-Seniorenzentrum in Erndtebrück machen. Dort war es in der Vergangenheit immer wieder zu personellen Engpässen gekommen. Zugleich ist die Einrichtung nicht ausgelastet. Vermutlich dürften Bewohner aus Bad Laasphe künftig auch in Erndtebrück unterkommen, naheliegend wäre dies auch für Mitarbeiter, die sich eine Weiterbeschäftigung innerhalb der AWo-Strukturen vorstellen können.

Für die Bewohner indes will die AWo ebenfalls sorgen. „Einige Angehörige kümmern sich selbst um eine neue Bleibe. Bei denen, die dies nicht machen, gehen wir auf die Familien zu und reden darüber. Wenn es keine Angehörigen gibt, kümmern wir uns darum“, erklärte der Verantwortliche aus Dortmund. Apropos Bewohner: Die kämpften gegen das scheinbar Unausweichliche – die Schließung des seit 42 Jahren bestehenden Zentrums. Dort hatten sie über Nacht mehrere große Transparente mit Protestparolen an der Außenfassade aufgehängt hatten. Deutlich machten diese eines: Die Bewohner fühlen sich von der AWo im Stich gelassen. Und dies nicht erst seit Bekanntwerden der Pläne.

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