Es gibt nur einen Herrn Fröhlich

Arno Margraf klatschte Lÿz-Besuchern bizarre Musikinstrumente um die Ohren

Siegen. Eigentlich gibt es jemanden wie Herrn Fröhlich in Deutschland gar nicht. Auch wenn er hier und da einen Klassiker »von Heinz« (Erhardt natürlich) einstreut und sein Bühnengehoppel an einen bekannten Ostfriesen erinnert. Bühnentiere wie Herr Fröhlich machen normalerweise im englischsprachigen Raum Theater und Varietés unsicher. Aber mit britischem Nonsense ist das Programm von Arno Margraf alias Willi Fröhlich auch noch nicht exakt genug beschrieben. Musik, Comedy und artistische Momente mixt der Sauerländer zu einem bunten Cocktail, der unterhaltungstechnisch kaum Wünsche offen lässt. Dass nicht jede seiner Schoten ein Volltreffer ist, muss man bei dem Tempo, dass Margraf/Fröhlich vorlegt, wohl akzeptieren. Weiß er aber auch selbst: »Ist doch schön, wenn der Schmerz nachlässt.«

Kalauer verzeiht das Publikum aber nur Könnern. Und Margraf kann. Jonglieren zum Beispiel oder den Körper artistisch verbiegen. Und jemandem, der bizarre Musikinstrumente wie ein transsexuelles Sauerland-Cello, dessen Korpus aus einer Mülltonne besteht, oder eine »Arsch-Geige« spielt, der hat eigentlich schon gewonnen. Das Publikum im Lÿz-Theaterchen war am Dienstagabend jedenfalls begeistert und genoss die Blödelei mit surrealen Tupfern offensichtlich. Wer außer Herrn Fröhlich käme schon auf die Idee, den musizierenden Fußgängerzonen-Inkas mit einer selbst gebastelten Flöte aus Getränke-Tetrapacks Konkurrenz zu machen. Nur der Condor landete leider nicht im Lÿz...

Die Besucher/innen zeigten bei der »Tuppes-Party« durchaus Engagement. Selbst der Mann aus Reihe 1, der vor der befürchteten Salzstangen-Attacke des Künstlers Hals über Kopf in die Pause flüchtete, wagte ein Comeback. Und wurde mit weiteren »Zuckerstückchen« belohnt. Rund um den Running Gag des Vertreters der Briloner Fliegenklatschen-Manufaktur jongliert Herr Fröhlich mit Tischtennisbällen, die sogar Saiten zum klingen bringen, oder spielt auf der aus zahlreichen Gläsern bestehenden Fliegenharfe. Auch wenn nicht jede der speziellen Klatschen ein Brüller ist, manche sind richtig schööön böse. Die Esoterik-Klatsche zum Beispiel, die nur die Aura der Fliege zerstört... Und schon geht es weiter mit rhythmischer Sportgymnastik am Reifen. Gekonnt! Zum guten Schluss bläst der vielfältig talentierte Sauerländer auf einem Gießkännchen »My Way«. Recht hat er. So einen wie Herrn Fröhlich gibt es wirklich nur einmal...

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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