Existenzkampf beginnt

Sonntag ist die »Stunde null«:

Siegen im Abstiegskampf, Erfurt mit Bundesliga-Glanz

geo Siegen. Sonntag ist die »Stunde null« – nach einer Fülle von Nackenschlägen in diesem Winter beginnt für die Fußballer der Siegener »Sportfreunde« in der Regionalliga Süd mit dem Heimspiel gegen den massiv zum Profi-Fußball tendierenden Liga-Krösus Rot-Weiß Erfurt (Anstoß: 15 Uhr) der nackte Existenzkampf. Am Ende wird es nur noch eine Frage und eine Antwort geben: bleibt Siegen in der 3. Liga oder nicht?

Der nicht zu verhindernde Weggang des populären Liberos Osseynou Dione, die überaus schwere Verletzung des »Kapitäns« John van Buskirk (Comeback nicht vor Mai) und als »Sahnehäubchen« der selbst verschuldete Drei-Punkte-Verlust am grünen Tisch – all das hat Siegen Schritt um Schritt in den Abstiegsstrudel gerissen. 14 Spiele stehen für die »Sportfreunde« noch an, das Duell mit den Thüringern am Sonntag dürfte eines der spektakuläreren werden, denn die Gäste treten mit Geld, Glanz und Bundesliga-Gloria an. Im Winter stieß der beim Bundesligisten Energie Cottbus ausgemusterte, aber deshalb keineswegs »schlechte« Profi Bruno Akrapovic zu den Rot-Weißen, der von Trainer Michael Feichtenbeiner obendrein nach überstandener Wadenverletzung in Siegen erstmals wieder eingesetzt wird. Der ehemalige Rostocker Thomas Gansauge und der von Arminia Bielefeld in den Osten gewechselte Henri Fuchs - das sind Namen, denen bei Siegen »No-Names« wie Sascha Bäcker, Cem Islamoglu oder Eric Lukin gegenüberstehen.

Auffällig bei Siegen war, dass sich eine ausgeprägte Torarmut wie ein roter Faden durch die gesamte Winter-Vorbereitungsphase zog, was zuletzt seinen (Nicht-) Niederschlag im 0:0 in Neunkirchen fand. Da die Erfurter ihre beiden ersten Spiele nach der Winterpause ebenfals 0:0 gestalteten, könnte man es sich einfach machen und auf ein 0:0 oder 1:0 tippen. Fragt sich nur, bei wem zuerst der Knoten platzt. Siegens Trainer Ingo Peter wird die Neunkirchen-Formation kaum ändern; allerdings ist der Einsatz Jozef Kotulas wegen einer Zerrung sehr fraglich. Bei der ohnehin sehr dünnen Spielerdecke bleibt offen, wie dessen Ausfall kompensiert werden könnte. Möglicherweise käme Andreas Nauroth doch zum Comeback von Anfang an, obwohl sein Cheftrainer gerade gegen die Ostdeutschen lieber größer gewachsene Spieler aufs Tapet bringen würde: »Mit Dione und van Buskirk fehlen uns gerade in solchen Spielen wichtige Größen. Da bleibt es abzuwarten, wie wir das kompensieren können.«

Ansonsten pflegt der Dortmunder Coach genau jenen Pragmatismus, der in diesen dramatischen Zeiten so dringend benötigt wird: »Wir sitzen in einem Boot, das durch ein wildes Wasser hindurch muss. Da kommen wir nicht mit Jammern durch sondern mit kräftigen Ruderschlägen. Ich lade jeden Fan ein, in dieses Boot mit einzusteigen und mit uns durch das vor uns liegende wilde Wasser zu rudern!«

Soweit die Philosophie. Seinen Spielern hat der Coach freilich noch ein paar andere Takte gesagt. Gerade jetzt wolle er keine »Weicheier« auf dem Platz sehen sondern mutige Spieler, die um ihre Chance kämpfen. »Für Erfurt heißt die Devise Sekt oder Selters, wenn die nach oben noch etwas reißen wollen. Gerade deshalb muss jeder Spieler voll dagegenhalten. Wir müssen im Leimbach-Stadion zuerst unser Territorium verteidigen und dann auch immer wieder den Weg nach vorne finden. Nur Schönheitspreise wird es am Sonntag nicht geben. Dafür steht zu viel auf dem Spiel.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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