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Social-Media-Check zur Kommunalwahl
Experte: Facebook kein Ersatz für persönlichen Wahlkampf

Dr. Johannes Paßmann betrachtet eine Social-Media-Abstinenz nicht per se als schlecht: Entweder ganz oder gar nicht.
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  • Foto: privat
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sabe Siegen/Köln. Wahlkampf in sozialen Medien ist zum Alltagsmodus geworden. Gerade die jüngere Generation informiert sich immer öfter über Instagram, Facebook und Co. – der Klick für Meinungen, Wahlprogramme und Standpunkte geht schnell, solange denn die Politiker ihre Programme auch mit in die sozialen Plattformen tragen.Dr. Johannes Paßmann, Medienwissenschaftler der Universität Siegen, hat im Gespräch mit der SZ über das politische Phänomen des Likes gesprochen und dabei nicht nur einen historischen Rückblick bis weit in die 90er-Jahre geworfen, sondern auch den Blick in die Zukunft gewagt.

sabe Siegen/Köln. Wahlkampf in sozialen Medien ist zum Alltagsmodus geworden. Gerade die jüngere Generation informiert sich immer öfter über Instagram, Facebook und Co. – der Klick für Meinungen, Wahlprogramme und Standpunkte geht schnell, solange denn die Politiker ihre Programme auch mit in die sozialen Plattformen tragen.Dr. Johannes Paßmann, Medienwissenschaftler der Universität Siegen, hat im Gespräch mit der SZ über das politische Phänomen des Likes gesprochen und dabei nicht nur einen historischen Rückblick bis weit in die 90er-Jahre geworfen, sondern auch den Blick in die Zukunft gewagt.

Social Media lange Bestandteil im Wahlkampf

Anders als man es wohl vermuten dürfte, ist der Wahlkampf über soziale Netzwerke nicht unbedingt etwas völlig Neues: „Wahlen und Social Media sind schon sehr lange und grundlegend ineinander verwoben“, erklärt Paßmann, Bereits 2008 bei der Obama-Wahl seien Online-Plattformen wie Twitter oder Facebook einschlägig genutzt worden, um mit Wählern in den direkten Kontakt zu treten und meinungsbildende Inhalte gen Öffentlichkeit zu geben. Ähnliches sei gut dokumentierbar bei der Trump-Wahl 2016 passiert.Das World Wide Web ermöglicht es den Wählern, sich vorab selbst über Kandidaten, Wahlprogramme und Internetauftritt zu informieren. Guter Wahlkampf müsse die Wähler abholen, davon ist Paßmann überzeugt.

Viel Potenzial

Ein positives Image lässt sich ganz einfach multiplizieren, denn jeder kritische Wähler, den es für sich zu gewinnen gilt, sei potenziell in der Lage, zehn weitere zu überzeugen, die eine weniger genaue Recherche betreiben. Somit liegt im Social-Media-Wahlkampf viel Potenzial für Kanditaten, die ihn richtig für sich nutzen.
Die Stile der einzelnen Kontrahenten können mitunter sehr verschieden sein. Das mache sie aber weder kategorisch gut noch schlecht, betont der Experte im Fachgebiet soziale Plattformen. Es sei wichtig, dass jeder Kandidat seinen eigenen Stil findet, so Paßmann.

Kontakt suchen und Fragen beantworten

Der Social-Media-Experte empfiehlt den Wählern zu beobachten, wie die Profile auf Facebook, Instagram und Co. genutzt werden: Ist der Webauftritt mehr als ein Zirkulationsort für Pressemitteilungen, erfahren die Wähler etwas über die Person und ihre Ziele? Wird aktiv Kontakt zu den Wählern gesucht? Werden relevante Fragen beantwortet, gibt es eine direkte Interaktion? Dabei sei jedoch Folgendes zu beachten: „Ein aufpoliertes Instagram-Foto oder Profil ist nicht notwendig schlecht, denn es kann Wähler in einen Erstkontakt mit dem Kandidaten bringen.“ Eine völlige Social-Media-Abstinenz sei nicht per se als schlecht zu bewerten und auch „ein sehr zurückhaltender Gebrauch kann eine gute Social-Media-Strategie sein“, betont Paßmann. Getreu dem Motto: Entweder ganz oder gar nicht.

Formate können sich ergänzen

Und: „Das Selfie ersetzt nicht das Wahlplakat.“ Vielmehr müsse es darum gehen, „dass sich die verschiedenen Formate wechselseitig ergänzen.“ Das persönliche Gespräch oder die öffentliche Wahlkampfrede könne allein durch einen Twitteraccount nicht ersetzt werden.
Außerdem, so empfiehlt es der Medienexperte, solle sich jeder Wähler die Frage stellen, inwieweit die eigene Recherche ausreiche, um ein adäquates Urteil fällen zu können und folglich eine reflektierte Wahlentscheidung zu treffen: „Die Frage nach einem guten Wahlkampf hängt meines Erachtens auch damit zusammen, was ein guter Wähler ist.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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