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Brüderchen und Schwesterchen
Experte: Geschwister beeinflussen Entwicklung

Geschwisterbeziehungen können sehr innig sein - tragen häufig aber auch großes Streitpotenzial in sich. In jedem Fall helfen sich Brüder oder Schwestern gegenseitig bei der Entwicklung.
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  • Geschwisterbeziehungen können sehr innig sein - tragen häufig aber auch großes Streitpotenzial in sich. In jedem Fall helfen sich Brüder oder Schwestern gegenseitig bei der Entwicklung.
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sp Siegen. Für Prof. Dr. Simon Forstmeier steht außer Frage: Geschwister haben einen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern. Der Professor für Entwicklungspsychologie und Klinische Psychologie der Lebensspanne von der Universität Siegen erklärt, dass dabei viele Faktoren eine Rolle spielten, beispielsweise Altersunterschied, Charakter und auch die Stimmung der Eltern, die auf die Kinder abfärben könnte.
Funktionen von GeschwisternForstmeier, der selbst Vater zweier Kinder ist, spricht von Sozialisationsfunktionen, die Geschwister haben. Er nennt die wesentlichen:
Pionierfunktion: Hier geht es vor allem um ältere Geschwister, die quasi die Pioniere, also Wegbereiter, sind.

sp Siegen. Für Prof. Dr. Simon Forstmeier steht außer Frage: Geschwister haben einen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern. Der Professor für Entwicklungspsychologie und Klinische Psychologie der Lebensspanne von der Universität Siegen erklärt, dass dabei viele Faktoren eine Rolle spielten, beispielsweise Altersunterschied, Charakter und auch die Stimmung der Eltern, die auf die Kinder abfärben könnte.

Funktionen von Geschwistern

Forstmeier, der selbst Vater zweier Kinder ist, spricht von Sozialisationsfunktionen, die Geschwister haben. Er nennt die wesentlichen:

  • Pionierfunktion: Hier geht es vor allem um ältere Geschwister, die quasi die Pioniere, also Wegbereiter, sind. Sie müssten sich bestimmte Dinge wie das längere Wachbleiben erkämpfen, mit ihren Eltern verhandeln, erklärt Forstmeier. Die jüngeren Geschwister profitierten davon.
  • Regulationsfunktion: „Geschwister können sich helfen, Gefühle zu regulieren“, fasst der Wissenschaftler zusammen. Kinder lernten miteinander, wie man mit Aggressionen umgehen könne, wie man tröstet, streitet und wie man wütend sein könne, ohne dabei die Beziehung abzubrechen.
  • Betreuungs- und Lernfunktion: Hilfe bei den Hausaufgaben, bei Problemen mit Gleichaltrigen, bei Konflikten mit oder zwischen den Eltern – immer dann können Geschwister füreinander da sein, sagt Forstmeier.

Potenzial für Streitigkeiten

Geschwister zu haben, beinhalte eine Reihe positiver Aspekte, so der Psychologe, aber: „Geschwisterbeziehungen haben auch das Potenzial für heftige Streitigkeiten.“ Die Wahrscheinlichkeit für Konflikte steige, wenn sich der „Lebensraum“ stark überschneide, beispielsweise wenn Geschwister das gleiche Geschlecht hätten und etwa gleich alt seien. Heftige Konflikte, so zeige es die Forschung, sorgten bei jüngeren Kindern zu negativen Symptomen wie Ängsten. „Man kann sich auch negativ beeinflussen“, sagt Forstmeier. Aber: „Unterm Strich überwiegen die positiven Möglichkeiten – gerade in der Pandemie.“

Aus Geschwistern werden Spielpartner

Geschwister würden zu Spielpartnern, auch wenn sie vorher vielleicht weniger miteinander zu tun gehabt hätten. „Sie lernen gemeinsam, neue Interessen zu entwickeln, sich mehr wahrzunehmen.“ Gerade die Regulationsfunktion spiele im Lockdown eine besondere Rolle.
Und Kinder die keine Geschwister haben? Die Sozialisationsfunktionen übernähmen die Eltern, Großeltern oder auch anderen Verwandte wie Cousinen oder Cousins, sagt der Professor, „und da sind Freunde um so wichtiger“.
Freunde könnten Geschwister ein Stück weit kompensieren, aber gerade die Betreuungs- und Lernfunktion falle hier meist weg. Für Freunde typisch sei, dass sie häufig im gleichen Alter seien und ähnliche Interessen hätten. „Freunde sucht man sich nach Gemeinsamkeiten.“

Geschwisterbeziehungen können sehr innig sein - tragen häufig aber auch großes Streitpotenzial in sich. In jedem Fall helfen sich Brüder oder Schwestern gegenseitig bei der Entwicklung.
Prof. Dr. Simon Forstmeier.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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