Enorme Herausforderungen wegen Corona
Experten vertrauen auf Stärke der heimischen Wirtschaft

Die Herausforderungen sind enorm, doch der runde Tisch „Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Zeiten von Corona“ findet, die Region sei gut gewappnet.
  • Die Herausforderungen sind enorm, doch der runde Tisch „Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Zeiten von Corona“ findet, die Region sei gut gewappnet.
  • Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz Siegen. Die schon vor der Corona-Pandemie eingeleiteten Maßnahmen und Projekte zum regionalen Strukturwandel müssen jetzt weiter forciert und aktiv gestaltet werden. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des runden Tisches „Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Zeiten von Corona“, zu dem Landrat Andreas Müller jetzt eingeladen hatte.

Heimische Wirtschaft ist stark

Die hohe Anzahl von Kurzarbeitsmeldungen und die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der IHK Siegen treiben den regionalen Wirtschafts- und Arbeitsmarktexperten die Sorgenfalten auf die Stirn. Trotzdem vertrauen sie auf die Stärke und Anpassungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Alle bis jetzt abzuleitenden Daten deuteten darauf hin, dass die Folgen der Corona-Pandemie für den Arbeitsmarkt hier deutlich schlimmer sein könnten als z. B. bei der Wirtschaftskrise 2009/2010. Besonders könnten Kfz-Zulieferer und solche Unternehmen betroffen sein, die schon in den vergangenen Jahren wirtschaftliche Probleme hatten. Für das Handwerk erwarten – unabhängig von den direkt betroffenen Unternehmen z. B. aus dem Frisörhandwerk – Ulrich Dröge von der Handwerkskammer Arnsberg und Jürgen Haßler von der Kreishandwerkerschaft, dass Auftrags- und Umsatzeinbrüche mit Verzögerung eintreten werden.

Gute Voraussetzungen

Die mittelständisch geprägte Unternehmensstruktur und die gute Zusammenarbeit der Wirtschafts- und Arbeitsmarktakteure böten aber gute Voraussetzungen, um die Folgen abzumildern – darin waren sich Dr. Torsten Doublet, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände, Andree Jorgella von der IG Metall und Jürgen Weiskirch von Verdi einig. Hierbei stünden den Unternehmen und der Region die heimischen Volksbanken und Sparkassen als stabile Partner zur Seite, sagte Jens Brinkmann vom Vorstand der Volksbanken in Südwestfalen.

Zeit der Kurzarbeit nutzen

Die Zeit der Kurzarbeit könne für Qualifizierungen und Weiterbildungen genutzt werden, um noch besser auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet zu sein, so die Arbeitsmarktexperten. Für die Weiterbildungseinrichtungen der Region soll noch intensiver geworben werden.
Die Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung sollen verstärkt für die von Arbeitslosigkeit Bedrohten genutzt werden, wofür ein starker Partner im Bereich der Beschäftigungs- und Transfergesellschaften gebraucht werde, der die Besonderheiten der Wirtschaftsstruktur in Zusammenarbeit mit den Arbeitgeberverbänden und den Beschäftigtenvertretern erkenne und nutze, machte Dr. Doublet deutlich. In dieser Frage sollen bald Gespräche für eine Kooperation mit den Anbietern von Transfermaßnahmen aufgenommen werden.

Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 institutionalisieren

Um den regionalen Strukturwandel weiter zu gestalten, soll bei Bund und Land u. a. eine Institutionalisierung des Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0 Siegen und des Instituts zur Unterstützung digitalisierter Arbeit eingefordert werden. Prof. Volker Wulf, Prorektor der Universität für Digitales und Regionales, wies auch auf die Initiativen der Uni hin, mit denen das regionale Gründungs- und Nachfolgegeschehen gestärkt werden soll.
Landrat Müller betonte, dass die Kommunen antizyklisch investieren müssten, etwa bei der Digitalisierung oder im Bau. Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß als Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz brachte seine Sorge um die kommunalen Finanzen im Zuge der Bewältigung der Krise ein: Kommunen bräuchten einen Rettungsschirm. Inzwischen hat der Bund ein Hilfspaket geschnürt.
Trotz der Herausforderungen blickt Andreas Müller zuversichtlich nach vorn: Wenn eine Region „die wirtschaftliche Stärke und den notwendigen Zusammenhalt besitzt“, um all dies zu bewältigen, „dann ist es der Kreis Siegen-Wittgenstein“.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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