Facebook-Gruppe hilft ganz real

 Zugegeben, die Zahl ist nicht mehr aktuell, denn mittlerweile sind es deutlich mehr Mitglieder, die der Facebook-Gruppe „Helfende Engel Siegerland“ angehören. Foto: Daniel Benfer
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db - Menschlichkeit und Nächstenliebe – zwei wuchtige Worte. Worte, die den Menschen gerade zu Weihnachten immer wieder begegnen. Worte, die aber auch allzu oft nur leere Hülsen bleiben. Nicht so bei Stephanie Kamrath und ihren Mitstreitern. Das siebenköpfige Team setzt sich für Menschen ein, die Hilfe wirklich nötig haben. Manche leben am Existenzminimum, einigen hat das Leben übel mitgespielt und wieder andere wissen einfach nicht weiter.

Stephanie Kamrath kennt mittlerweile viele Schicksale und unzählige traurige Geschichten. Gemeinsam mit sechs weiteren Personen betreibt die 35-jährige Fellinghausenerin die Facebook-Gruppe „Helfende Engel Siegerland“, eine private Initiative, hinter der kein Verein o. ä. steht. Die Gruppe existiert vielleicht in der digitalen Welt, sie hilft aber ganz real: alleinerziehenden Müttern, Eltern, die ihren Kindern keine Weihnachtsgeschenke oder nicht einmal ein Essen an Heiligabend bieten können, älteren Menschen, die mit ihrer Rente nicht über die Runden kommen. Die Liste derer, denen die Gruppe bereits geholfen hat, ist lang – dabei gibt es die Initiative erst seit kurzem.

Bedürftige können sich anonym – und nicht nur via Facebook – an die Gruppenadministratoren wenden. Nicht mit Wunschlisten oder ähnlichem, sondern mit einem bestimmten Hilfegesuch. „Wir hinterfragen genau die Hintergründe“, versichert die 35-jährige, die selbst Mutter von sechs Kindern ist. „Wir fahren zu den Leuten hin und schauen uns das an.“ Man könne jedem natürlich nur vor den Kopf schauen: „Es muss schon glaubhaft die Bedürftigkeit dargelegt werden.“

Genau dieser Aspekt des Hinterfragens ist ihr wichtig, denn sie weiß um die Kritik und die Vorbehalte, die es gegenüber der Gruppe ebenfalls gibt. Ehemalige Mitstreiter berichten gegenüber der SZ von angeblichen Veruntreuungen gespendeter Dinge. Außerdem würden nur bestimmte Personen berücksichtigt, es gebe keinen Nachweis, wer was tatsächlich bekommen habe. „Betrug“ lautete mehr als einmal der Vorwurf.

Diese Anschuldigungen sind der Fellinghausenerin bekannt, mit größtmöglicher Transparenz und Ehrlichkeit wirbt sie um das Vertrauen der Spender. Natürlich könne man nicht jedem helfen, dafür sei die Nachfrage mittlerweile zu groß. Und: Nicht jeder habe die Hilfe wirklich dringend nötig. Veruntreut werde nichts und man sichere den Bedürftigen nun einmal Anonymität zu.

Die Facebook-Gruppe „Helfende Engel Siegerland“ ist eine Art privater Nachbarschaftshilfe. Nicht unumstritten, doch sie wirbt um Vertrauen. Und für die Tatsache, dass sich Menschen für andere Menschen einsetzen. Einfach so, aus Menschlichkeit und Nächstenliebe. Daniel Benfer

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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