Fachkräftemangel ist längst Realität

 Der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau (M.) und Albrecht Bernshausen (1. Vorsitzender des Vereins für Handel, Handwerk und Touristik, r.) begrüßten NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer zum Wirtschaftstreff im Casino der Hachenberg-Kaserne. Foto: Björn Weyand
  • Der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau (M.) und Albrecht Bernshausen (1. Vorsitzender des Vereins für Handel, Handwerk und Touristik, r.) begrüßten NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer zum Wirtschaftstreff im Casino der Hachenberg-Kaserne. Foto: Björn Weyand
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bw - Rainer Schmeltzer knackte den „Verspätungsrekord“ seines Kollegen Garrelt Duin nicht. Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen kam am Montagabend zwar 38 Minuten zu spät zum Wirtschaftstreff des Vereins für Handel, Handwerk und Touristik und der Gemeinde Erndtebrück. Bei Garrelt Duin waren es im vergangenen Jahr aber ein paar Minuten mehr. Die Zeit holte der Minister in seiner Rede rasch wieder auf, denn der SPD-Politiker schnellte vor gut 60 Zuhörern im Hachenberg-Casino mit einem Parforceritt durch die Arbeitsmarktpolitik der Landesregierung.

Ein wichtiges Thema, das auch die Betriebe in der heimischen Region trifft, war die Fachkräftesicherung. „Das macht uns allen Sorgen – auch uns als öffentlichen Arbeitgeber“, hob der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau hervor. Rainer Schmeltzer verwies auf Erhebungen, dass bis 2030 rund 100.000 Fachkräfte fehlen – falls nicht gegengesteuert wird. „Der Fachkräftemangel ist in einigen Branchen längst Realität“, stellte der Arbeitsminister klar und nannte Bereiche wie Elektro- und Metallindustrie, Pflege oder Gastronomie. Und im ländlichen Raum sei dieser Mangel deutlich ausgeprägter als in den Ballungszentren, in die es viele qualifizierte junge Menschen nach wie vor zieht.

Nordrhein-Westfalen habe die „Fachkräfte-Initiative“ gestartet und sei in der Hinsicht Vorreiter. Unter anderem erleichtere dieses Programm eine Nachqualifizierung, den Verbleib von älteren Facharbeitern und den Wiedereinstieg von Arbeitlosen und Frauen. Eines stand für den Arbeitsminister fest: „Fachkräftesicherung sollte so früh wie möglich ansetzen.“ Daher habe das Land die beruflichen Perspektiven für Jugendliche im Blick. Ihnen solle der Zugang zum Arbeitsmarkt aufgezeigt werden, erläuterte Rainer Schmeltzer. Das geschehe über das Programm „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Vielen Jugendlichen sei gar nicht bewusst, dass es 328 verschiedene Ausbildungsberufe gebe.

In den Umfragen würden beinahe immer die gleichen zehn Berufe genannt. Insofern gelte es auch, Berufe attraktiver zu machen, die nicht so gefragt sind. Und die Betriebe selbst müssten ebenfalls attraktiv bleiben für junge Menschen, sich präsentieren und öffnen. Denn: „Bewerber und Betriebe müssen auch zueinander finden“, sagte der Arbeitsminister. Gleichzeitig gebe es Potentiale für den Arbeitsmarkt. Zum einen könnten Mini-Jobber in sozialversicherungspflichtige Arbeit wechseln: „Es darf keine Sackgasse sein.“ Zum anderen sei die Integration von geflüchteten Menschen ein wichtiger Baustein für die Sicherung von Fachkräften in der Zukunft.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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