AUFGESPIESST
Falsch angekommen

SZ-Redakteur Jan Schäfer.
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Die Stadt Siegen rüstet auf. Die Armee der Politessen soll im kommenden Jahr mit doppelter Schlagkraft durch die Straßen ziehen und Parksündern die Leviten lesen. Fürchten müssen wir uns davor nicht, der wirksamste Schutz vor der ungewollten Knolle ist leicht erklärt. Regel 1: einfach an die Vorschriften halten. Regel 2: nie den notwendigen Ernst der Lage aus dem Blick verlieren.
Letzteres hatte ein Besucher der Krönchenstadt vor geraumer, aber nicht allzu ferner Zeit fahrlässigerweise außer Acht gelassen, als er eines Vormittags an der Juliusstraße – einem der innerstädtischen Strafzettel-Hotspots – seinen Wagen ruhen ließ. Dass ihm trotz fein säuberlich drapierter Reifen (innerhalb der Markierungen), trotz ausgelegter, auf die richtige Ankunftszeit gedrehter Parkscheibe ein 10-Euro-Bußgeld auferlegt wurde, ließ ihn höflich beim Ordnungsamt nachhorchen.
Und siehe da, der Sauerländer wurde von der zuständigen Sachbearbeiterin fachkundig aufgeklärt. Eine Verwarnung sei angebracht gewesen, da der Fahrer keine zulässige Parkscheibe ausgelegt habe. Wie eine solche auszusehen habe, wurde per Illustration im E-Mail-Anhang belegt: Blau muss sie sein, 110 mm breit, 150 hoch. Vorschrift ist Vorschrift.

Info an alle Autofahrer: Eine solche Parkscheibe stößt beim Ordnungsamt auf wenig Verständnis.

Dass die vom Büßer ausgelegte Papp-Scheibe zwar die richtigen Maße hatte und tatsächlich auf die korrekte Uhrzeit eingestellt war, durfte nicht über das Haupt-Vergehen hinwegtäuschen. Nur die genannten Parkscheiben seien zulässig, hieß es aus der Amtsstube. Bei der ausgelegten aber handelte es sich um ein Sondermodell mit nicht ganz ernst gemeinten „biblischen“ Motiven: „So fehlte bei der von Ihnen ausgelegten Parkscheibe die Ankunftszeit“, lautete der amtliche Vorwurf. Stattdessen sei dort „Ankunft des Herrn“ zu lesen gewesen. „Des weiteren fehlt das P-Symbol, welches bei Ihrer Parkscheibe durch eine Glocke ersetzt wurde.“ Parkscheiben, die nicht der Norm entsprächen, würden seitens der Stadt Siegen nicht akzeptiert.
„Vielen Dank für Ihre ausführliche Erläuterung des Sachverhalts“, antwortete der Knöllchen-Adressat, so reumütigwie amüsiert. Seinen kleinen Schabernack habe der Gesetzgeber offenbar nicht vorgesehen, bedauert er – und gelobt geläutert: Beim nächsten Mal, na klar, wird er sich an die Normen halten.

j.schaefer@siegener-zeitung.de

SZ-Redakteur Jan Schäfer.
Info an alle Autofahrer: Eine solche Parkscheibe stößt beim Ordnungsamt auf wenig Verständnis.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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