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Kontaktdatenlisten in der Gastronomie
Falscher Name kostet 250 Euro

Wer falsche Angaben auf den Kontaktliste in Restaurants macht, muss ab sofort mit einem Bußgeld rechnen. Die Wirte – hier Markus Boßlet vom Restaurant Bar in Siegen – sind in der aktuelle Coronaschutzverordnung aus der Schusslinie geraten.
  • Wer falsche Angaben auf den Kontaktliste in Restaurants macht, muss ab sofort mit einem Bußgeld rechnen. Die Wirte – hier Markus Boßlet vom Restaurant Bar in Siegen – sind in der aktuelle Coronaschutzverordnung aus der Schusslinie geraten.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

js Siegen/Olpe. Mein Name ist Hase? Nein, mit einer solchen Behauptung soll nicht zu Spaßen sein – zumindest nicht, solange die Coronapandemie die Welt in Atem hält und die Rückverfolgung von Infektionsketten zu den entscheidenden Instrumenten gehört bei der Vermeidung eines weiteren gesellschaftlichen Shutdowns. Den möchte schließlich niemand so schnell erleben. Bund und Länder hatten sich bereits am Dienstag darauf verständigt, dass künftig mindestens 50 Euro fällig werden, wenn Gäste in Restaurants oder Kneipen falsche Angaben in den Kontaktlisten machen. NRW macht die Sache nun noch deutlicher, verfünffacht den Mindestbetrag. Wer an Rhein, Ruhr oder Rothaarkamm falsche Angaben macht und dabei erwischt wird, der soll ab heute mit 250 Euro zur Kasse gebeten werden.

js Siegen/Olpe. Mein Name ist Hase? Nein, mit einer solchen Behauptung soll nicht zu Spaßen sein – zumindest nicht, solange die Coronapandemie die Welt in Atem hält und die Rückverfolgung von Infektionsketten zu den entscheidenden Instrumenten gehört bei der Vermeidung eines weiteren gesellschaftlichen Shutdowns. Den möchte schließlich niemand so schnell erleben. Bund und Länder hatten sich bereits am Dienstag darauf verständigt, dass künftig mindestens 50 Euro fällig werden, wenn Gäste in Restaurants oder Kneipen falsche Angaben in den Kontaktlisten machen. NRW macht die Sache nun noch deutlicher, verfünffacht den Mindestbetrag. Wer an Rhein, Ruhr oder Rothaarkamm falsche Angaben macht und dabei erwischt wird, der soll ab heute mit 250 Euro zur Kasse gebeten werden.
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, der am Mittwoch in Düsseldorf die nachjustierten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vorstellte, machte eines klar und deutlich: Nicht die Wirte sind es, die hier in die Verantwortung genommen werden – auch das war in den vergangenen Tagen diskutiert worden –, sondern diejenigen, die mit Phantasienamen um die Ecke kommen. „Das ist etwas anderes, als wenn man seine Maske mal vergisst“, sagt Laumann. Hier handele es sich um eine bewusste Täuschung. Die Höhe des Bußgeldes sei „gerade so angemessen“. Der Minister erwartet von den Behörden, dass sie nun strengere stichprobenartige Kontrollen durchführen.

Falsche Namensangabe kostet 250 Euro

Ob die Angaben richtig seien, solle nicht das Servicepersonal prüfen müssen. Ein bisschen solle jedoch geschaut werden, ob die Angaben plausibel seien. Sollte ein Gast auf der Kontaktliste beispielsweise behaupten, er heiße „Hase“ und wohne „in der Höhle“, so der Minister, solle der Wirt ihn darauf hinweisen: „Hast du dir das gut überlegt? Das kann teuer werden.“ Sollte also „Angela Merkel“ ohne Entourage auf der Matte stehen, sollten also „Asterix und Obelix“ einen Wildschweinbraten bestellen, sind durchaus Obacht und ein mahnendes Wort angebracht.
„Wir sind sehr erleichtert“, berichtet Lars Martin, stellv. Hauptgeschäftsführer der Dehoga in Siegen, aus Sicht der Gastronomen. Wichtig sei, dass die Überprüfungspflicht nicht beim Wirt liege, sondern beim Gast. Das sei richtig, weil die Gastronomen selbst schon genügend zusätzliche Belastungen ertragen müssten in der Corona-Krise – wegen der Dokumentationspflicht beispielsweise oder wegen der zusätzlichen Reinigungsanforderungen. „Mann kann nicht alles von den Wirten fordern!“ Ganz wichtig ist für Lars Martin auch, dass Zivilcourage gefordert sei. „Die Tischgemeinschaft muss eben auch mal ihre Mitgäste darauf ansprechen, wenn sie falsche Angaben machen.“ Nur so könne es funktionieren. Die „Bußgeldkeule“ von 250 Euro hält er für angebracht. „ Wir wünschen uns eine rigide Vollzugspraxis von den Ordnungsämtern.“

Corona: Gastronomen wollen nicht die Polizei ersetzen

Bernhard Schwermer, Dehoga-Vorsitzender im Kreis Olpe und selbst Gastwirt im Rhein-Weser-Turm, sieht mit der neuen Bußgeldregelung den richtigen Weg eingeschlagen – auch weil der Gast und nicht der Gastgeber in der Pflicht stehe. Aus Schwermers Sicht müssten die Daten aber besser in einer anderen Form erhoben werden: „Mir wäre eine vorherige Anmeldung lieber.“ Die Gäste wüssten ja in der Regel mindestens eine Stunde vorher, dass sie essen gehen möchten.
Bislang habe es bei ihm keine Probleme mit Kontaktlisten gegeben, erzählt Martin Held vom Landgasthof Merje in Kredenbach. Er habe sehr viele Stammgäste, gehe mit den Daten vorschriftsmäßig um und hole diese diskret am Tisch ein. Dass der Gast in der Pflicht ist und nicht der Wirt, sieht Held als vernünftig an – und er dürfte für viele Kollegen sprechen, wenn er sagt: „Unser Service ist ja nicht die Polizei.“
Wie das Ordnungsamt der Stadt Siegen mit der Aktualisierung der Coronaschutzverordnung umgeht, konnte es am Mittwoch noch nicht präzisieren – dies befinde sich noch in der internen Abstimmung. Bislang habe die Stadt im Rahmen der allgemeinen Kontrollen in Gaststätten die Einhaltung der entsprechenden Auflagen für Gastronomen kontrolliert.
Die Stadt Olpe hat bislang stichprobenhaft kontrolliert, ob Kontaktlisten in Gastrobetrieben geführt werden. Eine Überprüfung der Richtigkeit von Namen erfolgte nicht, so Ordnungsamtsleiter Peter Püttmann. Konkrete Verstöße wegen vorgetäuschter Namen wurden in Olpe bislang nicht erfasst. „Künstlernamen, Donald Duck & Co. wurden bislang auf keiner eingesehenen Liste festgestellt.“

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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