Familie Gibb enttäuscht

Dwina Gibb und ihr Sohn Robin-John (RJ) Gibb wollten in Siegen die Deutschlandpremiere des „Titanic Requiem“ erleben. Foto: ciu Das „Titanic Requiem“ von Robin und RJ Gibb sollte in einer Verbindung aus musikalischen und optischen Elementen auf die Bühne kommen. Foto: Veranstalter
  • Dwina Gibb und ihr Sohn Robin-John (RJ) Gibb wollten in Siegen die Deutschlandpremiere des „Titanic Requiem“ erleben. Foto: ciu Das „Titanic Requiem“ von Robin und RJ Gibb sollte in einer Verbindung aus musikalischen und optischen Elementen auf die Bühne kommen. Foto: Veranstalter
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sz/ciu - Die Aufführung des „Titanic Requiem“ von Robin und RJ Gibb mit der Philharmonie Südwestfalen, das für Samstag, 13. Februar, um 20 Uhr in der Siegerlandhalle geplant war, musste aufgrund eines technischen Problems kurzfristig verschoben werden. Die eigens für die holografische Projektion konzipierte Projektionsfolie ist gerissen, und es konnte kurzfristig kein Ersatz beim italienischen Produzenten der Folie beschafft werden, wie Arnd Krause, Veranstaltungsleiter der Siegerlandhalle, mitteilt. Robin Gibbs Witwe Dwina und ihr Sohn RJ, die extra zur Premiere der Tour in Deutschland nach Siegen gekommen war, zeigten sich ebenso enttäuscht, wie die Konzertgänger, die zum Teil eine weite Anreise hatten.

Die Deutschlandpremiere des „Titanic Live Concert“ mit der Philharmonie Südwestfalen in der Siegerlandhalle wird am 20. April um 20 Uhr nachgeholt. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Sofern Ticketinhaber an dem Ersatztermin verhindert sind, können die Karten bei der Vorverkaufsstelle, wo die Karten gekauft worden sind, zurückgegeben werden.

Dwina und RJ hatten sich gemeinsam mit Freunden – darunter der langjährige Bee-Gees-Keyboarder Blue Weavers – auf den Weg gemacht, um in Siegen die deutsche Uraufführung des „Titanic Requiem“ von Robin (1949–2012) und RJ Gibb mitzuerleben. Doch dann passierte eine technische Katastrophe: Die eigens für die holographische Projektion konzipierte Folie (in der Aufführung sollten sich musikalische und optische Elemente miteinander verbinden) riss. Bei der Probe sei noch alles rund gelaufen, hieß es aus dem Umfeld der Gibbs. Im SZ-Gespräch mit RJ und Dwina Gibb war zu spüren, dass sich in die Enttäuschung auch Ärger mischte. Warum gab es keine Ersatzfolie? Und hätte man nicht die Deutschlandpremiere auch ohne 3-D-Effekte durchführen können und damit allein auf die Kraft der Musik, gespielt von der Philharmonie Südwestfalen, von Sängerinnen und Sängern, setzen sollen? Schwierig, räumte Dwina Gibbs ein. Die komplette Show sei bühnentechnisch auf das Miteinander von Musik, Projektionen und Tanz abgestimmt gewesen. Und das zu erleben, sei schon großartig, unterstrichen die Gibbs, die im süditalienischen Taranto dabei waren, als das Requiem erstmals als Musik-Bild-Konzept aufgeführt wurde.

Nicht zufällig hat RJ Gibb Siegen als Ort der Erstvorstellung ausgewählt. Er sei fasziniert von der Geschichte der Stadt, sagt er, und beginnt zu erzählen von Wilhelm von Oranien und seiner toleranten Glaubenshaltung, von Fürst Johann Moritz, von der nachhaltigen Wirtschaftsform des Siegerländer Haubergswesens … Schnell wird klar, dass RJ vom Vater nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch zur Geschichte geerbt hat. Was hat Robin Gibb seinem Sohn außerdem mit auf den eigenen Weg gegeben? „Sinn für Humor“, sagt RJ, „und die Liebe zur Familie.“

Dwina Gibb wirkt trotz des Siegener Debakels recht gefasst. „Things happen.“ Manchmal passieren einfach Sachen, die nicht planbar sind, und wer weiß, wofür es gut ist. Es scheint ihr zu helfen, dass ihre Sicht auf die Welt eine gelassene, humorvolle ist. Auch sie hat eine künstlerische Sprache, in die sie fasst, was sie bewegt: „Ich zeichne und ich schreibe.“ Die in Nordirland aufgewachsene Dwina Murphy Gibb schreibt Gedichte, Erzählungen und Stücke – wie die Komödie „Last Confessions Of A Scallywag“ (auf Deutsch: Die letzten Bekenntnisse eines Taugenichts), die in Reading, westlich von London, im Theater Mill At Sonning uraufgeführt wurde. Und so pflegt sie gemeinsam mit ihrem Sohn RJ das Erbe Robin Gibbs (und damit auch der Bee Gees), bleibt aber dort nicht stehen. Dwina lebt ihr eigenes Leben.

RJ Gibb glückt es, am Ende des Interviews seinen „sense of humor“ wiederzufinden. Er zückt am schon gedeckten Frühstückstisch des „Best-Western“-Parkhotels ein Kartenspiel, um zu zeigen, dass er tatsächlich ein „mentalist“ ist. Die Pik 9 spürt er sofort auf, Herz 8 dann auch!

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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