Familien stehen nicht alleine da

Sozialpädagogische Familienhilfe bietet im Trägerverbund Unterstützung

Siegen. Markus sitzt vor einem Spielbrett, das auf den ersten Blick an ein „Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel” erinnert. Familienbrett heißt diese Tafel. Auf dem Familienbrett stellt Markus die Beziehungen innerhalb seiner Familie aus seinem Blickwinkel dar: er selbst, seine Mutter, seine jüngere Schwester, den kleinen Bruder, seinen Vater, der schon seit Jahren nicht mehr in der Familie lebt, und den neuen Lebenspartner seiner Mutter. Die Arbeit mit dem Familienbrett ist ein Bestandteil der systematischen Familienberatung. Die Familie als ein System begreifen, alle Mitglieder in den Blick zu nehmen, ihre Beziehungen zu einander zu klären, dass ist ein Arbeitsansatz der Sozialpädagogischen Familienhilfe, kurz SPFH genannt. Träger dieser Einrichtung, die in diesem Monat ihr zehnjähriges Bestehen feiern kann, sind der Sozialdienst katholischer Frauen, die Diakonie und die Stadt Siegen. Sechs Fachkräfte aus den Bereichen Sozialarbeit und Sozialpädagogik arbeiten bei der SPFH. Angestellt sind sie bei dem Sozialdienst katholischer Frauen oder dem Diakonischen Werk Siegen.

Kindern wie dem zehnjährigen Markus, zu helfen, damit sie in ihrem Familien ein besseres Leben führen können, das ist ein Ziel der Arbeit der SPFH. Martina Griffel, Diplom-Sozialarbeiterin des Sozialdienstes katholischer Frauen in der SPFH: „Wir sind für Eltern und Alleinerziehende mit Erziehungsproblemen eine Anlaufstelle. Wir helfen, wenn sie mit den Schulschwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder nicht mehr klar kommen.”

Markus brauche seinen leiblichen Vater zurzeit noch dringend, das habe nicht zuletzt seine Familienanordnung auf dem Familienbrett ergeben. Martina Griffel: „Wir bemühen uns deshalb, den Kontakt zum Vater, der praktisch abgerissen ist, wieder zu beleben und in eine regelmäßige Bahn zu lenken.” Martina Griffel konnte die Schwester von Markus, die stark entwicklungsverzögert ist, in einen Sonder-Kindergarten in Büschergrund vermitteln. Außerdem hilft sie der Familie, die von Sozialhilfe leben muss und recht hoch verschuldet ist, auch bei der Regelung ihrer finanziellen Situation.

Szenenwechsel: Familie Mayer sitzt im Wohnzimmer vor dem Fernseher und sieht ein Familienvideo. Der Film zeigt die Familie beim Mittagessen. Mit dabei sitzt Ralf Steuernagel, Diplom-Sozialpädagoge des Diakonischen Werkes Siegen bei der SPFH. Er hat den Film gedreht und spricht die einzelnen Szenen mit der Familie durch. Ralf Steuernagel: „Durch den Film kann ich schnell und einsichtig deutlich machen, wie die Strukturen in der Familie aussehen. Unterschiedliche Rollen der Kinder werden offensichtlich.” In den Gesprächen mit einer betreuten Familie werden immer die Stärken und Ressourcen herausgearbeitet. Durch das Video-Training lernen die Eltern schrittweise ihr Erziehungsverhalten zu verändern und damit das Leben in der Familie zu verbessern.

Grundsätzlich wird die Begleitung durch die SPFH in Absprache mit der Familie durchgeführt. Gemeinsam werden Ziele in einem individuellen Hilfeplan festgelegt. Mindestens alle sechs Monate wird die Arbeit reflektiert, es wird festgestellt, was erreicht wurde, wo und wie der Hilfeplan korrigiert werden muss. Die Hilfe dauert längstens zwei bis drei Jahre.

Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist ein Angebot des Trägerverbunds, das von Familien freiwillig in Anspruch genommen werden kann. Die SPFH arbeitet neben dem Allgemeinen Sozialdienst der Stadt Siegen mit weiteren Institutionen wie dem psychologischen Dienst der DRK-Kinderklinik, Kindergärten oder Schulen zusammen. In den vergangenen zehn Jahren betreuten die sechs Fachkräfte der Sozialpädagogischen Familienhilfe 126 Familien mit insgesamt 317 Kindern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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