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75 Jahre Otto Quast Bau AG
Faszination Bauen in vierter Generation

1966 baute das Unternehmen das werk Fertigbau Lindenberg, in dem seither Stahlbeton- und Spannbetonfertigteile gefertigt werden. Bis heute ein wichtiger Baustein der unternehmerischen Strukturen bei Otto Quast.
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  • 1966 baute das Unternehmen das werk Fertigbau Lindenberg, in dem seither Stahlbeton- und Spannbetonfertigteile gefertigt werden. Bis heute ein wichtiger Baustein der unternehmerischen Strukturen bei Otto Quast.
  • Foto: Otto Quast Bau AG
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tile Siegen. „Das Schöne am Bauen ist, dass man gestalten kann.“ Sebastian Quast, der im September das Steuer der Otto Quast Bau AG übernommen hat, lebt die Leidenschaft weiter, mit der Vater Reinhard zuvor 26 Jahre als Geschäftsführer das Unternehmen geführt hat – und das durch schwierige Zeiten. Die Übergabe des Staffelstabs erfolgte nun im 75. Jahr des Bestehens. Gegründet wurde der Betrieb am 25. April 1945 von Maurermeister Otto Quast. Trotz der Weiterentwicklung zum bundesweit und sogar international agierenden Bauunternehmen „verstehen wir uns auch immer noch als Handwerksbetrieb“, beschreibt der neue Chef, der die Siegener Traditionsfirma nun in vierter Generation in die Zukunft führt, das Selbstverständnis.

tile Siegen. „Das Schöne am Bauen ist, dass man gestalten kann.“ Sebastian Quast, der im September das Steuer der Otto Quast Bau AG übernommen hat, lebt die Leidenschaft weiter, mit der Vater Reinhard zuvor 26 Jahre als Geschäftsführer das Unternehmen geführt hat – und das durch schwierige Zeiten. Die Übergabe des Staffelstabs erfolgte nun im 75. Jahr des Bestehens. Gegründet wurde der Betrieb am 25. April 1945 von Maurermeister Otto Quast. Trotz der Weiterentwicklung zum bundesweit und sogar international agierenden Bauunternehmen „verstehen wir uns auch immer noch als Handwerksbetrieb“, beschreibt der neue Chef, der die Siegener Traditionsfirma nun in vierter Generation in die Zukunft führt, das Selbstverständnis.

In vierter Generation steht der 33-jährige Sebastian Quast dem familiengeführten Unternehmen nun als Geschäftsführer vor.
  • In vierter Generation steht der 33-jährige Sebastian Quast dem familiengeführten Unternehmen nun als Geschäftsführer vor.
  • Foto: Otto Quast Bau AG
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Otto Quast Bau AG nicht nur in Siegen und Freudenberg vertreten

Nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg stiegen die drei Söhne des Gründers, Ernst, Willi und Gerhard, in den väterlichen Betrieb ein. Sie entwickelten ihn vom Maurerbetrieb zu einem Unternehmen mit den Sparten Hochbau, Tiefbau und schlüsselfertiges Bauen weiter. 1966 nimmt das Betonfertigungswerk in Lindenberg (Freudenberg) nahe der Wilhelmshöhe den Betrieb auf. Das Fundament für die heutigen gesunden Strukturen war somit gelegt.
„Siegen war wegen der Stahlindustrie während des Kriegs zu großen Teilen zerstört worden. In der Zeit nach 1945 ging es zunächst darum, Produktionsstandorte und Wohnräume wieder aufzubauen“, wirft Sebastian Quast einen Blick in die Annalen. Heute unterhält die AG neben Siegen und Freudenberg auch Produktions- und Vertriebsstandorte in Radeburg und Coswig (seit 1990, beide nahe Dresden) sowie in Polen (seit 2008) und beschäftigt rund 600 Mitarbeiter.
Das Portfolio hat sich mit den Jahren und Jahrzehnten erweitert. Zu den Kernaktivitäten sind Straßen- und Tiefbau, Spezialtiefbau, Trinkwasserbehälter, Bauwerterhaltung, Ingenieurbau sowie der Bereich Konzeption und Planung dazugekommen. „Das Gesamtspektrum macht uns aus“, meint Sebastian Quast. „Einzelne Arbeiten und Teilprojekte nehmen wir ebenso an wie die Aufgaben eines Generalunternehmers bis zur schlüsselfertigen Übergabe.“ Der Schwerpunkt ist der Industriegewerbebau. Aber auch Schulen, Kindergärten, Investorenaufträge und Wohnungsbau gehören zum Alltagsgeschäft. „Wir gestalten das Lebensumfeld von Menschen in allen Facetten“, fasst es der Diplom-Wirtschaftsingenieur pointiert zusammen.

Otto Quast Bau AG immer mit starkem Bezug zur Heimat

Die Motivation sei bei jedem Projekt hoch. Städtebauliche Projekte in Siegen seien aber besonders befriedigend, „weil sie ja unseren eigenen Lebensraum betreffen“, sagt der 33-Jährige und schaut etwa mit Spannung auf die Entwicklung der Uni im Innenstadtbereich. Die Wurzeln zur Heimat sind bei Otto Quast sehr ausgeprägt. Auch diese Verbundenheit wird sich mit dem Wechsel an der Spitze nicht ändern. Nach seinen Herzensprojekten der vergangenen Jahre gefragt, nennt Reinhard Quast zunächst das stadtbildprägende Sieg-Carré. Und dann? „Die alte Post“, sagt er sofort. Für die lag die Abrissgenehmigung schon vor. „Das durfte nicht sein“, so der 63-Jährige, der noch im Aufsichtsrat sitzt. Mit einem neuen Konzept habe man das historische Gebäude erhalten können.

Jedes Jahr rund 40 neue Auszubildende

Diesen Enthusiasmus fürs Bauen wollen die Quasts auch an die jährlich rund 40 neuen Lehrlinge weitergeben. Ausgebildet wird in sieben Berufen: Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer, Straßenbauer, Spezialtiefbauer, Bauzeichner, Land- und Baumaschinenmechatroniker sowie Industriekaufleute. Nicht umsonst laute das Motto: „Faszination Bauen“. Dieser Antrieb sowie ein gelebtes christliches Wertegerüst bilden das Fundament der Unternehmenskultur, sind sich Vater und Sohn einig.
Sebastian Quast setzt auf eine gesunde Weiterentwicklung: „Die Dinge, die wir tun, machen wir so gut wie möglich. Das ist seit jeher die Basis unseres Wachstums und für eine vertrauensvolle Kundenbeziehung, die in vielen Fällen schon seit Jahren oder gar Jahrzehnten besteht. Wir wollen nicht nur einmal für einen Kunden bauen.“ Gerne mit Beton, in dem der 33-Jährige weiterhin einen nachhaltigen, modernen und (gestalterisch) vielseitigen Baustoff sieht, wobei es bei Otto Quast natürlich keine Scheu vor jedweden Materialien gebe.
Die Mitarbeiter sollen von Innovationen profitieren: 3-D-Planung, „lean construction“ (die Betrachtung des gesamten „Lebenszyklus“ eines Bauwerks von der Planung bis zum Rückbau) oder digitaler Eingangsrechnungsworkflow sind kein Selbstzweck und wurden nicht eingeführt, weil sie en vogue sind, „sondern weil sie Sinn machen und die Arbeit erleichtern“. Ideen aus den Abteilungen seien stets willkommen.

Reinhard Quast stolz auf Nachfolgeregelung

Reinhard Quast fokussiert sich künftig auf seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten, insbesondere seine Präsidentschaft im Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

Mit 63 Jahren hat Reinhard Quast nach 26 Jahren den Chefsessel geräumt. Er sitzt aber weiter im Aufsichtsrat.
  • Mit 63 Jahren hat Reinhard Quast nach 26 Jahren den Chefsessel geräumt. Er sitzt aber weiter im Aufsichtsrat.
  • Foto: Otto Quast Bau AG
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Die Zeit als Geschäftsführer habe nicht immer Spaß gemacht, gesteht er. Vor allem die große Baukrise zwischen 1995 und 2005 habe Kraft gekostet. Wegen der versprochenen „blühenden Landschaften“ wurden nach der Wiedervereinigung viele Kapazitäten aufgebaut, die dann nicht benötigt wurden. Gleichzeitig waren die Staatskassen leer und Aufträge der öffentlichen Hand blieben aus. „50 Prozent des Baugewerbes ist damals weggebrochen“, blickt er zurück. Dennoch habe er sich die Freude am Beruf und am Bauen selbst bewahren können. „Überall wo gebaut wird, treffen sie auf gut gelaunte Menschen!“
Um die Zukunft des Betriebs macht sich Reinhard Quast keine Sorgen. Mit Sebastian sei die Unternehmensfolge bestmöglich geregelt worden: „Diese Lösung ist ein Riesenglück für mich als Unternehmer und als Vater“, sagt er stolz. Der Gelobte weiß um die hohe Verantwortung: „Man geht mit viel Freude, aber auch mit viel Respekt vor der Leistung der Vorfahren an die Aufgabe ran. Ich habe von Kindesbeinen an gesehen, was das bedeutet.“

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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